Dienstag, 5. Juli 2016

„Signale bis an die Enden des Bistums“

Sehr gut besuchtes Austauschforum in Ochtendung zu den Ergebnissen der Diözesansynode

Ochtendung - Gut 340 Hauptamtliche aus dem Visitationsbezirk Koblenz und darüber hinaus waren am Montag in die Kulturhalle nach Ochtendung gekommen, um über Fragen der Umsetzung der im Mai zu Ende gegangenen Synode zu beraten. In einem einstündigen Vortrag erläuterte Bischof Dr. Ackermann, wie er die Ergebnisse der Synode versteht.

Erwartungsvolle Neugier im „Pantheon“ von Ochtendung, der charakteristischen kuppelartigen Veranstaltungshalle am Ortsrand: Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten, Kita-Leitungen, Vertreter der Schulen, der Caritas, der Erwachsenenbildung, der Familienbildungsstätten, der Jugend und des Generalvikariats sowie der Kirchenmusik waren gekommen, um zu beraten, wie es mit der Umsetzung der Synodenergebnisse weitergeht und was ihre eigene Rolle dabei ist. Weihbischof Jörg Michael Peters begrüßte die Teilnehmer als Multiplikatoren der Synode und drückte den Wunsch aus, sie mögen die Signale der Synode bis an die Enden des Bistums tragen.

Dafür aber ist eine Vergewisserung der Synodenergebnisse notwendig, ein gemeinsamer Informationsstand. Dazu diente dieses Austauschforum, das letzte von dreien, die in den Visitationsbezirken des Bistums stattgefunden hatten: die beiden anderen in Eppelborn und in Trier. Insgesamt haben sich damit rund 1.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums über die Synodenergebnisse ausgetauscht.

Bischof Dr. Ackermann nahm eine Positionsbestimmung vor: „Wir stehen in einer Zwischenphase zwischen dem Ende der Synode und dem Beginn der Umsetzung. Eine Steuerungsgruppe bereitet die Umsetzung vor, die spätestens Anfang des Jahres beginnen soll. Er appellierte an die Teilnehmer, sich in dieser Phase intensiv mit dem Schlussdokument der Synode auseinanderzusetzen. „Es geht da um mehr als um die Zahl von 60 Pfarreien.“

Zentrale Punkte für ihn seien die Perspektivwechsel, die gleichsam die Leitplanken seien, zwischen denen sich das Bistum weiterentwickeln wird: Vom Einzelnen her denken, Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen, Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern und das synodale Prinzip. Auf die Frage in einer Podiumsdiskussion am Nachmittag nach seinem „Lieblingsperspektivwechsel“, nannte Ackermann das synodale Prinzip. „Weil er für mich eine Schule des Vertrauens darstellt“. Gerade dieser Perspektivwechsel stelle eine große spirituelle Erfahrung für ihn während des Synodenprozesses dar und mache ihm Mut für den weiteren Weg.

Die Teilnehmer diskutierten in Kleingruppen nach ihren jeweiligen Berufen sortiert und auch gemischt über ihre Sichtweise auf die Synodenergebnisse und konnten diese dann über die Podiumsdiskussion im so genannten Fishbowl-Format ins Plenum einbringen, bei dem jeder Teilnehmer die Möglichkeit hatte, ins Podium einzusteigen. Wie sie das, was die Synode erarbeitet hat, nun weitergibt, erklärte dabei die ehemalige Synodale Sylvia Groß: „Indem ich meine Arbeit gemäß der Synodenergebnisse versuche zu gestalten, bei dem Einzelnen genau hinhöre, wenn er Anfragen an die Synode hat.“ Dass es ruhig auch noch mehr Anfragen sein könnten, ist ihr Wunsch: „Ich freue mich über jeden, der sich für die Synode interessiert.“ Christian Heckmann, der frühere Synodensekretär, räumte ein, dass er bei manchem auch Angst vor den Synodenergebnissen verspürt. Mit diesen Ängsten müsse offen umgegangen werden. Sylvia Groß drückte in diesem Zusammenhang ihre Hoffnung aus, dass gerade die Hauptamtlichen bei der Synodenumsetzung nicht allein gelassen werden, sondern Unterstützung und Vergewisserung erfahren.