Dienstag, 12. April 2016

„Immer dort, wo wir gebraucht werden“

Helga Hübecker ist eine von rund 200 Helfern bei den Heilig-Rock-Tagen

Trier– Wenn Tische und Bänke bereitstehen, wenn Schilder den richtigen Weg weisen, und wenn bei den Heilig-Rock-Tagen alles rund läuft, dann waren sie im Einsatz: die Helfer aus dem Hintergrund. Helga Hübecker (74) aus Trier-Süd ist Mitglied des ehrenamtlichen Besucherdienstes im Bistum Trier. Insgesamt sind während des Bistumsfestes rund 200 Helferinnen und Helfer engagiert. Hübecker arbeitet im Organisations-Team im Hintergrund. „Wir sind so eine Art Feuerwehr“, erklärt Hübecker. „Immer dort, wo wir gebraucht werden.“ Und das dreizehn Tage am Stück, inklusive Auf- und Abbau – und rund acht bis zehn Stunden am Tag. „Ich mache das sehr gerne“, sagt Hübecker. „Und ich möchte mit meiner Mitarbeit ein Zeichen setzen, um den Glauben auch nach außen zu tragen.“

Ausgerüstet ist die Triererin mit einem Namensschild, „damit wir auch zu erkennen sind“, einem Handy „um immer erreichbar zu sein“, und einen Schlüssel, der einen Schlüsselkasten öffnet. Denn egal ob Dom oder Keller, die Helfer vom Organisationsteam sind überall aktiv. Und nicht nur die. „Einmal habe ich mich kurz mit meinem Mann getroffen“, berichtet Hübecker. Dann sei ein Helfer auf sie zugekommen, der nicht wusste, was er mit den benutzten Weingläsern machen sollte. „Am Ende trugen mein Mann und ich zwei Kisten Gläser zum Spülautomaten.“  Ohnehin unterstützte Hübecker ihr Mann sehr bei ihrem Engagement. „Immer, wenn ich unterwegs bin, dann kümmert er sich um den Haushalt“, sagt Hübecker. Das freue sie sehr. Bereits seit zwölf Jahren ist Hübecker beim Besucherdienst des Bistums. Ein Bekannter habe ihr damals von dem Ehrenamt erzählt. Da hab ich gesagt: „Das könnte ich auch.“ Und es mache ihr Spaß bis heute. „Sonst wäre ich gar nicht erst so lange dabei“, sagt die rüstige Rentnerin ganz selbstverständlich. Nach ihrem Beruf als Bürokauffrau habe sie damals zu sich gesagt: „Ich setze mich jetzt nicht zuhause hin und gucke mir viereckige Augen.“ Sie wollte aktiv sein. Und das ist sie. Neben ihrem Engagement bei Bistumsveranstaltungen ist Hübecker bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) tätig. Außerdem kümmert sich die zierliche Frau gerne um ihre beiden Enkelkinder.

Aufgewachsen ist Hübecker in Kirn an der Nahe. Nachdem sie ihren Mann kennenlernte, mit dem sie mittlerweile schon seit 51 Jahren verheiratet ist, zog sie nach Trier. Besondere Eindrücke hat die Stadt aber schon zuvor bei ihr hinterlassen. 1959 war sie mit 17 Jahren bei der Heilig-Rock-Wallfahrt dabei. „Wir sind mit dem Zug gefahren“, berichtet sie fröhlich. „Das allein war damals schon ein Erlebnis.“ Dann ging es zum Dom und zum Heiligen Rock. „Es war sehr schön.“ Über 57 Jahre später ist der Trierer Dom fast zu einer zweiten Heimat für sie geworden. „Ich gehe hier auch immer gerne zum Gottesdienst.“ Jetzt ist er aber erstmal mit Arbeit verbunden. Arbeit, die Hübecker gerne macht. „Es gibt hier eine so große Gemeinschaft unter den Helfern“, erklärt Hübecker. „Es macht einfach Spaß.“ Und so werden auch weiter Schilder ihren Platz finden, ausreichend Liedzettel im Gottesdienst vorhanden sein, Tische im Zelt und der Cafeteria mit Blümchen dekoriert und Stühle aufgestellt werden, damit die Besucherinnen und Besucher des Bistumsfestes eine gute Zeit haben. Bis zum 17. April lädt das Bistum zu Gottesdienst und Gebet, Kultur, Austausch und Begegnung ein. Das gesamte Programm der Heilig-Rock-Tage gibt es unter www.heilig-rock-tage.de.

Seit 2004 dabei: Helga Hübecker im O-Ton