Donnerstag, 2. Juli 2015

Alte Kontakte pflegen, neue Kontakte gewinnen

Pueri Cantores: Chorleiter-Treffen beim 7. Deutschen Chorfestival

Trier – „Hier wurde schon im Mittelalter geprobt und gesungen.“ Das erklärt Domkapellmeister Thomas Kiefer den Chorleiterinnen und Chorleitern, die am 2. Juli zum Empfang im Romanischen Saal am Trierer Dom zusammengekommen. Bei dieser Veranstaltung im Rahmen des 7. Deutschen Chorfestival des Verbandes Pueri Cantores geht es ausnahmsweise weniger um die jungen Sängerinnen und Sänger, die in Trier zu Gast sind. Hier soll es für die Leitungen der 100 teilnehmenden Chöre Gelegenheit zum Kennenlernen und Austauschen geben. Und so wünscht Kiefer auch „gute Gespräche, dass Sie alte Kontakte pflegen und neue Kontakte gewinnen können.“

Der Präsident des Bundesverbandes der Pueri Cantores, Matthias Balzer, schätzt diese Treffen sehr. Bei seinem ersten internationalen Pueri-Treffen in Rom 1988 habe es so etwas noch nicht gegeben, daher habe er sich etwas „verloren“ gefühlt. Heute sei er froh über diese gewachsene Tradition des Chorleitertreffens, „wo wir Zeit haben miteinander zu sprechen und uns kennenzulernen“.

Die Chorleiterinnen und Chorleiter schätzen den Austausch und die Atmosphäre der Pueri Cantores-Festivals offensichtlich sehr. Für den Vorsitzenden der Pueri Cantores im Bistum Trier, Peter Uhl, ist die Teilnahme am Chorfest Ehrensache. Er ist mit dem Kinder- und Jugendchor Waldbreitbach dabei. Den Austausch unter Kollegen und auf verschiedenen Ebenen, andere Chöre zu erleben in den unterschiedlichen Qualitätsstufen und „Begegnung, Begegnung, Begegnung“ – das macht für ihn den Reiz am Festival aus. „Chöre sehen ihre ‚Kollegen‘ ja nicht so oft“, schmunzelt er.

Doris Wesserling ist mit dem Chor „Dreiklang“ aus Rheinstetten gekommen – wegen der Schulzeit nur mit elf Chormitgliedern. „So ein Chorfestival ist ein total tolles Erlebnis“, sagt sie. Es ist ihr erstes Festival mit eigenem Chor. „Ich wollte den Chormitgliedern den Spaß am gemeinsamen Musizieren gönnen.“ Hier könne man auch sehen, was andere Chöre können. „Insgesamt ist das ein bleibendes Erlebnis.“

Tobias Fraß aus Halle an der Saale ist mit acht jungen Sängerinnen und Sängern der Kinderkantorei angereist. Auch hier konnten wegen der Schulzeit viele nicht mitkommen. „Ich bin vor vielen Jahren mit dem ‚Pueri-Virus‘ infiziert worden“, erzählt er. Die Festivals seien eine gute Motivation für die Kinder, man habe die Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen, was die anderen machten. Er und seine Chormitglieder hätten Freude am gemeinsamen Gesang und am Austausch. Und eine bisschen Werbung machen für den Verband in seiner Heimat will er auch mit der Teilnahme: „Im ganzen Bistum Magdeburg gibt es nur zwei Chöre, die dem Verband angehören.“

Melanie Jäger-Waldau ist mit 50 Mitgliedern der Jugendkantorei Überlingen nach Trier gekommen. „Die Chorfestivals sind immer ein Erlebnis, und vor allem die Begegnung mit anderen Chören – musikalisch und zwischenmenschlich.“ Bernhard Schneider leitet die Pueri Cantores St. Aegidius Braunschweig. „Die Festivals sind immer schön“, sagt er. Die Stimmung sei gut und das Zusammentreffen mit anderen Sängerinnen und Sängern bereichernd. Er freut sich vor allem auf die Begegnungskonzerte, die er mit seinem Chor hören wird – und die große Chorparty am Donnerstagabend in der Arena Trier.    

Bildergalerien und das weitere Programm

Eindrücke von jungen SängerInnen - gesammelt von Stefan Weinert