BR 3 / BFS - Montag, 30. Oktober 2017 - 22:00 bis 22:45 Uhr - „Lebenslinien“

Margot Käßmann - Freiheit wagen!

Themenbereich: Kirche
Sendereihe: „Lebenslinien“

Margot Käßmann, ehemalige Ratspräsidentin der EKD, ist wohl die bekannteste Protestantin Deutschlands. Nicht zuletzt wegen einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss, die zu ihrem Rücktritt führte. Wie kaum ein anderer Funktionsträger ist sie immer offen mit ihren teils privaten Problemen, wie ihrer Krebserkrankung, der Scheidung und eben diesem Fehlverhalten, umgegangen.
[ UT ]

Margot Käßmann wird 1958 als jüngste von drei Töchtern in Marburg geboren. Während ihres Theologie-Studiums lernt sie ihren späteren Mann kennen, mit dem sie vier Töchter bekommt. Zeitgleich macht sie Karriere: Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst, mehrere Lehraufträge, Generalsekretärin des deutschen Evangelischen Kirchentags und ab 1999 Bischöfin der Landeskirche Hannover. Sie macht von sich reden durch klare theologische Positionen, die oft ins Politische hineinreichen. Im August 2006 bekommt sie die Diagnose Brustkrebs. Sie macht kein Geheimnis daraus. Kurz darauf lässt sie sich scheiden. Auch dies kommuniziert sie offen. Um Glaubwürdigkeit gehe es in ihrem Amt, sagt sie damals. 2009 wird Margot Käßmann als erste Frau zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche gewählt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, steht zu ihren Fehlern und Problemen und genießt die Öffentlichkeit. Dafür wird sie von den einen geliebt, von den anderen abgelehnt. Am 22. Februar 2010 führt ein persönlicher Fehltritt zu ihrem Rücktritt: Sie fährt unter Alkoholeinfluss über eine rote Ampel. Die Schlagzeile von der alkoholisierten Bischöfin verbreitet sich wie ein Lauffeuer… Seit Juli 2011 ist Margot Käßmann „Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017“. Danach, also 2018, will sie sich zur Ruhe setzen.

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