Bistum Trier
Mittwoch, 1. Februar 2017

Neue Qualität für Ehe- und Familienpastoral

Bischof Ackermann zum Wort der deutschen Bischöfe zu Amoris Laetitia

Trier – „Wozu wollen wir Kirche sein, das haben wir in unserer Synode gefragt. Amoris Laetitia gibt uns eine Antwort darauf: Wir wollen mit den Eheleuten und Familien unterwegs sein, auf ihren jeweiligen Lebenswegen.“ So hat Bischof Dr. Stephan Ackermann das Wort der deutschen Bischöfe zum nachsynodalen Schreiben Amoris Laetitia von Papst Franziskus kommentiert, das am 1. Februar veröffentlich worden ist. „Wir Bischöfe haben uns intensiv mit Amoris Laetitia befasst und wollen das Schreiben nun in das Leben unserer Diözesen hinein übersetzen und konkretisieren“, sagte Ackermann am 1. Februar in Trier. Für die weitere Auseinandersetzung mit Amoris Laetitia sehen die Bischöfe vier Schwerpunkte: die Ehevorbereitung, die Ehebegleitung, die Stärkung der Familie als Lernort des Glaubens und den Umgang mit Zerbrechlichkeit.

Der Bischof betonte, allein mit der Lektüre des Papst-Schreibens oder des Bischofswortes sei es nicht getan: „Wir machen uns hier gemeinsam auf einen Weg. Wir wollen der Ehe- und Familienpastoral zu einer neuen Qualität verhelfen.“ Das Bistum Trier könne hier schon auf ein reichhaltiges Angebot und viele Kompetenzen, etwa in den Familienbildungsstätten oder den Lebensberatungsstellen, zurückgreifen. Dennoch brauche es für eine erneuerte Ehe- und Familienpastoral auch Fortbildungen für die Priester und alle in der Seelsorge tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerade im Bistum Trier lasse sich dabei sehr gut an die Beschlüsse der Diözesansynode anknüpfen, die sich ebenfalls mit der vielfältigen Lebenswirklichkeit von Familien auseinandergesetzt hat.

Die Stellungnahme der Bischöfe befasst sich auch mit der möglichen Zulassung von geschiedenen-wiederverheirateten Menschen zu den Sakramenten. Hier habe Papst Franziskus mit den Aspekten begleiten – unterscheiden – eingliedern Leitbegriffe herausgestellt, die eine Richtschnur in dieser Frage geben: „Die Unauflöslichkeit der Ehe gehört zum unverzichtbaren Glaubensgut der Kirche. Amoris Laetitia lässt daran ebenso wenig Zweifel wie an der Notwendigkeit eines differenzierenden Blickes auf die jeweiligen Lebenssituationen der Menschen“, zitierte Ackermann aus dem Bischofsschreiben. Deshalb gebe Amoris Laetitia keine allgemein gültige Regelung aus und sehe keinen Automatismus vor in Richtung einer generellen Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten. „Amoris Laetitia spricht von sehr differenzierten Betrachtungen der jeweiligen Situationen; von Wegen, die geschieden-Wiederverheiratete begleitet von Seelsorgerinnen und Seelsorgern gehen können. Das fordert ein hohes Maß an Verantwortlichkeit, und am Ende des Weges kann die Entscheidung stehen, die Sakramente der Versöhnung und der Eucharistie zu empfangen.“ Ackermann sieht hier in besonderem Maße das Gewissen aller Beteiligten gefragt. Den Priestern sowie den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pastoral sollen hierzu Hilfen und Kriterien an die Hand gegeben werden.

Das Schreiben der deutschen Bischöfe sowie das nachsynodale Schreiben Amoris Laetitia von Papst Franziskus sind unter www.dbk.de auf der Homepage der Deutschen Bischofskonferenz zu finden.                        (JR)