Donnerstag, 7. August 2014

„Frei, frei, frei“

Jonas im Gespräch mit Franziska

Rom – „Zehn, neun, acht, sieben“: An 300 verschiedenen Plätzen in ganz Rom zählen Messdienerinnen und Messdiener am 6. August den Countdown zum Beginn des „Blind Dates“ bei der bundesweiten Romwallfahrt. „Sechs, fünf, vier“: Rund 50 Teilnehmende aus jeweils drei verschiedenen Bistümern treffen hierbei aufeinander. „Drei, zwei, eins“: An einer kleinen Straßenkreuzung, zwischen Geschäften und Restaurants, treffen Trierer auf Münsteraner und Mainzer. „Frei, frei, frei“: Zuletzt rufen die jungen Leute das Motto der Wallfahrt durch die römischen Straßen.

In den ersten fünf Minuten des Treffens tummeln sich die 150 Leute auf der Via Bocca di Leone auf den gepflasterten Wegen und stellen sich einander vor. Mittendrin der 20-jährige Jonas aus Quierschied/Fischbach. Vielen anderen Messdienern reicht er gut gelaunt die Hand. Die drei Bistümer vermischen sich. Vor der nächsten Aufgabe wieder der Countdown: „Zehn, neun, …“.

Beim anschließenden „Mini-Bingo“ sollen die Messdiener in der Menge jemanden finden, der auf Italienisch bis Zehn zählen kann, der weiß, aus welchem Land der Papst kommt oder ein lateinisches Zitat aus „Asterix“ nennen kann. Jonas geht auf einige junge Leute zu. Sie tauschen ihre Listen aus, tragen sich ein, wo es passt. Eine Reihe oder Spalte mit den Unterschriften zu füllen – das Spielziel des „Mini-Bingos“, spielt für die jungen Leute an diesem Platz keine Rolle. Sie machen die Runde, bis der nächste Countdown beginnt. „Acht, sieben, …“.

Bei einem Interview spricht Jonas mit der 15-jährigen Franziska aus dem Bistum Münster über das Ministranten-Dasein. Weil man immer wieder „neue Leute“ kennen lernt, ist Franziska gerne Messdienerin. Jonas freut sich besonders über gemeinsame Unternehmungen. Er erzählt Franziska von einem besonders lustigen Moment im Gottesdienst, als das Gewand des Pfarrers anbrannte. Dass die Romwallfahrt eine tolle Erfahrung ist, darin sind sich die beiden einig. „Die Stadt zu sehen und kennen zu lernen“, sei toll, sagt Franziska. „Viele nette Leute“ kennen zu lernen und den Papst zu sehen, das ist das Beste an der Wallfahrt für Jonas. „Sechs, fünf,…“.

Ein Gruppenfoto soll geschossen werden. Keine leichte Aufgabe in den engen Straßen. Die jungen Leute drängen sich an die Wand, ihnen gegenüber einige Fotografen, die sie dirigieren: „Ihr seid noch nicht alle drauf, rückt näher zusammen.“ Die vielen Messdiener sind kaum auf ein einzelnes Foto zu bannen. „Vier drei,…“

Die Teilnehmenden wollen einen Kreis bilden. Doch auch das ist schwierig an dieser engen Straßenkreuzung. Die Leute rücken jeweils ein Stück in die Straßen hinein. Als sie sich an den Händen greifen, bildet ihre Menschenkette fast schon ein Kreuz. Ruhe kehrt ein und die Messdiener beten gemeinsam das Vater unser. „Zwei, eins,…“

Nachdem sie gemeinsam den Mottosong der Wallfahrt gesungen haben, stehen die Ministranten noch ein Weilchen beisammen. Sie unterhalten sich, lachen. Nach und nach löst sich die Gruppe auf, verteilt sich in die vier Himmelsrichtungen. „Frei, frei, frei.“ Die bundesweite Messdienerwallfahrt nach Rom dauert noch bis zum 9. August. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.minis-rom.de.