Montag, 27. März 2017

Das pastorale Leben geschieht weiterhin vor Ort

Austauschforum zu den Pfarreien der Zukunft in Sinzig

Sinzig – „Das pastorale Leben geschieht weiterhin vor Ort – so sehr Sie es selbst leben – nur halt unter einer neuen Verwaltungseinheit“, hat Dekanatsreferent im Dekanat Remagen-Brohltal Wolfgang Henn den 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Sinzig versichert. Am Abend nach der Bekanntgabe des Entwurfs der Pfarreien der Zukunft waren Mitglieder kirchlicher Räte sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger in das Pfarrheim St. Peter eingeladen, um sich bei einem Austauschforum zum Stand des Umsetzungsprozesses der Synode im Bistum Trier zu informieren.

Der Vorschlag von 35 Pfarreien der Zukunft ist ein erster Schritt in der Umsetzung der Synode. In welcher Weise die Pfarreien der Zukunft gestaltet sein werden, hänge auch von jedem Gemeindemitglied ab, erklärte die Dekanatsreferentin im Dekanat Ahr-Eifel Andrea Kien-Groß beim Blick in die Runde. „Wir sind heute hier, um uns gegenseitig zu verständigen, wie der Aufbruch aussehen soll“, betonte Henn. „Die Synode fordert, dass wir als Kirche noch mehr herausgehen“, erklärte er. Dies schließe einen Suchprozess und eine Neuorientierung ein.

„Die pastoralen Themen der Synode gefallen mit gut, aber nicht diese Strukturreform. Alles wird größer und zentralistischer“, warf ein Teilnehmer ein. Henn zeigte Verständnis für diese Sorge und argumentierte: „Es handelt sich um Pfarreien eines ganz anderen Typs. Es ist keine Vergrößerung der Pfarreiengemeinschaften.“ Die Pfarrei der Zukunft wird ein Netzwerk mit vielen Knotenpunkten und Kooperationen. Diese sollen auch zur Entlastung von Verwaltungsaufgaben führen. Karin Müller-Bauer, Mitglied der Teilprozessgruppe „Kommunikation“ zur Umsetzung der Synode, nahm diese Äußerung ebenfalls ernst: „Die Pfarrei der Zukunft wird mit Ihnen entwickelt und alles, was Sie jetzt schon tun, was lebt, bleibt erhalten.“

Die ehemalige Synodale Andrea Krämer zeigte sich mit der neuen Struktur zufrieden: „Ich sehe die weiten Räume als Chance, um mich besser miteinbringen zu können.“ Die Pfarreien der Zukunft sollen den Getauften einen geographisch und geistig weiten Raum für ihr Engagement bieten und auf Eigeninitiative bauen. Es habe sich ein Ermöglichungsraum geöffnet, stellte Karin Müller-Bauer fest.

„Ich habe gelernt, dass wir selbst darüber nachdenken müssen, wie wir unsere Pfarrei gestalten wollen. Es ist eben ein Prozess“, zog die Teilnehmerin Heike Kaldenbach ein Resümee des Sinziger Austauschforums.

Es ist der Wunsch der Bistumsleitung, dass der Entwurf der Raumgliederung diskutiert wird. Neben Veranstaltungen mit Bischof Dr. Stephan Ackermann (unter anderem am Freitag, 19. Mai, 15 und 19.30 Uhr in Ochtendung und am Freitag, 30. Juni, 18 Uhr in Neuwied) ist für zwei Wochen ein „Resonanztelefon“ (Tel.: 0651-7105-777) geschaltet. Außerdem wird es einen Fragebogen geben, mit dem Räte und Gläubige ihre Rückmeldungen geben können. Die Teilprozessgruppe „Raumgliederung“ wird die Rückmeldungen aus der Resonanzphase auswerten und in die endgültige Raumplanung einbeziehen. Die Pfarreien der Zukunft sollen voraussichtlich Anfang 2020 gegründet werden.

Alle Informationen zu den Pfarreien der Zukunft sind unter www.herausgerufen.bistum-trier.de zu finden.

(jf)