Donnerstag, 6. April 2017

Ein Zeichen des Lebens

Ökumenischer Kreuzweg zieht durch Neunkirchen

Pfarrerin Britt Goedeking und Diakon Oswald Jenni führen den ökumenischen Kreuzweg "Durchkreuztes Leben" durch die Neunkircher Innenstadt

Neunkirchen – Etwa 120 Menschen sind am 5. April unter den neugierigen Blicken von Passanten und Anwohnern beim ökumenischen Kreuzweg durch Neunkirchen gezogen. Gemeinsam gingen katholische und evangelische Christinnen und Christen durch die Neunkircher Innenstadt. Pfarrerin Britt Goedeking und Diakon Oswald Jenni trugen ein hölzernes Kreuz vor dem Zug weg. Von der evangelischen Christuskirche aus zogen sie singend über den Stummplatz zum neuen Gebäude des Diakonischen Werks am Ende der Bahnhofstraße, weiter durch die Goethestraße, bis hin zur profanierten Kirche Herz-Jesu. Der Kreuzweg endete im dortigen Pfarrheim, wo alle Teilnehmer noch zu einem kleinen Imbiss eingeladen wurden.

An insgesamt vier Stationen machte der Kreuzweg halt. „Wir verbinden den Leidensweg Jesu mit dem Leid der Menschen in der Stadt“, erklärte Dekanatsreferent Klaus Becker, der den Kreuzweg mitorganisiert hat, „so kommen wir zu aktuellen Themen der Menschen.“ Nach der Eröffnung in der Christuskirche ging es zur ersten Station vor dem neuen diakonischen Zentrum, wohin demnächst auch die Wärmestube von Neunkirchen umziehen wird. Die Station wurde gemeinsam von der Caritas und dem diakonischen Werk gestaltet. Bevor die Teilnehmer weiterzogen, zimmerte Klaus Becker zwei kurze Birkenstämme zu einem Kreuz. An jeder Station wurde ein solches Kreuz hinterlassen. „Das Kreuz ist ein Zeichen des Lebens und nicht nur für das Leid“, erklärte Becker.

Die zweite Station lag in der Unterstadt von Neunkirchen, einem sozialen Brennpunkt. Gestaltet wurde diese Station von der Bürgerinitiative „Stammtisch Unterstadt“, deren Vertreter die Probleme in ihrem Viertel ansprachen. „Wenn ich nicht so alt wäre, würde ich hier wegziehen“, brachte eine Frau ihren Unmut auf den Punkt. In den Fürbitten, die sie vortrugen, baten sie um Kraft und Mut für den Einsatz um ihren Stadtteil: „Jesus ist unter der Last des Kreuzes zusammengebrochen, aber er ist wieder aufgestanden und weitergegangen.“

Vor der ehemaligen Herz-Jesu-Kirche, der dritten Station, wurden die Veränderungen im Bistum durch die Synode angesprochen. „Was ist mit dem Leben, das überall keimt, braucht es dafür alte Kirchengemäuer?“, fragte Dekanatsreferent Becker. „Leben kann es überall geben.“ An der letzten Station, in der Krypta unter der Kirche, wurden die vorherigen Stationen noch einmal aufgegriffen und in den Fürbitten zusammengefasst.

Musikalisch begleitet wurde der Kreuzweg von Dekanatskantorin Melina Wack und Saxofonist Maksym Malkov. Bereits zum neunten Mal hat die Fachkonferenz Soziales des Dekanats Neunkirchen, in der unter anderem der Caritasverband Schaumberg-Blies e. V., die Katholische Erwachsenenbildung und die Familienbildungsstätte Neunkirchen e. V. vertreten sind, den Kreuzweg in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen organisiert.

(dh)