Bistum Trier
Donnerstag, 8. Mai 2014

Aufbrechen zu den Menschen

v.l.n.r. Bruno Sonnen, Bischof Dr. Stephan Ackermann, Weihbischof em. Leo Schwarz, Veronika Kyll und Dr. Martin Lörsch

Trier – „Der, um den es geht, war nicht begeistert.“: So hat Bruno Sonnen, Chefredakteur der Bistumszeitung „Paulinus“ und einer der Herausgeber, die Gäste begrüßt bei der Präsentation des Bandes „Aufbrechen zu den Menschen – Leo Schwarz und das Abenteuer Konzil“ am 7. Mai in der Dominformation Trier. Denn Leo Schwarz, emeritierter Weihbischof im Bistum Trier, Lehrer, Pfarrer, ehemals Misereor-Geschäftsführer, Renovabis-Beauftragter oder Justitia et Pax-Vorsitzender und heute Seelsorger im bolivianischen Wallfahrtsort Chaguaya, sage gerne: „Wenn einer im Rampenlicht erscheint, bleiben zwei im Schatten zurück.“

Und so ist das vorliegende Buch auch keine „Festschrift, kein Jubelbuch für besondere – wenn auch unzweifelhaft vorhandene – Verdienste in unserer Kirche“, wie Mitherausgeberin Veronika Kyll betonte. Entstanden ist, wie Sonnen erklärte, „der Versuch, anhand von Leben und Wirken eines Menschen die Umsetzungs- und Wirkungsgeschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils zu beleuchten“. Schwarz habe den Aufbruch des Konzils er- und gelebt, und er habe es wie kaum ein anderer auf den verschiedenen kirchlichen Handlungsebenen getan.

47 Autorinnen und Autoren haben an dem Band mitgewirkt und in teils theologischen, teils persönlichen Beiträgen Leo Schwarz und das Abenteuer Konzil beschrieben. Denn für viele sind die Person und das Tun von Leo Schwarz mit Ereignissen im eigenen Leben verknüpft – wie bei Pastoraltheologe Martin Lörsch, Mitherausgeber des Bandes. „Kinokarten für Bolivien“ sollte er 1962 erwerben, als Unterstützung für drei junge Priester, die aus dem Bistum nach Bolivien entsandt wurden – einer davon war Leo Schwarz.

Auch Triers Bischof Dr. Stephan Ackermann hat das Buchprojekt unterstützt, das eine „Verbindung von Zeugnissen, die berührt“ sei: „Das hat der Leo verdient.“ Das Buch sei als Reflexion von fünf Jahrzehnten Kirchengeschichte zu sehen, angeschaut im persönlichen Licht und in der Begegnung mit Weihbischof Schwarz. „Existenzielle Theologie und spirituelle Reflexion“ finde er in dem Buch, sagte der Bischof. „Leo hat ein bewegtes Leben und ein bewegendes Leben, er hat andere bewegt durch das, was er angestoßen hat.“ Diese Bewegungen seien in dem Buch zu spüren. „Sie ziehen Kreise im Sinne der Botschaft Jesu Christi.“ Durch das Buch könnten viele teilhaben am Leben des Leo Schwarz, sagte Ackermann, und um Teilhabe gehe es schließlich schon in Schwarz’ Weihespruch. „Nimm es als Freundesgabe!“ riet der Bischof daher.

Leo Schwarz betonte, es seien „immer Anstöße von außen“ gewesen, die ihn geführt hätten. „Was hättest du, was du nicht empfangen hast“ zitierte er den Apostel Paulus. Und: „Es geht nichts ohne Team, ohne Frau- und Mannschaft, ohne dass die anderen mitgedacht und mitgetan hätten“, würdigte er die Weggefährten in seinem Leben. Er dankte den Herausgebern und Autoren für ihre Mühe und den Fleiß. Er erinnerte aber auch daran, dass das Buch die „Pannen, Niederlagen, verpassten Chancen“ seines Lebens ausspare – „und das bleibt nicht aus, dass man merkt: man ist ganz klein“. Weihbischof Schwarz schloss seinen Dank mit den Worten: „Es gibt nicht das vollkommene Leben. Man wird gerufen und versucht, das eine oder andere zu tun.“ Im Anschluss an die Buchpräsentation, die musikalisch begleitet wurde von Ursula Theis und Christian Braun, nutzten die meisten der gut 100 Gäste die Gelegenheit, sich das Buch von Weihbischof Schwarz signieren zu lassen.

Bibliografische Angaben: Veronika Kyll / Martin Lörsch / Michael Meyer / Bruno Sonnen (Hg.): „Aufbrechen zu den Menschen“. Leo Schwarz und das Abenteuer Konzil, 290 Seiten, 16,5 x 24 cm, Festeinband mit Bildteil, ISBN 978-3-7902-1858-9, 19,90 Euro. Das Buch ist erhältlich bei der Dominformation, der Paulinus Verlag GmbH, Tel.: 0651-4608-121, E-Mail: buchversand@paulinus-verlag.de oder in allen Buchhandlungen. Von jedem verkauften Buch geht 1 Euro an „„AMISTAD“, eine gemeinnützige Treuhandstiftung des BDKJ Trier für Kinder und Jugendliche in Bolivien.