Verordnungen und Bekanntmachungen - Mittwoch, 1. April 2015 - Jahrgang: 159 - Artikel: 83

Hinweise zum Einsatz von Priestern aus der Weltkirche im Bistum Trier

A. Einsatz von Priestern aus der Weltkirche im Bistum Trier (Diözese)

1. Präambel

  1. Es geht um die gemeinsame Sendung der einen Kirche, um einen Austausch der Gaben - jeder bringt seine Möglichkeiten.
  2. Weltkirchliches Lernen bedeutet, voneinander und miteinander zu lernen.
  3. Priester aus der Weltkirche tragen in ihrer Person das Thema „Weltkirche“ in neuer Weise in das Bistum Trier. Von daher kommt ihnen für dieses Thema in seiner ganzen Breite auch eine besondere Verantwortung zu.
  4. Es geht um eine Begegnung auf Augenhöhe – d. h. faire Startbedingungen für die Priester aus der Weltkirche, hochwertige Qualifizierung, Begleitung und Weiterbildung, Gleichbehandlung „mit allen Rechten und Pflichten“, auch in wirtschaftlicher und sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht.
  5. Erfordert ist die Bereitschaft, sich auf die gesellschaftliche und kirchliche Situation im Bistum Trier einzulassen -missionarischer Auftrag. Umgekehrt braucht es aber auch das Interesse der deutschen Kooperationspartner an den kirchlichen Hintergründen und Erfahrungen  der Priester aus der Weltkirche.
  6. Die Begegnung sollte für alle Beteiligten als Bereicherung erlebt werden. 

2. Rahmenvereinbarung

  1. Start mit dem Kurs am Institut für Pastoral Management in Bangalore (10 Monate) Erreichtes Sprachniveau: B1. Die Anmeldung erfolgt über das entsendende Bistum (Juni-Februar des folgenden Jahres)
  2. Nach Ankunft in Deutschland: Sprachkurse B2 und C1 (derzeit: Kreuzberg bei Bonn - März bis August), deutscher Führerschein.
  3. Nach bestandenen Prüfungen folgt ein pastoraler Einsatz als Kaplan in einer Pfarreiengemeinschaft des Bistums (Drei Jahre – Gehalt nach A12), Abschluss der Kaplanszeit mit einer Prüfung (ggf. Cura-Examen).
  4. Anschließend Stellenwechsel auf eine Planstelle als Kooperator in einer Pfarreiengemeinschaft des Bistums (Gehalt nach A13).
  5. Gesamter Einsatz ab Beginn der Kaplanszeit zunächst befristet auf 10 Jahre. Bei gegenseitigem Einvernehmen ist auch ein Verbleib auf Dauer möglich.
  6. Definierte Zäsuren, zu denen die Zusammenarbeit von beiden Seiten ohne Gesichtsverlust gelöst werden kann, sind wichtig:
    -  Bestandene Prüfungen in Bangalore (Sprachprüfung B1 und pastoral-liturgische Prüfungen)
    -  Bestandene Sprachprüfungen in Deutschland
    -  Probezeit: ein Jahr
    -  Erneute Evaluation nach drei Jahren.
  7. Für die Priester gelten für die Zeit ihres Dienstes im Bistum Trier alle Rechte und Pflichten eines Diözesanpriesters, wenn im Vertrag nicht anders geregelt.

3. Sprache

  1. Besondere Sprachbegabung: Nachzuweisen über gute Testergebnisse in den Tests in Bangalore. Nur „bestanden“ reicht nicht.
  2. Bereitschaft, in Deutschland in mehreren Stufen bis zum Niveau C1.2 zu gelangen. Auch hier gute Testergebnisse.
  3. Anschließend ständige Fortbildung in Sprache – dann aber fachbezogen, kein einfacher Sprachkurs mehr (Lektürekreise).
  4. Hier auch Übergang zu theologischer Fortbildung: Theologie ist auch Kultur. (Beispiel: Kurs für ausl. Ordensfrauen in Vallendar).

4. Pastorale Ausbildung

  1. Berufsbegleitender Weiterbildungskurs im Priesterseminar über 2 Jahre
  2. Auch nach Abschluss des Pastoralkurses: regelmäßige Treffen auf Bistumsebene (und später regional) zum Austausch und zur Begegnung
  3. In den Pfarreiengemeinschaften: Pfarrer als Mentor – begleitendes Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen (Sprachbegleitung, soziales Netzwerk), auch hier regelmäßige Treffen auf Bistumsebene zum Austausch, ggf. Exposure-Fahrt in das Heimatland des Priesters aus der Weltkirche.

