Bistum Trier
Montag, 2. Oktober 2017

Die Schöpfung bewahren

Bischöfe informieren sich über Projekte am Koblenzer Cusanus-Gymnasium

Koblenz - Liegt die Zukunft des Autos im Hochland von Bolivien? Der Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Erde, beherbergt eines der größten Lithiumvorkommen der Erde, den wichtigsten Rohstoff für die Batterien von Elektroautos. Wie kann der Lithium-Abbau in Bolivien, an dem auch deutsche Firmen beteiligt sind, umweltverträglich gestaltet werden und zur Verbesserung der sozialen Situation der Menschen in Bolivien beitragen? Diese und andere Fragen standen im Zentrum einer Begegnung von Mitgliedern der bolivianischen Bischofskonferenz mit Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums Koblenz.

Im Rahmen der Bolivien-Partnerschaftswoche des Bistums Trier informierten sich Bischof Javier del Rio (Tarija), Weihbischof Rene Leigue (Santa Cruz), Weihbischof Jorge Saldias (La Paz) und Bischof em. Walter Perez (Petosi) zugleich über die ökologische Projekte und das über das Energiekonzept des Cusanus-Gymnasiums.

Zum Auftakt erlebten die Bischöfe einen Wortgottesdienst unter dem Titel „Die Schöpfung bewahren“ mit 120 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 6, gestaltet von Schulpfarrer Joachim Keil, Schulseelsorgerin Beatrix Mählmann und Regionalkantor Manfred Faig. Es folgte ein Austausch über Umweltfragen und soziale Situation in Bolivien mit Schülern der Klasse 8b, vorbereitet im Erdkundeunterricht durch die Lehrerin Annelie Sinzig. Die Schüler hatten sich zuvor in einer Unterrichtseinheit mit den Rohstoffen eines Smartphones wie Lithium oder Seltenen Erden und deren Gewinnung z. B. in Bolivien beschäftigt.

 

Oskar Brückner und Michael Eicher (Klasse 6c) stellten den Gästen aus Bolivien ihr „Jugend forscht“-Projekt zum Brennstoffzell-Auto vor, in welchem sie modellhaft ein umweltfreundliches Antriebssystem erforschten. Reiner Wasserdampf ist das einzige „Abgas“, welches das Fischertechnik-Fahrzeug der beiden Jungforscher freisetzt.

Bei einer kurzen Besichtigungstour nahmen die Bischöfe ökologische Einrichtungen der Schule in Augenschein, etwa die Fotovoltaik-Anlage, die Solarthermie-Anlage zur Wassererwärmung der Duschen in den Sportumkleideräumen und verbesserte Wärmedämmsysteme an den Schulgebäuden.

Bei allen Begegnungen zeigten sich auch die Schüler des Cusanus-Gymnasiums interessiert an dem „hohen Besuch“ aus Bolivien: Schulbildung und Kinderarbeit, Ausbeutung der Umwelt in Bolivien und die Infrastruktur des fernen Landes waren Themen die immer wieder zur Sprache kamen.

Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen: Kürbissuppe. Diese wurde durch einen Soloarkocher, der auf dem begehbaren Schulhofdach stand, mit gebündeltem Sonnenlicht erhitzt. Auf diese Weise gestärkt durch die Kraft der Sonne klang der Besuch der bolivianischen Gäste in guter Stimmung aus.

(red)