Montag, 3. April 2017

Jugendkirche MIA: Gedankenexperiment mit Bischof

Mehr als 300 Besucher beim Evensong in Rappweiler

Bischof Ackermann bei seinem ersten Besuch in der Jugendkirche MIA

Rappweiler – Die Jugendkirche MIA hat am Sonntag, dem 2. April, hohen Besuch aus Trier bekommen: Bischof Dr. Stephan Ackermann war zum ersten Mal zu Gast in der Jugendkirche und feierte mit mehr als 300 Gläubigen einen „Evensong“. Gestaltet wurde das Abendlob von Jugendlichen, die Fürbitten, die Lesung und einen Text aus dem Evangelium vortrugen. Die musikalische Begleitung kam vom Chor „Queerbeet“ unter Leitung von Ulli Kreiter.

Die Jugendlichen von MIA hatten den Bischof letztes Jahr auf dem Katholikentag in Leipzig getroffen und persönlich nach Rappweiler eingeladen. „Ich kannte MIA und habe mich sehr über die Einladung gefreut“, sagte Bischof Ackermann zur Begrüßung. „Ich war natürlich neugierig, wie das hier so ist.“

Den Evensong nutzte der Bischof zu einer sehr ungewöhnlichen Predigt. Er wolle ein Gedankenexperiment durchführen, kündigte er an. Im Evangeliumstext ging es um Lazarus, der durch Jesus von den Toten zurückgeholt wurde. Ackermann versetzte sich in seiner Predigt in den toten Lazarus hinein. „Wir als Christen sind überzeugt, dass die Toten nicht tot sind, sondern leben. Ich habe mich gefragt, was Lazarus gedacht und gespürt hat, bevor Jesus kam“, erläuterte der Bischof seine Idee. „Wenn du mich zurückholst ins Leben, werden sie mich fragen: Wie war das?“, ließ er Lazarus sprechen. „Sie werden mich bedrängen und ich muss Interviews geben – aber das will ich nicht.“ Zunächst ging Ackermann auf die Zweifel ein, die Lazarus, bei dem Gedanken wieder lebendig zu sein, möglicherweise hatte. Doch am Ende des Gedankenexperiments ließ er den Mut des Lazarus und sein Bekenntnis zu Jesus gewinnen: „Wenn du mich jetzt herausrufst, Jesus, werde ich ihnen antworten, dann werde ich ihnen sagen, dass ich zu dir stehe.“

Zum Ende des Evensong lobte der Bischof das große Engagement der Jugendkirche und betonte deren Vorbildfunktion im Hinblick auf die Umsetzung der Synode: „MIA ist ein Kirchort wie wir noch mehr haben wollen. Hier zeigt sich die ganze Dynamik der Kirche: Sie geht von der Feier der Messe aus und zieht ihre Kreise. Wenn man sieht, was in dem Programm von MIA steht, dann ist das viel mehr als nur die Messe.“

(dh)