Freitag, 22. November 2013

Evolution und Schöpfungsgeschichte im Dialog

Bei der KEB Westeifel trifft zum zweiten Mal Theologie auf Naturwissenschaft

Der Theologe Dr. Bernhard Lehnart (rechts) veranschaulichte in einem Lichtbildervortrag die biblischen und einige außerbiblischen Schöpfungserzählungen.

Rittersdorf – Der Frage, was uns die Evolution und die Schöpfungsgeschichte über die Menschwerdung sagen können, ist ein Gesprächsabend am 20. November auf der Burg Rittersdorf in der Eifel nachgegangen. Der von der Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Westeifel in Kooperation mit dem Themenschwerpunkt Schöpfung in der KEB im Bistum Trier organisierte Vortragsabend war die zweite Veranstaltung in der Reihe „Theologie trifft Naturwissenschaft“.

Der Biologe Dr. Detlef Müller-Greis aus Konz ermöglichte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem Kurzreferat zunächst einen Überblick über die Evolutionsbiologie mit ihrem Grundlagenwerk „Über die Entstehung der Arten“ von Charles Darwin aus dem Jahr 1859. Der Bad Kreuznacher Theologe Dr. Bernhard Lehnart beleuchtete anschließend das wechselvolle Verhältnis der Kirche zur Darwinschen Evolutionstheorie bis zu deren offizieller Anerkennung durch Papst Johannes Paul II im Jahr 1996. In seinem zweiten Vortragsteil beleuchtete er dann die beiden biblischen Schöpfungserzählungen im Buch Genesis und betonte, was sie mit den Schöpfungsmythen aller anderer Religionen verbindet: „Erzählungen vom Anfang der Welt dienen in allen Religionen der Orientierung des Menschen sowie seiner Einordnung in eine vorfindliche Situation und deren Deutung.“

In der anschließenden Diskussion bescheinigte der Biologe Müller-Greis den biblischen Schöpfungserzählungen anerkennend, „dass sie in einfachen Worten unser Dasein auf gute Weise schildern und es damit für Kinder gut nachvollziehbar machen“. Aber sie müssten doch, so der Theologe Lehnart, stets von naturwissenschaftlichen Aussagen getrennt werden. „Die Wahrheiten der biblischen Texte sind nämlich andere: Gott ist der Welt zugewandt, er hat dem Menschen ein verantwortliches Handeln zugesprochen und ihm ein seine Lebenswelt gegeben.“ Was bliebe sei das „Bemühen um einen Dialog mit den verschiedenen Wissenschaften, um eine Zusammenschau zu wagen.“

Ein Teilnehmer aus Echtershausen brachte die Frage nach Schöpfungsanfang und Schöpfungsende in die Fragerunde. „Da sind das Alpha und das Omega, Anfang und Ende. Wenn die Evolution eine intelligente Überlebensstrategie ist, was ist dann das Ziel? Sind wir die Krone der Schöpfung, oder geht es weiter? Und welche Rolle spielt Gott auf dem Weg zur Vollendung?“ Fragen, die die kurze, von Dekanatsreferent Johannes Eiswirth moderierte Diskussionsrunde nicht mehr ausreichend erörtern konnte. Stattdessen warb der Biologe Müller-Greis abschließend für eine Sicht des Menschen, „der sich als gleichberechtigter Teil eines großen Ganzen versteht. Das führt ihn in zu einem besseren Verständnis der Welt und seinem verantwortlichen Umgang mit ihr.“

Weitere Informationen gibt es bei Barbara Schartz, Hinter dem Dom 6, 54290 Trier, Tel.: 0651-8105-133, E-Mail: schoepfung@bistum-trier.de.