Freitag, 3. Juli 2015

Einfach nur gut

3.000 Pueri Cantores feiern bei Chorparty in der Arena

Trier – Als ob es nicht schon heiß genug in Trier wäre, heizen 3.000 Kinder und Jugendliche in der Arena mit Gesang, Tanz und bester Laune zusätzlich ein. Die Chorparty steht auf dem Programm des 7. Deutschen Chorfestivals der Pueri Cantores. Und die verstehen an diesem 2. Juli-Abend ordentlich zu feiern.

„Unsere Kinder waren so müde, dass sie erst gar nicht zur Party wollten“, verrät Sonja Ströler-Beitz lachend und erkennt ihre Schützlinge gar nicht wieder. Denn jetzt, kurz nach 22 Uhr, steht der Kinderchor der Chorakademie Kastellaun geschlossen in den Rängen der Arena, wippt im Takt, schwenkt die Arme und singt lauthals mit den fünf Jungs der A-Capella-Band „Viva Voce“. Von Müdigkeit längst keine Spur mehr, stellt Betreuerin Ströler-Beitz fest. Tochter Jana und ihre Chorfreundinnen sind begeistert von dieser Chorparty. „So eine super-coole Stimmung habe ich noch nicht erlebt!“

Alle Chöre werden einzeln begrüßt

Seit dem Einzug der ersten Chöre in die Arena scheint die Stimmung schon bestens. Gegenseitig begrüßen sich die Kinder und Jugendlichen mit Jubelrufen und tosendem Beifall. Den gibt es auch für den römischen Centurio Tim Olrik Stöneberg, der die Sängerinnen und Sänger in seine Legion zur Verteidigung der Stadt aufnimmt und feierlich die „Spiele zu Ehren des Gottes Apollo“ eröffnet. Bevor es aber richtig losgeht, begrüßt der Trierer Domkapellmeister und Projektleiter Thomas Kiefer die Gäste, darunter besonders Bischof Dr. Stephan Ackermann, die Weihbischöfe Dr. Helmut Dieser und Jörg Michael Peters sowie Generalvikar Dr. Georg Bätzing, die es offensichtlich genießen, diesen Abend mit den jungen Sängerinnen und Sängern aus ganz Deutschland zu feiern.

Von wo genau die Chöre nach Trier angereist sind, wird bei der Einzelbegrüßung durch Judith Franken vom Mädchenchor am Trierer Dom deutlich. Die weiteste Strecke zeigt die Karte für den Kinderchor Schirgiswalde an, der einen kräftigen Sonderbeifall bekommt. Wer nun meint, bei Nennung von 100 Chören würde der Applaus mit der Zeit sicher nachlassen, kennt die Pueri Cantores nicht. Die klatschen und jubeln, was das Zeug hält - bis zum allerletzten Chor.

„Das ist so super hier!“, sagen Jan, Carl, Felix und Jakob mit strahlenden Augen und kommen aus dem Schwärmen über das tolle Chorfestival nicht heraus. Für die Jungs vom Kölner Domchor ist der erste Tag des Pueri Cantores-Festes „nur gut“ gewesen. Besonders die beiden Auftritte mit den Würzburger Singknaben beim Friedensgebet und dem Begegnungskonzert haben sie genossen. „Da haben wir alte Freunde wieder getroffen und neue Freundschaften geknüpft. Genau das ist ja auch der Sinn von Pueri Cantores“, erklärt Felix.

Wasser ist begehrt

Obwohl auch Leonie, Pia und Ida vom Kinder- und Jugendchor Sögel im Emsland ganz begeistert vom bisherigen Programm sind, denken sie etwas traurig an eine Freundin, die wegen Kreislaufproblemen bei der großen Hitze nicht dabei sein kann. „Wir haben uns Wasserspritzen gekauft. Damit wird es etwas kühler“, meinen die Mädchen und bekommen gerade eine kalte Brise von hinten über.

Mittlerweile ist die schwedische Chorleiter-Legende Robert Sund auf die Bühne gekommen, der mit dem Kathedraljugendchor des Trierer Domes ein offenes Singen gestaltet und die Arena mit 3.000 Stimmen zum Klingen bringt. Danach ist erstmal eine kurze Pause angesagt – und die Helferinnen und Helfer vom Besucherdienst des Bistums Trier rund um Organisator Wolfgang Meyer werden stürmisch begrüßt, als sie mit einer Wagenladung voller Sprudelkisten direkt in die Halle durchstarten.

„Die Organisation hier ist fantastisch, unübertroffen“, lobt der ehemalige Trierer Domkapellmeister Stephan Rommelspacher die ehrenamtlichen Helfer. Mit dem Jugendchor der Propsteigemeinde Leipzig ist Rommelspacher an seine alte Wirkungsstätte gekommen. „Trier ist zwar klein, dafür aber fein und wunderbar überschaubar“, schwärmen Hannah, Rebecca, Miriam, Agnes und Teresa. Sie genießen es vor allem, in den kühlen Kirchen zu singen und „jetzt bei der Party mit allen anderen Chören zusammen zu sein, zu singen und zu feiern“.

Party-Stimmung mit "Viva Voce"

Party-Stimmung pur erlebt auch „Viva Voce“. David, Jörg, Mateusz, Bastian und Heiko kennen sich seit ihren Kinderchor-Tagen und haben sich zur A-Capella-Band zusammengefunden. Rund eine Stunde lang fegen die Fünf über die Bühne, rocken und verzaubern ihr entzücktes Publikum und lassen Hitze und Müdigkeit endgültig vergessen. „Wahnsinn! Die Stimmung hier ist wie das Wetter: kochend!“, kommentiert der tropfnasse, im Akkord Autogramme schreibende Bastian nach der Super-Show in Richtung der euphorischen, glücklichen und immer noch singenden Pueri-Cantores-Party-Gäste.

Fotos aus der Arena und vom ganzen Tag sind hier zu finden.