Bistum Trier
Dienstag, 16. September 2014

Neue Sichtweisen auf das Leben

Die Jugendlichen der ersten Trierer Schulpartnerschaftsreise mit ihren Begleitern beim Vorbereitungswochenende im Hermann-Münzel-Haus in Rascheid.

Trier/Simmern/Wadern – 20 Jugendliche aus drei Schulen aus dem Bistum Trier werden ab dem 18. Oktober für drei Wochen nach Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier, reisen. Neu an dieser Form der Jugendbegegnung ist, dass sie auf Partnerschaften zwischen Schulen im Bistum Trier und in ihrem Partnerland Bolivien basiert. Damit sei diese Reise mit Schülern ein Pilotprojekt, sagt Esther Henning von der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier, die die Jugendbegegnungsreise gemeinsam mit dem Netzwerk Partnerschaft und Schule organisiert. Durch die Begegnung mit Gleichaltrigen im Partnerland sollen die Jugendlichen die Bolivienpartnerschaft auf Schulebene konkret gestalten.

„Ich freue mich am meisten auf den Austausch mit den Menschen dort und darauf, neue Kontakte zu knüpfen, die vielleicht über die Fahrt hinaus gehen“, sagt Nora Sobbe vom Trierer Angela-Merici-Gymnasium (AMG) während des zweiten Vorbereitungswochenendes am 13. und 14. September in Rascheid im Hunsrück. „Vielleicht haben deutsche und bolivianische Jugendliche alle im Grunde gemeinsame Wünsche, aber wir haben sicher verschiedene Optionen, die wir verwirklichen können und vielleicht auch verschiedene Chancen“, sagt die 17-Jährige aus Mertesdorf. Als einmalige Chance, das Land, die Menschen und ihre Sichtweisen und die Unterschiede kennenzulernen, sieht auch Sven Breder vom Wirtschaftsgymnasium der Berufsbildenden Schule (BBS) Simmern die Reise nach Bolivien. „Und vielleicht komme ich mit einer anderen Sichtweise wieder nach Hause und schätze bestimmte Dinge, die für mich so selbstverständlich sind, viel mehr wert – zum Beispiel, dass ich ein Auto fahre, mit 24 Jahren noch meine Schule nachmachen kann, aber auch viele Kleinigkeiten.“

Die Schülerinnen und Schüler werden überwiegend in Gastfamilien wohnen und in Potosí, Santa Cruz und Sucre die Schulen besuchen, mit denen sie in den vergangenen Jahren eine Partnerschaft aufgebaut haben. Dort nehmen sie an gemeinsamen sozialen, kulturellen und ökologischen Workcamps teil und werden Zukunftsthemen der globalen Entwicklung miteinander erörtern. Darüber hinaus steht eine gemeinsame Jugendkonferenz in Sucre auf dem Programm, ebenso wie Exkursionen und Stadtbesichtigungen. „Wir werden uns Potosí genauer ansehen, wo es den Bergbau und auch noch die Kinderarbeit gibt. Da möchten wir auch schauen, wo wir helfen können – und das dann auch tun“, benennt Nora Sobbe ein konkretes Ziel für die AMG-Schülerinnen. Außerdem freut sie sich wie alle anderen darauf, das Land und seine Kultur kennenzulernen. So wie auch Joscha Gimmler und Amy Dubois vom Hochwald-Gymnasium Wadern, die beide ein wenig einen „Kulturschock“ befürchten – besonders im Hinblick auf die unterschiedlichen Wohnsituationen von bolivianischen und deutschen Jugendlichen. Ansonsten hat die 16-Jährige aus Konfeld „Respekt vor dem Essen. Ich bin Veganerin, das werde ich wohl auf der Reise nicht fortsetzen können“, ist sich die Schülerin aus Konfeld schon sicher, „aber sonst freue ich mich einfach auf die Reise.“ Das gilt auch für Nils Wilhelm von der BBS Simmern, dessen Vorfreude besonders groß ist auf die Natur und die Landschaft sowie auf „eine Wanderung, die von über 5000 Metern hinunter ins Tal führen wird. Da bekommen wir richtig viel zu sehen“, glaubt der Gymnasiast aus Naunhausen. Er ist sich außerdem sicher, dass er ohne diese Begegnungsreise ein solches Land vermutlich nie zu sehen bekäme. „Es werden einfach Eindrücke fürs ganze Leben sein.“ Weitere Informationen gibt es unter www.weltkirche.bistum-trier.de im Internet.