Donnerstag, 14. April 2016

„Es gibt Kraft und ist eine Freude“

Das Ehepaar Birnstock aus Boppard hilft bei den Heilig-Rock-Tagen

Trier/Boppard – 11.15 Uhr:Teambesprechung im Romanischen Saal neben dem Trierer Dom: Jeden Tag erhalten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer eine neue Position. Ihre Hauptaufgaben: Schauen, dass alles rund läuft, Auskunft geben, helfen, wo Hilfe gebraucht wird, damit sich alle wohlfühlen. Familie Birnstock wird aufgerufen. Theresia (72) Birnstock übernimmt heute den Dienst am Fürbitteort – ihr Mann Gerhard (75) steht am Eingang der Heilig-Rock-Kapelle. Der rüstige Rentner mit roter Krawatte und feinem Pullover greift sich zwei gelbe Warnwesten, reicht eine seiner Frau. Theresia, mit weißer Bluse, rotem Seidenhalstuch und schwarzen Pumps ebenfalls schick gekleidet, richtet den Heilig-Rock-Anstecker ihres Mannes. Dann trennen sich ihre Wege. Und los geht es. Der Dienst beginnt.  

Das Ehepaar aus Boppard engagiert sich während der Heilig-Rock-Tage vom 8. bis 17. April beim Besucherdienst im Bistum Trier. Zusammen mit rund 200 ehrenamtlichen Helfern sind sie in und um den Dom im Einsatz und übernachten während der Zeit auch in Trier. Seit sechs Jahren sind sie dabei. „Das tut uns gut“, sagt Gerhard Birnstock. Fit wie ein Turnschuh sei er, sagt seine Frau. Vor sechs Wochen noch ist er in Tokio einen Marathon gelaufen, ist Europameister und mehrfacher deutscher Meister im Gehen – und Malermeister in Rente. Die Action an den Heilig-Rock-Tagen ist da genau das Richtige für den durchtrainierten Mittsiebziger. „Er nimmt aus dem Sport die Kraft“, sagt die gelernte Buchhalterin. Er ergänzt: „Das hier gibt mir Kraft und es ist eine Freude, helfen zu dürfen.“

Diese Freude ist ihm in seinem Dienst vor der Heilig-Rock-Kapelle anzumerken. Am Kita-Tag ist der Andrang besonders groß, eine lange Schlange hat sich gebildet. Die Kapelle sei an den Heilig-Rock-Tagen wie ein Bienenkorb. Doch Gerhard Birnstock lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und regelt den Verkehr. „Dürfen wir jetzt rein?“, fragt eines der kleinen Kinder und schaut ihn mit großen Augen an. Ein kurzer Blick in die Kapelle, wieder raus. „Moment, Gegenverkehr – jetzt kommt rein“, sagt er und winkt die Kinder herbei. „Die strahlenden Augen der Kinder zu sehen – das motiviert“, sagt er und lächelt herzlich.  

Seine Frau ist derweil am Fürbitteort auf dem Domfreihof aktiv und verteilt Bändchen und Stifte an die Besucher, die ihre Wünsche und Bitten aufschreiben. „Es macht großen Spaß mit den Menschen zu sprechen und die Gemeinschaft zu erleben“, sagt Theresia Birnstock. Kinder scharen sich um sie. Sie halten sich bei dem regnerischen Wetter lieber im Kulturzelt auf. „Lieber Gott, lass es doch heller werden für die armen Kinder“, betet sie. Gott und Kirche spielen in ihrem Leben eine wichtige Rolle. Sie hilft in ihrer Heimat Boppard bei der Seniorenbegegnung und bei der Caritassammlung. Auch das Angebot bei den Heilig-Rock-Tagen nutze sie ausgiebig. „Das offene Singen ist einfach herrlich“, sagt sie. Da geht sie gerne mit ihrem Mann Gerhard hin. „Wir machen immer alles zusammen“, fügt er hinzu.

Um 15.15 Uhr ist Feierabend für die beiden. Dann fahren sie ausnahmsweise während der Heilig-Rock-Tage ins 140 Kilometer entfernte Boppard. Ihr Enkel aus Amerika ist da. „Er war traurig, dass wir wieder nicht an seinem Geburtstag da sind – jetzt überraschen wir ihn“, sagen sie. Die Rückfahrt ist schon für den Abend geplant. „Wie gehen glücklich dorthin und kommen glücklich wieder zurück.“

Informationen rund um den Besucherdienst sind unter www.bistum-trier.de/bereich-kommunikation-und-medien/bistumsveranstaltungen/besucherdienst zu finden. Bis zum 17. April lädt das Bistum zu Gottesdienst und Gebet, Kultur, Austausch und Begegnung ein. Das gesamte Programm der Heilig-Rock-Tage gibt es unter www.heilig-rock-tage.de

 

Im O-Ton: Die strahlenden Kinderaugen...