5. Finanzen

 

a) Ausbildungskosten

Übernahme der Ausbildungskosten in Bangalore und Deutschland durch das entsendende Bistum bzw. durch den Priester selbst, aber: Zuschuss des Bistums Trier zum Kurs in Bangalore mit 1/2 der Kosten. Mit Ankunft in Deutschland während des Sprachkurses: ½ Gehalt nach A12. Die Kosten für ein Zimmer im Priesterseminar während des Weiterbildungskurses zahlt das Bistum, die entstehenden Kosten für die Verpflegung in dieser Zeit zahlt der Priester selbst.

b) Lebensunterhalt

Vorgabe: Das Arbeitsverhältnis mit einem Priester aus der Weltkirche darf diesen nicht schlechter stellen als einen deutschen Priester. In Deutschland arbeitende Priester müssen für ihren Unterhalt vollständig selbst sorgen - andernorts bekommen sie zwar weniger Geld vom Bischof/vom Oberen, haben aber vieles frei. In Deutschland darf ein Priester nicht als „Bettler“ durch die Gemeinden ziehen. Dies schadet dem Ansehen der Kirche und besonders dem Projekt „Einsatz von Priestern aus der Weltkirche“.

Regelungen:

Der Priester erhält vom Bistum Trier ein Gehalt entsprechend der geltenden Priesterbesoldungsordnung. Davon benötigt er nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungen für einen monatlichen Lebensunterhalt, der den Lebensverhältnissen in Deutschland entspricht,

i. mindestens 1500 EUR bei einer privat angemieteten Wohnung,

ii. mindestens 1200 EUR, wenn der Priester dienstwohnungsberechtigt ist. In diesem Fall stellt der Kirchengemeindeverband eine Dienstwohnung in einem Pfarrhaus zur Verfügung bzw. mietet eine Wohnung an. Der Priester muss davon den sog. „geldwerten Vorteil“ versteuern,

iii. mindestens 900 EUR, wenn der Priester (durch einen externen Träger finanziert) freie Station in Anspruch nehmen kann.

Es ist sehr wichtig, diese Mindestwerte zu beachten, weil in der Vergangenheit Diözesanpriester aus der Weltkirche schon häufiger durch ihre Familien und/oder durch ihre Heimatbischöfe zu Abgaben in die Heimat gedrängt wurden, die ihnen ein würdiges und schuldenfreies Leben in Deutschland schwer gemacht haben. Grundsätzlich darf auf den Priester kein Zwang zur Abgabe von Geld ausgeübt werden, auch wenn sich eine Solidarität in die Heimat von selbst versteht.

iv. Der Priester benötigt am Beginn seines Einsatzes eine Erstausstattung (Hausrat, Kleidung, Bücher, Auto, Führerschein, Anreise), die den Lebensverhältnissen in Deutschland entspricht. Dabei ist von einem Gegenwert von mindestens 15.000 EUR auszugehen. Hierzu kann das Bistum Trier auf Antrag ein Dienstgeberdarlehen gewähren, das dann regelmäßig vom Gehalt einbehalten wird.

c) Sozialversicherung

  1. Der Priester schließt in Deutschland eine Krankenversicherung und eine Pflegeversicherung ab. Entsprechende Nachweise sind regelmäßig einzureichen.
  2. Der Priester schließt in Deutschland eine Rentenversicherung ab. Entsprechende Nachweise sind regelmäßig einzureichen.
  3. Der Priester wird darauf hingewiesen, dass die Rente mit Erreichen der Altersgrenze in Deutschland beantragt werden muss, auch wenn sie überall auf der Welt zur Auszahlung kommen kann!

d) Umgang mit sonstigen Finanzmitteln

  • Spendenaquise geht nicht vom Priester und nicht von der Heimatdiözese aus. Zunächst hat die Kooperation mit den bischöflichen Hilfswerken und der Diözesanstelle für Weltkirche Vorrang. Wenn sich dennoch eine Initiative zugunsten des Heimatlandes des Priesters aus der Gemeinde entwickelt, bedarf es eines Beschlusses des Pfarrgemeinderates / Pfarreienrates und der Zustimmung durch den Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben. Rechnungslegung gegenüber dem Verwaltungsrat bzw. der Verbandsvertretung  ist erforderlich.
  • Intentionen, Spenden und Stolgebühren sind grundsätzlich ans Pfarramt abzuführen. Zusätzliche Gebühren, persönliche Geldgeschenke oder Sachspenden im Wert von mehr als 500 EUR dürfen nicht angenommen werden bzw. bedürfen der Genehmigung durch die bischöfliche Behörde.
  • Nebentätigkeiten, auch im Urlaub, sind grundsätzlich untersagt.
  • Die Aufnahme von Krediten bei Banken oder Privatpersonen ist grundsätzlich untersagt.

