Dienstag, 7. März 2017

Auf dem Weg zu Taufe, Eucharistie und Firmung

Bischof Ackermann lässt 29 Frauen und Männer zu den Sakramenten zu

Trier – Sie kommen aus dem gesamten Bistum, bilden zugleich die Weltkirche ab und zeigen, dass Glaube zwar Angelegenheit des Einzelnen, aber immer auch eine Sache der Gemeinschaft sei: So hat Bischof Dr. Stephan Ackermann die 29 Frauen und Männer begrüßt, die am ersten Fastensonntag (5. März) zu den Sakramenten der Taufe, Eucharistie und Firmung zugelassen worden sind.  

Am Taufbrunnen der Trierer Liebfrauenbasilika begann die Feier der Taufzulassung. „Damit wird auch Ihr Weg als Taufbewerber, Konvertiten und Katechumenen in die Kirche angezeigt“, erläuterte der Bischof. Fast genau in der Mitte stehe in Liebfrauen der Altar, das Symbol für Christus, um den herum sich die Gemeinde versammelt. „Diese lebendige Mitte zieht uns an und verbindet uns.“ Als Lesungstext wurde die Passage aus dem Matthäus-Evangelium über die Wahl der ersten Jünger in Deutsch und Farsi vorgetragen. Manchmal wünsche er sich, sagte Ackermann, bei diesem ersten Wirken Jesu und dem Anfang der Jüngerschaft dabei gewesen zu sein. „Ist es für uns heute nicht ungleich schwerer zu glauben?“, fragte er. Aber gerade die Unmittelbarkeit der Jünger habe auch Distanz aufgebaut und nicht ausgereicht, als es ernst wurde. „Es brauchte die Erfahrung von Ostern und Pfingsten, damit sie seine Botschaft aufnehmen, verstehen und daraus leben lernen.“ Vor diesem Hintergrund hätten die heutigen Menschen es leichter, da sie den ganzen Bogen des Lebens Jesu sowie die Erfahrungen der Geschichte und zahlreicher Menschen kennen würden, die ihm nachfolgten.

„Ich bin bereit“ antworteten die Bewerberinnen und Bewerber auf die Frage des Bischofs nach ihrer Bereitschaft zum Empfang der Sakramente an Ostern in ihren Gemeinden. Mit dem Einzelsegen durch Bischof Ackermann gehen die Frauen und Männer nun auf die weitere Etappe ihres Glaubensweges - ein Weg, den sie ganz unterschiedlich begonnen haben. Rand Alisheikh etwa ist konfessionslos, aber im Kontakt zu Christen in Syrien aufgewachsen. „Ich habe mich immer für die Religionen und ihre Geschichte interessiert“, sagt der 22-jährige, der vor einem Jahr alleine als Flüchtling nach Deutschland kam. Im Camp in Koblenz traf er auf die Ärztin und ehrenamtliche Rot-Kreuzlerin Dr. Claudia Tamm, die ihm „sehr viel geholfen hat“. Für Rand ist „das Leben als Christ der einzig richtige Weg“. Lydia Rößger und Doreen Malyska verbindet eine DDR-Vergangenheit und fehlender Kontakt zu Religion. „Es gibt in allen Glaubensrichtungen gute Menschen“, sagt Rößgers Vater Volkmar, der in Sachsen aufwuchs und vor der Wende in die Eifel zog. Obwohl selbst ohne Konfession, begleite er jetzt sehr gerne seine Tochter und unterstütze sie. „Mir ist der Glaube sehr wichtig“, erzählt die 24-jährige Erzieherin, die schon als Kind mit Freundinnen Gottesdienste besuchte, über ihren Freund jetzt näher Kontakt zur Kirche fand und vor allem „von der tollen Gemeinschaft begeistert“ ist. Töchterchen Melinda war für Doreen Malyska die „Bekehrerin“. Die Fragen der Kleinen, ob Gott alles sieht und bei uns ist, wollte die Mama beantworten können und hat sich deshalb zum Glaubenskurs gemeldet. „Inzwischen merke ich, dass eine Leere in meinem Herzen gefüllt ist. Ich fühle mich angekommen und spüre Gott in meinem Leben.“

(red)