Verordnungen und Bekanntmachungen - Montag, 1. Januar 2018 - Jahrgang: 162 - Artikel: 4

Boliviensammlung im Bistum Trier

Liebe Gläubigen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Engagierte in der Bolivienpartnerschaft,

seit fast 6 Jahrzehnten verbindet uns eine tiefe Freundschaft und Partnerschaft mit der Kirche in Bolivien. Ein wichtiges konkretes Element in dieser Partnerschaft unseres Bistums ist die jährliche Boliviensammlung, welche seit über 50 Jahren im Rahmen der Jugendpartnerschaft durchgeführt und vom Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Trier verantwortet wird, im Auftrag des Bischofs. Bis zu 10.000 Jugendliche, junge Erwachsene und motivierte Ehrenamtliche nehmen sich Zeit, um Tüten zu verteilen, Fahrzeuge zu organisieren, gebrauchte Kleidung einzusammeln und vieles mehr. Durch diese partizipative Aktion von jungen Menschen in unserem Bistum für junge Menschen in Bolivien kommen viele Menschen erstmals mit der weltkirchlichen Partnerschaft in Berührung, die für 2.000 Kindern und Jugendlichen in Bolivien durch die finanzielle Unterstützung wichtige Bildungschancen eröffnet.

Wie viele von Ihnen erfahren haben, kam es im Mai 2017 in Neuwied-Engers im Rahmen der Boliviensammlung zu einem tragischen Unfall. Ein junger Mann kam ums Leben. Unsere Gedanken sind besonders bei der Familie des Verstorbenen. Gleichzeitig danken wir all denjenigen, die sich am Unfallort und danach um die Betroffenen und all je gekümmert haben, die Hilfe benötigten. Dieses tragische Ereignis wirft viele sicherheitsrelevante und rechtliche Fragen auf. Die gründliche Klärung dieser Fragen, die Gewährleistung von Sicherheit sowie die Übertragung, Weitergabe und Übernahme von Verantwortung an den verschiedenen Schnittstellen der Boliviensammlung bearbeitet der BDKJ Trier.

Darüber hinaus stellen die aktuellen Veränderungen in Kirche und Gesellschaft, insbesondere auf Ebene der Pfarreien, große Herausforderungen an die Durchführung der Boliviensammlung. Es wurden eine Reihe von Problemfelder identifiziert und in Gremien beraten. Die Verantwortlichen im BDKJ arbeiten derzeit an konstruktiven Weiterentwicklungen, um auf die Chancen zu setzen, die die Boliviensammlung und die Partnerschaft bieten. Es geht darum Aktion und Partizipation, Solidarität und finanzielle Unterstützung, Partnerschaft und Begegnung sowie Bildung und globales Lernen zu fördern.

Aufgrund dieser Chancen hat die Weiterführung der Straßensammlung in traditioneller Form für die Verantwortlichen Priorität, auch wenn eine flächendeckende Durchführung in unserem Bistum nicht mehr möglich sein wird. Der BDKJ hat sich dafür entschieden, das Modell der Bringsammlung als alternative Form zu bewerben für Orte, an denen die „normale“ Sammlung nicht (mehr) durchzuführen ist. Bei dieser Sammelform und der Einrichtung von Abgabestellen bringen Spenderinnen und Spender ihre Kleiderspenden an zentrale Plätze, und die Sammelgruppe transportiert die Kleidersäcke anschließend zum Verladestandort. Dieses ist ein Modell, welches mit weniger Ehrenamtlichen und mit einem geminderten Risiko umgesetzt werden kann. Allerdings ist es auch weniger partizipativ für die Sammlerinnen und Sammler, und es bedarf vor Ort einer guten Bekanntmachung.

Des Weiteren wird darin eine große Chance gesehen, zusätzlich Kleidung mittels Kleidercontainer zu sammeln, also als ergänzende Form. Damit wurden im Saarland bereits gute Erfahrungen gemacht. Diese zeigen, dass ein Nebeneinander von Straßen- und Containersammlung erfolgversprechend ist. Der BDKJ erarbeitet aktuell einen Projektplan für die Aufstellung von Kleidercontainern für die Bolivienpartnerschaft auch im rheinland-pfälzischen Teil des Bistums. Dabei gilt es, logistische und organisatorische Gegebenheiten genau zu berücksichtigen.

Trotz der vielfältigen Herausforderungen für Sie sowie für die Ehrenamtlichen möchte ich Sie bitten, Ihr Engagement für die Boliviensammlung fortzuführen und – im Sinne der Partnerschaft unseres Bistums mit jungen Menschen – Partnerschaft aktiv vor Ort zu gestalten. Die Boliviensammlung ist dafür ein bewährtes und erfolgreiches Modell.

 

Trier, den 1. Dezember 2017

 

Dr. Ulrich Graf von Plettenberg
Bischöflicher Generalvikar

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