Bistum Trier
Freitag, 8. April 2016

Pastorales Schreiben eines wirklichen Hirten

Bischof Ackermann würdigt nachsynodales Schreiben „Amoris Laetitia“

Trier – Als „durch und durch pastorales Schreiben“ eines Papstes, der „wirklich Hirte und Brückenbauer der ganzen Welt sein will“, hat Bischof Dr. Stephan Ackermann das nachsynodale apostolische Schreiben „Amoris Laetitia – Über die Liebe in der Familie“ von Papst Franziskus gewürdigt. Der Vatikan hatte das Schreiben im Nachgang zu den beiden Familiensynoden 2014 und 2015 am 8. April veröffentlicht. Im Licht des päpstlichen Schreibens werde deutlich, dass ein kirchenpolitischer Schlagabtausch für die „ebenso kostbare wie zerbrechliche Realität von Ehe und Familie unangemessen ist“.

Papst Franziskus werbe in dem Schreiben für das Ideal des katholischen Eheverständnisses, an dem er ebenso wenig Abstriche mache wie am Anspruch des Evangeliums insgesamt. Zugleich sei es ihm wichtig, die „Bodenhaftung“ zu bewahren, also die „vielfältige und komplexe Realität unserer Welt und vor allem des Lebens in Ehe und Familie in den Blick zu nehmen“.

Zwar finde sich in dem Schreiben kein konkret greifbarer Entwicklungsschritt in Bezug auf die kirchliche Lehre. Dafür werbe Papst Franziskus um Verständnis, etwa wenn er schreibe, dass „nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden müssen“. Auch könnten „in jedem Land besser inkulturierte Lösungen gesucht werden, welche die örtlichen Traditionen und Herausforderungen berücksichtigen“. In diesem Sinne sei "Amoris Laetitia" ein Dokument, das nicht eine Thematik abschließe, sondern „eine Entwicklung eröffnet, ja zu einer Weiterentwicklung des gesamten kirchlichen Lebens ermahnt“, erklärte der Trierer Bischof.

Auch habe es sich der Papst mit „heiklen Fragen nicht leichtgemacht“. So wolle er etwa die Fixierung auf die Frage der Kommunionzulassung Wiederverheiratet-Geschiedener dadurch aufbrechen, dass er ein Augenmerk darauf lege, allen Gläubigen – in welchen Situationen sie sich auch befinden – die konkrete Erfahrung der kirchlichen Gemeinschaft zu ermöglichen.

"Amoris Laetitia" sei nicht dazu angetan, sich zurückzulehnen in der Meinung, dass alles so bleiben kann, wie es ist, betonte Ackermann. Das Schreiben sei geeignet, „eine heilsame Unruhe“ zu stiften, da alles pastorale Handeln der Kirche von der Grundbewegung des guten Hirten Jesus Christus geprägt sein müsse. Der Weg Jesu sei für den Papst „der Weg der Barmherzigkeit und der Eingliederung“. Auch mache der Papst deutlich, dass die kirchliche Lehre nicht „als Knute gegen die Gläubigen“ zu gebrauchen sei.

Ackermann liest aus dem Schreiben „Hausaufgaben“ für die Bischöfe und die ganze kirchliche Gemeinschaft heraus: etwa eine intensive Ehevorbereitung oder die Begleitung gerade junger Ehepaare. Zudem verpflichte "Amoris Laetitia" die Verkünder des Glaubens zu einer größeren Sensibilität in der Sprache. Denn in dem Dokument heißt es, es gehe darum „ein Klima zu schaffen, das davon abhält, im Reden über die heikelsten Themen eine kalte Schreibtisch-Moral zu entfalten, und uns vielmehr in den Zusammenhang einer pastoralen Unterscheidung voll barmherziger Liebe zu versetzen, die immer geneigt ist zu verstehen, zu verzeihen, zu begleiten, zu hoffen und vor allem einzugliedern.“

Links zum Schreiben „Amoris Laetitia“ im Wortlaut und zu weiteren Informationen sind unter www.bistum-trier.de/glaube-spiritualitaet/glauben-leben/amoris-laetitia/ zu finden. Die ersten Eindrücke von Bischof Ackermann im Wortlaut.