Samstag, 20. Dezember 2014

Angela Merkel empfängt königlichen Besuch aus Mayen

Sternsingergruppe aus Herz-Jesu gewinnt Fahrt nach Berlin ins Bundeskanzleramt

Mayen Sie reisen als königlicher Besuch aus Mayen zur Bundeskanzlerin: Sternsinger aus der Pfarrei Herz-Jesu in der Pfarreiengemeinschaft Mayen haben in diesem Jahr den Sternsingerwettbewerb gewonnen und werden am 7. Januar das Bistum Trier in Berlin vertreten. Gemeinsam mit 104 Kindern aus den 26 anderen Bistümern Deutschlands bringen Agnes Mieden, 13, Luna Zawadzki, 13, Dominik Schreiner, 12 und Anna-Maria Olzem, 13, den Segen ins Bundeskanzleramt.

Luna ist schon ein wenig aufgeregt vor der Reise, gibt sie zu. „Aber ich freue mich auch schon riesig und finde es cool, zu sehen, wie dort alles organisiert ist. Wir werden am 7. Januar morgens mit Bussen der Bundespolizei abgeholt und dürfen dann ins Bundeskanzleramt – das ist schon ein Abenteuer.“ Auch bei Dominik und Agnes mischen sich Vorfreude und Aufregung, zumal sie vorher noch nie in Berlin waren. Gemeindereferentin Evelyne Schumacher ist jedes Jahr für die Sternsingeraktion der Pfarreiengemeinschaft Mayen zuständig und wird die vier begleiten. „Ich konnte es erst nicht glauben, als der Anruf kam und es hieß, wir hätten gewonnen, denn im Bistum haben wir Hunderte von Pfarreien, die beim Gewinnspiel des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ mitmachen.“

Vor Berlin steigt zwar die Aufregung, beim Sternsingen selbst sind die vier Mayener aber schon „alte Hasen“. Seit Agnes drei Jahre alt ist, geht sie jedes Jahr im Januar mit von Haus zu Haus und bringt den Segen der Drei Heiligen Könige. Auch Luna, Dominik und Anna-Maria sind als Kaspar, Melchior oder Balthasar seit dem Vorschulalter dabei. Inzwischen gehen die vier als Betreuer der jüngeren Kinder mit. Für Luna gehört das Sternsingen selbstverständlich zum Jahresanfang dazu: „Wenn wir nach der Sammlung sehen, wie viel Geld wir eingenommen haben für Projekte in armen Ländern, dann ist das ein großer Ansporn.“ In diesem Jahr ist das Motto der Aktion „Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit“. Schumacher erklärt, die Themen würden jedes Jahr mit den Kindern besprochen und aufbereitet. „Es gibt gute Materialien, zum Beispiel einen Film, der kindgerecht die Situation auf den Philippinen schildert und zeigt, wo die Gelder der Sternsinger-Sammlung konkret eingesetzt werden.“ Auch bei der Vorbereitung der Erstkommunion lege sie den Kindern nahe, beim Sternsingen mitzumachen. „Wenn man den Glauben erfahren will, sollte man nach seinem Nächsten schauen. Die Kinder können so über den eigenen Tellerrand schauen und gerade nach Weihnachten sehen, dass es lohnt, sich für andere einzusetzen. Die Aktion Sternsinger setzt ein tolles Zeichen gegen eine Ellbogengesellschaft“.  

Der Brauch des Dreikönigs- oder Sternsingens geht bis ins Mittelalter zurück. Die heute vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend getragene Aktion hat sich zum weltweit größten Hilfswerk von Kindern für Kinder entwickelt. In ganz Deutschland sammelten die Sternsinger seit 1959 über 858 Millionen Euro mit denen weltweit rund 65.000 Projekte unterstützt wurden. Seit 1984 bringen Sternsinger aus allen 27 deutschen Bistümern jedes Jahr den Segen ins Bundeskanzleramt. Bereits zum zehnten Mal werden sie dort von Angela Merkel empfangen. Weitere Information gibt es im Internet unter: www.sternsinger.org.