Dienstag, 18. April 2017

Mitmachen und mitwählen

Christliche Arbeitnehmerorganisation ruft zur Teilnahme an Sozialwahl auf

Region – Es ist die größte Wahl in Deutschland nach der Bundestags- und Europawahl, doch trotzdem lag die Wahlbeteiligung bei der Sozialwahl vor sechs Jahren bei nur 30 Prozent. Dabei ist diese Briefwahl am 31. Mai enorm wichtig für die rund 50 Millionen Versicherten der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie Renten- und Unfallversicherung, betont Egbert Ulrich aus dem saarländischen Wadgassen. Er ist Kandidat der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA).

Das Kolpingwerk und die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Trier rufen Christinnen und Christen dazu auf, sich an der Sozialwahl 2017 zu beteiligen und dabei die ACA zu unterstützen. Die Kandidatinnen und Kandidaten wollen konkret Einfluss auf die Arbeit der Versicherungsanstalten nehmen, Vorstände kontrollieren und vieles mehr – immer im Hinblick auf die Grundsätze christlicher Sozialethik. Dies alles ist nur gewährleistet, wenn sich Wählerinnen und Wähler bei den Sozialwahlen beteiligen, damit die versichertenorientierte Selbstverwaltung der gesetzlichen Krankenkassen und Rentenversicherungen auch eine Zukunft hat und demokratisch legitimiert ist.

„Die Sozialwahl ist seit mehreren Jahrzehnten bewährtes Modell des Interessenausgleichs. Sie trägt damit zur Leistungsfähigkeit der deutschen Sozialversicherung und zum sozialen Frieden bei“, erklärt Martin Plail, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland Pfalz der ACA.

„Da ich selbst ja auch Beitragszahler bin, möchte ich ebenso wie alle Versicherten, dass mein Geld, welches in Form des Beitrages an die Krankenkasse gezahlt wird, gut verwendet wird“, erklärt die ACA-Kandidatin für die IKK Südwest Silvia Berger aus Mendig ihre Motivation zur Kandidatur. „Es gilt das Prinzip: Wer Beiträge einzahlt oder eingezahlt hat, bestimmt mit“, verdeutlicht Richard Feichtner. Der Trierer tritt für die ACA in der Rentenversicherung Rheinland-Pfalz an.

In Widerspruchsausschüssen sind Vertreter von KAB und Kolpingwerk darum bemüht, im Sinne der Versicherten abgelehnte Anträge für Kuren, Medikamente oder Pflegestufen nachzukontrollieren und so sicherzustellen, dass Versicherte gemäß dem gesetzlichen Auftrag behandelt werden. „Wenn es um Fragen von Gesundheit und Rentenversicherung geht, kann ich mit meiner langjährigen Erfahrung und Sachkenntnis z. B.  im Widerspruchsverfahren bei der Rentenversicherung einiges bewirken. Das darf man nicht allein der hauptberuflichen Verwaltung überlassen“, ist sich Feichtner sicher.

„Ich kann durch meine Mitarbeit im Widerspruchsausschuss den Versicherten zur Seite stehen, wenn diese sich von der Krankenkasse ungerecht behandelt fühlen. Sei es bei Gewährung von  Hilfsmitteln wie z.B. Hörgeräten oder Einstufung in einen Pflegegrad – um nur einige zu nennen“, erläutert Silvia Berger ihre Arbeit im Ausschuss.

Auch der Katholikenrat unterstützt den Aufruf der KAB und des Kolpingwerkes der Diözese Trier zur Sozialwahl: „Wenn es darum geht, Menschen konkret zu helfen, sollte die Kirche nicht abseits stehen.“

Sechs Jahre lang bestimmen die gewählten Vertreterinnen und Vertreter in der Selbstverwaltung – politisch unabhängig und ehrenamtlich – im Sinne der Versicherten bei allen wichtigen Entscheidungen mit. Friedenswahlen haben u.a. bei der AOK, IKK Südwest und der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz stattgefunden. Daher erhalten Versicherte dieser Einrichtungen keine Wahlunterlagen.

Weitere Infos gibt es auf www.aca-online.de oder www.sozialwahl.de