Montag, 6. März 2017

Mut zur Veränderung

Fastenhirtenbrief: Bischof Ackermann bittet um Begleitung der Synodenumsetzung

Bischof Dr. Stephan Ackermann

Trier – „Zukunft hat nur, wer wachsen will. Damit aber in unserem Leben etwas wachsen kann, braucht es Kreativität, braucht es den Mut, Neues auszuprobieren und die Geduld, Neues auch wachsen zu lassen.“ Das schreibt Bischof Dr. Stephan Ackermann im Fastenhirtenbrief 2017 mit dem Titel „Mut zur Veränderung“. Er bezieht sich dabei auf die Umsetzung der Beschlüsse der Diözesansynode. Der „Hirtenbrief zur österlichen Bußzeit“ wurde in den Gottesdiensten am 1. Fastensonntag (5. März) und den Vorabendmessen im Bistum Trier verlesen.

Er hege für „unser altes und traditionsreiches Bistum“ am Beginn der Fastenzeit die Hoffnung, mit Gottes Hilfe zu neuer Lebendigkeit zu kommen, schreibt Ackermann. „Die Synode war dazu ein erster, wesentlicher Schritt. Sie zeigt uns, wie unsere Antwort auf den Umkehrruf Jesu konkret aussehen kann.“ Er kündigte an, dass im Laufe der Fastenzeit bekannt gemacht werde, wie die Pfarreienlandschaft des Bistums künftig aussehen könne. Auch wer sich mit den bevorstehenden Entwicklungen schwertue, spüre, dass man ihnen nicht ausweichen könne. „Es gilt, sie vom Glauben her anzunehmen.“ Dazu sei die Fastenzeit eine gute Zeit, denn sie lade „persönlich und gemeinschaftlich zu einer kritischen Selbstüberprüfung“ ein.

Der Bischof dankt in dem Hirtenbrief allen, die durch ihre Verbundenheit, ihr Engagement, durch Gebet und Zeugnis dem christlichen Leben in den Gemeinden ein Gesicht geben. Schon in den vergangenen Jahren seien den Gemeinden „spürbare und zum Teil schmerzliche Veränderungen zugemutet worden“. Denen, die den Weg der Veränderung aktiv mitgegangen sind, dankt Ackermann ebenfalls. Er bittet die Gläubigen, die Verwirklichung der Synodenbeschlüsse mit Offenheit und Sympathie zu begleiten und mitzugestalten.

In seinem Hirtenbrief schlägt Ackermann den Bogen zur Misereor-Fastenaktion, die in diesem Jahr in Trier eröffnet wurde. Das Aktionsplakat zeigt ein Mädchen aus Burkina Faso, das seine Sonnenbrille verkehrt herum aufgesetzt hat. Bei einem Besuch im Partnerland der Fastenaktion habe er das Mädchen Balkissa kennenlernen können und dabei festgestellt, dass sie das Spiel mit den verschiedenen Perspektiven offenbar mag. „Das Misereor-Plakat nimmt dieses Spiel als Symbol. Es will uns anregen, dass auch wir nicht in den immer gleichen Sichtweisen bleiben, sondern unsere Perspektive wechseln, um eine neue Sicht auf die Wirklichkeit einzunehmen.“ Das heiße mit Blick auf das Bistum, sich auf die neuen Perspektiven der Synode einzulassen, um nicht nur die Probleme zu sehen, sondern das vielfältige Engagement und die Ideen in den Blick zu bekommen, die es gebe. „Die Fastenzeit ist dazu eine besondere Gelegenheit. Denn sie ist Ermahnung und Gnade, Aufruf und Geschenk zugleich.“

 (JR)

Der Hirtenbrief im Wortlaut zum Nachlesen.