Freitag, 3. Juli 2015

Drei Chöre – drei Räume – drei Uraufführungen

Uraufführungen beim Wandelkonzert des Pueri Cantores-Chorfestival

Trier – Drei Chöre – drei faszinierende Räume – drei kurzweilige Konzerte – drei Uraufführungen: Das verspricht das Wandelkonzert am Samstag, 4. Juli, ab 18.30 Uhr beim Pueri Cantores Festival in Trier. Das Wandelkonzert wie das ganze Chorfestival ist Teil des Kunstprojektes „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“, das die Deutsche Bischofskonferenz aus Anlass des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren veranstaltet.

Das Thema bietet die Grundlage für das Motto des Festivals „Gott liebt diese Welt“ und ist Ausgangspunkt für drei Auftragskompositionen für Knaben-, Mädchen- und Jugendchor, die an die Komponisten John Barnard (England, *1948), Camille Kerger (Luxemburg,*1957) und Thomas Jennefeld (Schweden, *1954) vergeben wurden. Die drei Kompositionen werden beim Wandelkonzert uraufgeführt.

Alle Komponisten werden beim Festival auch dabei sein, erklärt Domkapellmeister Thomas Kiefer, der auch Projektleiter für das Festival ist. „Das zeigt mir, dass diese Auftragskompositionen wichtig für sie sind.“ Barnard sei schon lange eng mit den Pueri Cantores verbunden. Mit Kerger habe man einen Komponisten aus der Großregion gewonnen und Jennefeld sei einer der wichtigsten Komponisten der skandinavischen Chorszene. Eine Arbeitsgruppe des Chorverbandes habe Texte ausgewählt und sie den Komponisten als Vorgabe gemacht. So hatte Barnard ein Gebet aus dem Stundenbuch erhalten, Jennefeld eine Passage aus dem Konzilsdokument „Gaudium et spes“ und Kerger verschiedene Stichworte, die er so weiterentwickelt habe, dass er letztlich mit einem Text der Heiligen Hildegard von Bingen arbeitete.

Und so läuft das Wandelkonzert ab: Die drei konzertierenden Chöre treten vier Mal am gleichen Ort auf. Das Publikum, zu dem auch die übrigen Festivalchöre gehören, „wandelt“ in vier Gruppen geteilt von Konzert zu Konzert. Konzert und Wandelzeit betragen jeweils 25 Minuten.

Im Hohen Dom zu Trier konzertiert der Kammerchor der Mädchenkantorei an St. Remigius Borken unter der Leitung von Thomas König. Er führt Kergers „O gloriosissimi“ auf, außerdem „Magnificat“ von Javier Busto, „Ave maris stella“ von Vytautas Miskinis, „Sicut cervus desiderat“ von Nancy Telfer und „Laudate Dominum“ von Colin Mawby. „Wir freuen uns, dass auch ein Chor, der nicht an einem Dom angesiedelt ist, beim Wandelkonzert dabei ist“, sagt Kiefer. Chorleiter König mache seit Jahren eine „super Arbeit“ in der Gemeinde Borken.

Der Kathedraljugenchor Trier unter der Leitung von Projektleiter Kiefer bringt die Liebfrauenbasilika zum Klingen mit der Uraufführung von Jennefelds „Dann erstrahlt…“. Zum weiteren Programm gehören „Cantate Domino“ von Claudio Monteverdi, „Lux aurumque“ von Eric Whitacre, „Seisab valurikas ema“ von Urmas Sisask und „Richte mich, Gott“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

„Herr, du hast die Welt gestaltet“ von John Barnard erklingt zum ersten Mal in der evangelischen Konstantinbasilika und wird vom Paderborner Domchor unter der Leitung von Thomas Berning gesungen. Der Domchor bringt außerdem zu Gehör „Singt dem Herrn“ von Willy Burkhard, „Herr, auf dich traue ich“ von Heinrich Schütz, Kyrie und Sanctus-Benedictus aus der „Missa St. Crucis in G“ von Joseph Gabriel Rheinberger, den Hymnus „Franciae quondam“ von Hubert Göble und „Gott, unser Schöpfer“ von Zsolt Gárdonyi. „Dass wir den Paderborner Domchor gewinnen konnten, freut uns sehr“, erklärt Kiefer. „Er ist sicher einer der besten in ganz Deutschland.“