Mittwoch, 18. Februar 2015

„Richtung Pädagogik“

Richard Feißt aus Illingen macht ein FSJ im Saarbrücker Theresienheim

Saarbrücken/Illingen – „Richtung Pädagogik“ orientiert sich Richard Feißt. Der 21-Jährige aus Illingen macht derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr im Saarbrücker Theresienheim, einem Zentrum für heilpädagogische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken (cts). Zwei Drittel der Zeit sind jetzt vorbei und Richard Feißt ist nach wie vor froh, sich für das Freiwilligenjahr entschieden zu haben.

Vorher war er „ganz anders unterwegs“. Nach seinem Fachabitur für Wirtschaft an einem Internat für Blinde und Sehbehinderte in Marburg machte der Sportbegeisterte junge Mann zunächst mehrere Monate Praktikum im Sportwaren-Einzelhandel. „Für mich nicht das Richtige“, stellt er heute fest. Deshalb habe er sich neu orientiert: Eben „Richtung Pädagogik“. „Der soziale Bereich hat mich eigentlich schon immer interessiert“, meint er. Um seine Entscheidung für ein geplantes Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaften mit Schwerpunkt Sozialpädagogik zu überprüfen, beschloss er ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen. „Es ist doch ein krasser Schwung von Wirtschaft zur Pädagogik“, lacht er heute. Es ging ihm um das Sammeln von Praxiserfahrungen, um eben dann zu sehen, „ob’s passt“.

Nach fast einem Dreivierteljahr Tätigkeit in einer intensivpädagogischen Wohngruppe des Theresienheimes ist er sich heute ziemlich sicher, das Richtige für sein Leben anzusteuern. „Es macht mir Spaß mit den Kindern und den Kollegen zu arbeiten“, sagt er. Als FSJ’ler ist er zwei Erziehern zugeteilt die mit einer Wohngruppe von sechs Kindern von acht bis 12 Jahren leben. Richard Feißt geht einkaufen, Essen holen, kocht schon mal für abends was, macht Schulbrote, fegt die Wohnung durch, er spielt mit den Kindern in der Freizeit, unterstützt die Erzieher ... „Ich profitiere hier enorm von meinen Erfahrungen im Internat, wo wir auch in einer Wohngruppe lebten und uns organisieren mussten“, schmunzelt der junge Mann.

Neben den alltäglichen Erfahrungen gibt es für ihn auch „Highlights“. Etwa dann, „wenn man mit einem Kind geduldig gearbeitet hat und es danach etwas schafft, was es vorher nicht konnte.“ Das sei ein tolles Gefühl, wenn man dazu beitragen konnte. Sein Studium will er in Marburg aufnehmen, da kennt er sich schon aus und die Universität dort habe viel Erfahrung mit dem Studium von stark sehbehinderten Menschen wie ihm. Außerdem gibt es dort viele Freundinnen und Freunde: „Das passt“.

Richard Feißt hört gerne Musik, „zu jeder Gelegenheit“. Der Fan von Mittelalter-Rock, Punk und Metal ist oft zu Festivals und Konzerten unterwegs. Zu seinen Hobbies zählt er auch Kampfsport und Kampfkunst wie „Wing-Chun-Kung-Fu“. Dazu kommt er derzeit recht wenig. Ist viel Zeit, dann geht er zum Wandern. „Da bin ich frei“, sagt er und meint das Unterwegssein zu Fuß und mit Zelt: „Natürlich koche ich dann auch selbst“. Betreut wird Richard Feißt während seines FSJ von den „Sozialen Lerndiensten“ im Bistum Trier. Hier nimmt er regelmäßig an Seminaren teil, die sich an den Interessen der jungen Leute orientieren. Die kümmern sich auch sonst um einen und ich kann die nur empfehlen“, sagt Richard Feißt.

Wer sich für ein FSJ oder für einen Bundesfreiwilligendienst in Einrichtungen des Bistums Trier entscheidet, sollte sich unbedingt frühzeitig bewerben: Soziale Lerndienste, Dietrichstraße 30a, 54290 Trier (Telefon 0651-993796-302). Informationen unter: www.soziale-lerndienste.de