Bistum Trier
Mittwoch, 13. Dezember 2017

Wie geht es weiter?

Raumfrage beschäftigt „Sonntagstisch“ in Bad Kreuznach

Bad Kreuznach – Die Finanzen stimmen, es gibt in der Regel genügend helfende Hände und einer guten Arbeit stünde eigentlich nichts mehr im Wege. „Wir hätten nie erwartet, dass es nun an der Raumfrage scheitern könnte“, erklärt Diakon Gerhard Welz von der Projektgruppe „Sonntagstisch“ in Bad Kreuznach. Das Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz soll umgebaut und der Pfarrsaal würde dann teilweise zur Bürofläche umfunktioniert werden. Der Raum sei dann für die etwa 100 Gäste, die in den Wintermonaten dort eine warme Mahlzeit erhalten, zu eng.

„Es steht noch gar nicht fest, ob nächstes Jahr mit dem Umbau begonnen wird“, beruhigt Pfarrer Monsignore Dr. Michael Kneib. Doch die Gruppe denkt bereits über Alternativen nach: „Sollen wir ein großes Zelt aufbauen oder Miete für einen Veranstaltungsraum bezahlen?“

Die Problematik, neben entstehenden Kosten durch Miete, sei, dass ersichtlich sein soll, dass die Gäste von der katholischen Kirche eingeladen werden. „Es heißt auch unteren unseren Gästen: Wir gehen zur Kirche essen“, weiß Diakon Welz. Die Pfarrsäle der umliegenden Gemeinden seien zu klein oder die Lage nicht optimal. „Sie müssen den Platz akzeptieren und dort auch leicht hinkommen“, weiß der Diakon. Der bisherige Saal zeichne sich durch seine Zentrumsnähe aus.

In der zwölften Saison setzen sich sieben Ehrenamtliche für den Sonntagstisch ein, bei dem Woche für Woche unterschiedliche Teams für Bedürftige kochen. Auch Pfarrer Kneib ist von dem Projekt begeistert und hilft schon mal beim Spülen und isst mit den Gästen am Tisch. Dass freue die Menschen, obwohl sie mitunter nicht viel mit der Kirche zu tun hätten, berichtet Schwester Irmgard von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die Mitinitiatorin des Projektes ist. „Wir sind nicht zum Missionieren hier. Es handelt sich einfach um ein niedrigschwelliges Angebot“, betont sie. „Dieses Projekt steht eigentlich dafür, was Kirche darstellt und ausmacht. Es ist ein Zeichen der Nächstenliebe“, macht Welz deutlich.

Armut sei ein großes Thema in Bad Kreuznach, bemerkt die Franziskanerin. „Wer da ist, braucht es auch. Für einige ist es die erste warme Mahlzeit der Woche. Manchen wurde der Strom Mitte des Monats abgestellt, andere wiederum wären sonst ganz alleine daheim.“ Oft spenden die Kochteams die Nahrungsmittel, doch wenn dies nicht möglich ist, können die Kosten auch von der Projektgruppe übernommen werden. „Aus diesem Grund benötigen wir auch immer Spenden“, informiert Schwester Irmgard. Zudem fallen unter anderem Kosten für Strom und Wasser an. Wenn einmal kein Koch-Team für einen Sonntag zu finden ist, wird das Essen bei einem Caterer bestellt. Die Gäste des Sonntagstisches können sich also auf das Angebot verlassen.

Wenn alle Raumüberlegungen scheitern, hat Diakon Welz eine Idee: „Nehmen wir einige Bänke aus der Kirche und essen dort.“ Doch Pfarrer Kneib beruhigt: „Nur keine Panik: Der Sonntagstisch wird weitergehen.“ Es seien mögliche Räume gesammelt worden, die nun angefragt werden.

Am 31. Dezember übernehmen übrigens Mitglieder der muslimischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat Bad Kreuznach den Dienst und ermöglichen somit vielen Menschen kurz vor dem Silvesterabend eine warme Mahlzeit, eine Tasse Kaffee oder auch ein gutes Gespräch.

Weitere Informationen gibt es auf www.sonntagstisch.de und bei Diakon Welz unter Tel.: 0671-63748.

(jf)

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