Mittwoch, 12. April 2017

Salbung gehört zum Christsein

Bischof Ackermann weiht in Chrisammesse die heiligen Öle

Trier – „Der Geist Gottes ist der eigentliche ‚Wirkstoff‘, mit dem wir gesalbt sind.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Chrisammesse am 12. April im Trierer Dom betont. In der Chrisammesse am Mittwoch vor Ostern werden traditionell die heiligen Öle geweiht, die für die Spendung der Sakramente wie Taufe, Krankensalbung oder Priesterweihe eingesetzt werden.

Immer, wenn von Salbung in der Bibel die Rede sei, sei auch die Rede vom Geist Gottes. „Er ist die eigentliche Salbe, nicht ein aus Oliven gewonnenes Öl.“ Das Öl sei ausdrucksstarkes Zeichen für das, worauf es ankomme, sagte Ackermann: „Gottes Geist, sein Wort, seine Botschaft, seine Nähe hält Einzug im Leben eines Menschen. Wie das Öl, das unter die Haut geht und einzieht, zieht Gott in das Leben eines Menschen ein.“ Ackermann erinnerte daran, dass Christus „der Gesalbte“ bedeute. „Auch wir tragen als Christen die Salbung in unserem Namen – Salbung gehört zum Christsein.“

Der Bischof betonte, dass zur Salbung auch die Sendung gehöre: „Wir empfangen Gottes stärkende Nähe für uns, aber nicht nur für uns.“ Denn Öl oder Salben gingen nicht nur unter die Haut, sondern hätten durch ihren guten Geruch auch eine Wirkung nach außen, in die Welt hinein. Daher wäre es „purer Egoismus“, sich die Salbung Gottes geben zu lassen ohne den damit verbundenen Auftrag der Sendung anzunehmen. Ackermann zeichnete das Bild einer Parfümerie: Wenn Cremes und Parfüms dort nur verschlossen gelagert seien, ohne jemals verwendet zu werden, sei das sinnlos. Manchmal sei auch die Kirche so: Viele stünden darin quasi im Regal, seien verschlossen und verstaubten, „weil wir nicht bereit sind, uns zu öffnen, den Glauben zu zeigen und zur Entfaltung kommen zu lassen“. Die Bistumssynode habe auf diese Gefahr reagiert und gefordert, nicht die Frage zu stellen, „wie wir Kirche sein wollen, sondern wozu“.

Ackermann ermutigte die Gottesdienstteilnehmer - darunter die Dechanten des Bistums und rund 150 Ministrantinnen und Ministranten - auch in den kleinen Dingen des Alltags den christlichen Auftrag zu verwirklichen: etwa, indem man einem Menschen in einer schwierigen Situation ein aufmunterndes Wort schenkt; sich gegen eine Ungerechtigkeit einsetzt, von der andere betroffen sind, oder indem man freimütig zu seinem Glauben steht. [Wortlaut der Predigt hier]

Im Anschluss an den Gottesdienst brachten die Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger und haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende die heiligen Öle in ihre Pfarreiengemeinschaften.

Hier ein kurzes Video und Bilder (https://www.facebook.com/bistumtrier/ )

(JR)