Montag, 30. November 2015

Beispiel der Frauen bleibt

Schwestern vom Heiligen Geist geben Konvent in Wemmetsweiler auf

Wemmetsweiler – Zum Jahreswechsel wird die Geschichte der Schwestern vom Heiligen Geist in Wemmetsweiler enden. 106 Jahre lang haben die Frauen in der Gemeinde ihre Spuren hinterlassen. Dementsprechend hoch war die Beteiligung bei der Abschiedsfeier für die drei bislang verbliebenen Ordensfrauen am 28. November in der Begegnungsstätte. Fast 200 Menschen füllten den Saal, viele nutzten die Gelegenheit um sich persönlich bei den Schwestern Maria Lutrudis Mohm, Maria Gabriele Hauser und Maria Gerhild Sewenig zu bedanken.

„Personalnot - ein schlimmes Wort. Menschen, Frauen fehlen, die die Arbeit von 106 Jahren weiterführen“, erinnerte Pfarrer Karl-Josef Bings an den Grund für die Schließung des Wemmetsweiler Konvents. Dessen Entstehung geht auf eine Initiative des Pfarrvikars Theodor Schmitz zurück, der sich um 1900 mit einer rasant anwachsenden Gemeinde konfrontiert sah. Um die Betreuung von Familien und Kindern sowie die Krankenpflege zu verbessern, bat der Priester um Unterstützung durch den Orden in Koblenz. Vielseitig wirkten die Frauen im Ort, heute sind die beiden besonders deutlich sichtbaren Hinterlassenschaften ein katholischer Kindergarten und das Seniorenhaus Immaculata. 1963 waren die ersten 150 Jungen und Mädchen in die neu eröffnete Einrichtung eingezogen. Der Platz im Anbau des Schwesternhauses reichte aber schon bald nicht mehr aus und so wurde Anfang der 1970er Jahre ein zusätzlicher Neubau auf dem Michelsberg vorangetrieben. Im Laufe der Zeit übernahmen die Pfarrgemeinde und schließlich die „Gemeinnützige Trägergesellschaft katholischer Kindertageseinrichtungen im Saarland“ die Trägerschaft.

Jahrzehntelang waren die Schwestern auch in der Alten- und Krankenpflege engagiert. So erschien es für Pfarrer Erhard Bauer Anfang der 2000er Jahre folgerichtig, den Orden in das Projekt eines neuen Altenheims neben der Kirche St. Michael einzubeziehen. 2006 wurde das Haus mit 50 Plätzen eröffnet, Träger ist die „cts –Schwestern vom Heiligen Geist GmbH“ mit Sitz in Saarbrücken. In dem Gebäude war auch ein Wohntrakt für den Schwesternkonvent geschaffen worden. Bis zuletzt wirkten die von hier aus in der geistigen und seelsorglichen Betreuung der Heimbewohner. In der Pfarreiengemeinschaft Merchweiler-Wemmetsweiler übernahmen sie außerdem zahlreiche Aufgaben von der Gottesdienstvorbereitung bis zur Krankenkommunion. Das Beispiel der Frauen bleibe erhalten, meinte Pfarrer Bings: „Es ist für uns Auftrag weiterzumachen in diesem Geist.“

Schwester Lutrudis, die dem Konvent seit 1994 angehörte, wird in die Niederlassung des Ordens nach Dudweiler umziehen. Neuweiler ist das Ziel für Schwester Gabriele, sie war seit 1998 in Wemmetsweiler tätig. Jüngste im Bunde ist die Oberin Schwester Gerhild. Sie wird im Ordensreferat des Bischöflichen Generalvikariats in Trier neue Aufgaben übernehmen.

Der Ordenssitz der Schwestern vom Heiligen Geist ist in Koblenz-Marienhof. Neben Deutschland zählen Indien und Tansania zu den Wirkungsorten der karitativen Gemeinschaft.