B. Einsatz von Priestern aus der Weltkirche im Bistum Trier (Orden)

1. Präambel

a) Es geht um die gemeinsame Sendung der einen Kirche, um einen Austausch der Gaben - jeder bringt seine Möglichkeiten.

b) Weltkirchliches Lernen bedeutet, voneinander und miteinander zu lernen.

c) Priester aus der Weltkirche tragen in ihrer Person das Thema „Weltkirche“ in neuer Weise in das Bistum Trier. Von daher kommt ihnen für dieses Thema in seiner ganzen Breite auch eine besondere Verantwortung zu.

d) Es geht um eine Begegnung auf Augenhöhe – d. h. faire Startbedingungen für die Priester aus der Weltkirche, hochwertige Qualifizierung, Begleitung und Weiterbildung, Gleichbehandlung „mit allen Rechten und Pflichten“, auch in wirtschaftlicher und sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht.

e) Erfordert ist die Bereitschaft, sich auf die gesellschaftliche und kirchliche Situation im Bistum Trier einzulassen -missionarischer Auftrag. Umgekehrt braucht es aber auch das Interesse der deutschen Kooperationspartner an den kirchlichen Hintergründen und Erfahrungen  der Priester aus der Weltkirche.

f) Die Begegnung sollte für alle Beteiligten als Bereicherung erlebt werden.

2. Rahmenvereinbarung

a) Start mit dem Kurs am Institut für Pastoral Management in Bangalore (10 Monate) Erreichtes Sprachniveau: B1. Die Anmeldung erfolgt über den entsendenden Orden (Juni-Februar des folgenden Jahres)

b) Nach Ankunft in Deutschland: Sprachkurse B2 und C1 (derzeit: Kreuzberg bei Bonn - März bis August), deutscher Führerschein.

c) Nach bestandenen Prüfungen folgt ein pastoraler Einsatz als Kaplan in einer Pfarreiengemeinschaft des Bistums (Drei Jahre - Gestellungsgeld Gruppe II), Abschluss der Kaplanszeit mit einer  Prüfung (Cura-Examen?).

d) Anschließend Stellenwechsel auf eine Planstelle als Kooperator in einer Pfarreiengemeinschaft des Bistums (Gestellungsgeld Gruppe I).

e) Gesamter Einsatz ab Beginn der Kaplanszeit zunächst befristet auf 10 Jahre. Bei gegenseitigem Einvernehmen ist auch ein Verbleib auf Dauer möglich.

f) Definierte Zäsuren, zu denen die Zusammenarbeit von beiden Seiten ohne Gesichtsverlust gelöst werden kann, sind wichtig:

a. Bestandene Prüfungen in Bangalore (Sprachprüfung B1 und pastoral-liturgische Prüfungen)
b. Bestandene Sprachprüfungen in Deutschland
c. Probezeit: ein Jahr
d. Erneute Evaluation nach drei Jahren (Formen der Evaluation müssen noch bedacht werden)

g) Für die Priester gelten für die Zeit ihres Dienstes im Bistum Trier alle Rechte und Pflichten eines Diözesanpriesters, wenn im Vertrag nicht anders geregelt.

3. Sprache

a) Besondere Sprachbegabung: Nachzuweisen über gute Testergebnisse in den Tests in Bangalore. Nur „bestanden“ reicht nicht.

b) Bereitschaft, in Deutschland in mehreren Stufen bis zum Niveau C1.2 zu gelangen. Auch hier gute Testergebnisse.

c) Anschließend ständige Fortbildung in Sprache – dann aber fachbezogen, kein einfacher Sprachkurs mehr (Lektürekreise).

d) Hier auch Übergang zu theologischer Fortbildung: Theologie ist auch Kultur. (Beispiel: Kurs für ausländische Ordensfrauen in Vallendar).

4. Pastorale Ausbildung

§ Berufsbegleitender Weiterbildungskurs im Priesterseminar über 2 Jahre.

§ Auch nach Abschluss des Pastoralkurses: regelmäßige Treffen auf Bistumsebene (und später regional) zum Austausch und zur Begegnung,

§ In den Pfarreiengemeinschaften: Pfarrer als Mentor – begleitendes Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen (Sprachbegleitung, soziales Netzwerk), auch hier regelmäßige Treffen auf Bistumsebene zum Austausch, ggf. Exposure-Fahrt in das Heimatland des Priesters aus der Weltkirche.

