Freitag, 2. Mai 2014

Stühle, Schilder, Schlüssel

Ehrenamtliche Helfer aus Organisationsteam unterstützen Heilig-Rock-Tage

 

Trier – Sie arbeiten im Hintergrund. Als „Maulwurfsarbeit“ bezeichnet es Irmgard Arnold aus Besslich. Wenn Stühle auf ihrem Platz stehen, das richtige Schild auf die dazugehörige Veranstaltung hinweist, wenn die Stoffstreifen für die Fürbitten im Korb liegen und ausreichend Pilgerbücher zum Mitsingen einladen, dann waren sie am Werk: Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die im Organisationsteam zum Gelingen der Heilig-Rock-Tage beitragen. Insgesamt arbeiten rund 220 Männer und Frauen ehrenamtlich beim Bistumsfest. Im Organisationsteam sind es rund 30. Neben Arnold gehören etwa auch Edmund Gietzen aus Brauneberg und Reinhold Mainitz aus Trier dazu.

Es sei die Vielzahl an „Einzelsachen, die das Ganze zum Erfolg machen“, erklärt Mainitz. „Das sieht man von außen gar nicht.“ Und genau das sei es, was ihm an der Arbeit besonders Spaß mache. „Es ist spannend, wenn man zum Dienst kommt, und nicht weiß, was auf einen zukommt“, sagt er. Durchschnittlich sieben Tage arbeiten die drei Ehrenamtlichen bei den Heilig-Rock-Tagen. Und das zehn Stunden am Tag. Das macht pro Person 70 Stunden die Woche. „Manchmal nehmen wir uns aber auch die Zeit, um von den Veranstaltungen ein wenig mitzubekommen“, sagt Gietzen. „Nicht viel, aber eine Kleinigkeit bekommen wir schon mit.“ So habe ihm etwa ein Konzert am Domfreihof besonders gefallen.

Um den Hals von Arnold hängen drei rote Schlüsselbänder. Neben einem Schildchen mit ihrem Namen, das die Teamleiterin als Helferin ausweist, trägt sie verschiedene Türöffner mit sich. Ein elektronischer Schlüssel gibt ihr Zugang zu verschiedenen Räumen und zum Keller im Bischöflichen Generalvikariat. Hier steht viel Material, das sie für ihre Arbeit benötigt. Ein weiterer Schlüssel gibt ihr Zutritt zu Örtlichkeiten im Trierer Dom. Und ein kleiner Schlüssel von nur ein paar Zentimetern, „der ist für den Schlüsselkasten“, erklärt sie. „Da komme ich an noch mehr Schlüssel.“

Seit der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 engagieren sich Gietzen und Mainitz bei den Bistumsveranstaltungen. Damals waren die beiden Rentner im Besucherdienst tätig, halfen zum Beispiel bei der Regelung des Busverkehrs und gaben Pilgern Auskünfte. Danach blieben sie dabei und wechselten zum Organisationsteam. „Ich hatte auch beruflich mit Organisation zu tun“, erklärt Mainitz, der Abteilungsleiter in einer Schule war, „Und ich dachte, da kann ich etwas mit bewirken.“ Arnold ist bereits seit 2008 ehrenamtlich dabei und seit 2009 im Organisationsteam. „Ich habe hier immer etwas zu tun, und die Arbeit ist sehr flexibel“, beschreibt die gelernte Erzieherin. Dann blickt Arnold auf die Uhr. „Ich muss immer die Zeit im Auge haben“, sagt sie, „damit man die Abläufe entsprechend regelt.“ Gleich muss sie wieder in den Dom. Es beginnt ein Gottesdienst. Das „Bitte nicht stören“-Schild soll dafür aufgestellt werden.

Durch ihre Arbeit im Hintergrund bekämen die drei Helfer im Organisationsteam eher wenig Rückmeldung von den Heilig-Rock-Tage-Besuchern. Doch, wenn jemand sagt, „Es ist alles gut gelaufen“, sei das schon eine große Anerkennung, sagt Mainitz. „Ich denke, ein besseres Lob kann man gar nicht ausdrücken.“