SWR - Dienstag, 31. Oktober 2017 - 11:00 bis 11:45 Uhr -

Unsere Gotteshäuser

Themenbereich: Kirche

Sobald Menschen an einem Ort siedelten, war das Gotteshaus eines der ersten Zeugnisse ihrer Gemeinschaft. Macht und Pracht folgten. Je höher, desto näher an Gott. So wuchsen die Kirchen in die Höhe.
[ UT ]

Hundertjährige Traditionen im Lichte unserer Zeit, aus einem spannenden Blickwinkel gesehen - aus der Vogelperspektive. Im Ulmer Münster fanden im Mittelalter über 20.000 Gläubige Platz, erbaut wurde es mit Spenden der Bürger - zu Ehren Gottes, aber wohl auch zu ihrer eigenen. Pfaffengasse hieß einst die linke Rheinseite, wo Dom auf Dom vom Reichtum der Bistümer kündete - und von der Macht der Institution Kirche. Der Film untersucht, wie lebendig die christlichen Gemeinden heute sind. In Pforzheim wird evangelisch getauft, in Deidesheim katholisch geheiratet. Die Trauung vollzieht Pfarrer Braun (der "echte"), und die Kamera schaut dem Brautpaar über die Schulter. 90.000 Frauen heiraten in Deutschland jedes Jahr in Weiß. Bei rund 400.000 Hochzeiten insgesamt ist das für die Kirche kein schlechter Schnitt. Gläubigkeit drückt sich heute aber weniger im Kirchgang oder kirchlicher Prachtentfaltung aus als vielmehr in gesellschaftlichem Engagement. In Jugendheim engagiert sich die Kirchengemeinde für Flüchtlinge, in Mainz entlockt ein Domkapellmeister seinem Knabenchor glockenklare Töne, in Freiburg klettert eine Steinmetzin am Seil gesichert bis zur Turmspitze, um Ausbesserungsarbeiten an Freiburgs Wahrzeichen, dem Münster, zu begutachten. Der Film betrachtet keineswegs nur die Bauten der christlichen Religion; er widmet sich auch den jüdischen und muslimischen Gebetshäusern, zum Beispiel der neuen Synagoge in Saarbrücken oder der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim. Religion ist Ausdruck von Toleranz, manchmal auch Zündstoff für Konflikte. So gewinnt vor allem der Islam an Bedeutung, rund sechs Prozent der Bevölkerung des Südwestens sind muslimisch, allein 600.000 in Baden-Württemberg.

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