Verordnungen und Bekanntmachungen - Freitag, 1. September 2017 - Jahrgang: 161 - Artikel: 137

Keine Beteiligung an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Anfragen, ob die Missionsaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ des Berliner Vereins „Geschenke der Hoffnung e.V.“ in Pfarreien, Kindertageseinrichtungen und anderen Einrichtungen des Bistums durch geführt werden kann.

Die Missions- und Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ leistet keine nachhaltige Entwicklungshilfe für Kinder in Not. Die Aktion beschränkt sich zudem nicht auf die Verteilung der gesammelten Geschenkkartons. Die Kinder, die die Kartons erhalten, und ihre Eltern sollen dadurch auch zur Teilnahme an evangelikalen missionarischen Programmen gewonnen werden.

Bei dem Verein „Geschenke der Hoffnung e. V.“ handelt es sich um ein evangelikal ausgerichtetes christliches Hilfs- und Missionswerk. Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ist Teil der weltweiten Aktion „Operation Christmas Child“. Träger und Inhaber dieser Aktion ist das von Billy Graham gegründete und von seinem Sohn Franklin Graham geleitete amerikanische Hilfs- und Missionswerk „Samaritan´s Purse“. „Geschenke der Hoffnung e.V.“ ist auch über diese Aktion hinaus personell und programmatisch eng mit „Samaritan´s Purse“ verbunden.

Zwischen dem Bistum und dem evangelikalen Missions- und Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung e.V.“ bestehen wesentliche Unterschiede im Verständnis der christlichen Mission und der christlichen Entwicklungspartnerschaft. Das Bistum beteiligt sich nicht an derart aufwändigen Aktionen, die keine nachhaltige Entwicklungshilfe leisten und die die Lebensbedingungen notleidender Kinder nicht auf Dauer verbessern.

Das Bistum lehnt zudem Missionierungspraktiken ab, bei denen Geschenke für bedürftige Kinder als Werbemittel für Missionsaktivitäten eingesetzt werden. Das gilt auch für die Missionierung von Angehörigen nichtchristlicher Religionen.

Daher gibt es seitens des Bistums keine Zusammenarbeit mit „Geschenke der Hoffnung e.V.“ und „Samaritan´s Purse“.

Kirchliche Einrichtungen im Bistum Trier sind daher angewiesen, die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ nicht zu unterstützen und nicht durchzuführen.

Als ökumenische Mitmach-Aktion für Kinder wird alternativ die Aktion „Weihnachten weltweit“ empfohlen. Sie wird von den Hilfswerken ADVENIAT, Brot für die Welt, MISEREOR und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ getragen.

Die pädagogischen Materialien der Aktion „Weihnachten Weltweit“ ermöglichen Kindern den Blick in die Lebenswelten von Gleichaltrigen und vermitteln Erfahrungen und Erlebnisse rund um Weihnachten auf anderen Kontinenten. Nähere Information auf der Internetseite www.weihnachten-weltweit.de.

Denjenigen, die Kindern in Not helfen wollen, wird empfohlen, Hilfsaktionen zu unterstützen, die humanitäre Hilfe und nachhaltige Entwicklungshilfe leisten. Kirchliche Hilfswerke wie Caritas International, missio, MISEREOR, ADVENIAT, Renovabis und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ führen vielfältige Projekte durch, die dazu dienen, Kindern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und ihnen eine hoffnungsvolle Perspektive für die Zukunft zu geben.

Weitere Auskünfte zum Thema erteilt das Bischöfliche Generalvikariat, Arbeitsbereich Verkündigung und Ökumene, Matthias Neff, Telefon (06 51) 71 05-5 26, E-Mail: sekten(at)bgv-trier.de . Ausführliche Informationen hierzu finden sich auch auf der Internetseite des Bistums Trier unter www.bistum-trier.de/weltanschauungen-sekten/gruppen-weltanschauungen/weihnachten-im-schuhkarton

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