5. Finanzen

a) Ausbildungskosten

Übernahme der Ausbildungskosten in Bangalore und Deutschland durch den Orden aber: Zuschuss des Bistums Trier zum Kurs in Bangalore mit 1/2 der Kosten und mit Ankunft in Deutschland: Gestellungsvertrag mit dem Bistum (während des Sprachkurses: ½ Gestellungsgeld der Gruppe II). Die Kosten für ein Zimmer im Priesterseminar während des Weiterbildungskurses zahlt das Bistum, die entstehenden Kosten für die Verpflegung in dieser Zeit zahlt der Orden.

b) Lebensunterhalt

Vorgabe: Das Arbeitsverhältnis mit einem Priester aus der Weltkirche darf diesen nicht schlechter stellen, als einen deutschen Ordenspriester. In Deutschland arbeitende Priester müssen für ihren Unterhalt vollständig selbst sorgen - andernorts bekommen sie zwar weniger Geld vom Bischof/vom Oberen, haben aber vieles frei. In Deutschland darf ein Priester nicht als „Bettler“ durch die Gemeinden ziehen. Dies schadet dem Ansehen der Kirche und besonders dem Projekt „Einsatz von Priestern aus der Weltkirche“.

Regelungen:

Der Orden sorgt für einen monatlichen Lebensunterhalt, der den Lebensverhältnissen in Deutschland entspricht. Dabei ist von folgenden Gegenwerten auszugehen:

§ von mindestens 1500 EUR bei privat angemieteter Wohnung,

§ von mindestens 1200 EUR, wenn der Priester dienstwohnungsberechtigt ist. In diesem Fall stellt der Kirchengemeindeverband eine Dienstwohnung in einem Pfarrhaus zur Verfügung bzw. mietet eine Wohnung an. Dafür werden 300 EUR vom Gestellungsgeld einbehalten und an den Kirchengemeindeverband ausgezahlt,

§ von mindestens 900 EUR, wenn der Priester (durch einen externen Träger finanziert) freie Station in Anspruch nehmen kann.
Der Lebensunterhalt wird entweder durch eine vollständige Ausbezahlung der o. g. Beträge gewährleistet oder durch teilweise Ausbezahlung und teilweise Übernahme von Fixkosten (Nebenkosten Wohnung, Versicherungen, Unterhalt des Autos). Aus Sicht des Bistums ist eine größere wirtschaftliche Eigenverantwortung der Priester erstrebenswert.

  • Der Orden sorgt am Beginn des Einsatzes für eine Erstausstattung des Priesters (Hausrat, Kleidung, Bücher, Auto, Führerschein, Anreise), die den Lebensverhältnissen in Deutschland entspricht. Dabei ist von einem Gegenwert von mindestens 15.000 EUR auszugehen. (Hier besteht das Angebot des Bistums, dazu ein Dienstgeberdarlehen zu gewähren, das vom Gestellungsgeld einbehalten wird).

c)      Sozialversicherung

  • Für den Priester wird in Deutschland eine Krankenversicherung und eine Pflegeversicherung abgeschlossen. Entsprechende Nachweise sind regelmäßig einzureichen.
  • Für den Priester wird in Deutschland eine Rentenversicherung abgeschlossen. Entsprechende Nachweise sind regelmäßig einzureichen.
  • Eine Ausfallbürgschaft durch das Bistum wird nicht übernommen, da das Gestellungsgeld bereits Altersversorgungsanteile beinhaltet. Der Orden bzw. der Priester wird darauf hingewiesen, dass die Rente mit Erreichen der Altersgrenze in Deutschland beantragt werden muss, auch wenn sie überall auf der Welt zur Auszahlung kommen kann!

d)     Umgang mit sonstigen Finanzmitteln

  • Spendenaquise geht nicht vom Priester und nicht vom Orden aus. Zunächst hat die Kooperation mit den bischöflichen Hilfswerken und der Diözesanstelle für Weltkirche Vorrang. Wenn sich dennoch eine Initiative zugunsten des Heimatlandes des Priesters aus der Gemeinde entwickelt, bedarf es eines Beschlusses des Pfarrgemeinderates/Pfarreienrates und der Zustimmung durch den Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben. Rechnungslegung gegenüber dem Verwaltungsrat bzw. der Verbandsvertretung  ist erforderlich.
  • Intentionen, Spenden und Stolgebühren sind grundsätzlich ans Pfarramt abzuführen. Zusätzliche Gebühren, persönliche Geldgeschenke oder Sachspenden im Wert von mehr als 500 EUR dürfen nicht angenommen werden bzw. bedürfen der Genehmigung durch die bischöfliche Behörde.
  • Nebentätigkeiten, auch im Urlaub, sind grundsätzlich untersagt.
  • Die Aufnahme von Krediten bei Banken oder Privatpersonen ist grundsätzlich untersagt.

Trier, den 15. Februar 2015

Das  Bischöfliche Generalvikariat

Weiteres:
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