Montag, 27. Juni 2016

Vom Auftrag her denken

Geistliche Gemeinschaften sprechen mit Bischof über Umsetzung der Synode

Püttlingen – Was kann der Beitrag der Geistlichen Gemeinschaften bei der Umsetzung der Synodenergebnisse sein? Mit dieser Frage haben sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der 13 im Bistum ansässigen Geistlichen Gemeinschaften am 25. Juni im Geistlichen Zentrum Püttlingen auseinandergesetzt – und dazu auch das Gespräch mit Bischof Dr. Stephan Ackermann gesucht.

Der Bischof betonte, es gehe nun darum, die Ergebnisse der Synode ins Bistum zu tragen. „Es braucht das Gespräch und den Austausch. Für mich bedeutet das auch, unterwegs zu sein.“ Für ihn ist ganz wichtig: So wie die Synode Spaß gemacht habe, „so soll auch die Umsetzung der Synode Freude machen“ – sie soll Perspektive geben und Bestätigung und neue Horizonte eröffnen. Ackermann bat die Gemeinschaften, sich etwa mit der Präambel des Abschlussdokuments oder den Perspektivwechseln zu befassen und vom Auftrag her zu denken: „Wie und wozu wollen wir Kirche sein?“ Ängsten, dass gut funktionierende Angebote abgeschafft würden, trat er entgegen: „Was lebt, wird nicht kaputtgemacht. Aber wir müssen auch ehrlich sehen, wo nur noch Hüllen übrig sind.“

So wie sie schon die Synode im Gebet begleitet hätten, so wollten die Geistlichen Gemeinschaften weiter die Grundlage bereiten, auf der Gottes Geist wirken kann, betonte eine Frau. Es gehe jetzt nicht um Aktionismus, sondern um eine Änderung der Haltung: „Wie begegne ich den anderen? Mit welchem Selbstverständnis?“ formulierte eine Vertreterin die Herausforderung. Die Geistlichen Gemeinschaften seien „lebendige Zellen“ mit vielen Charismen, die nicht um sich selbst kreisen sollen, sondern Lebenssituationen ernstnehmen, auf Augenhöhe mit dem Menschen sind und Zeugnis geben. Noch mehr als bisher verlange die Umsetzung der Synodenergebnisse von den Gemeinschaften, zum „Sauerteig“ zu werden, „erwachsene Christen“ und „mutig“ zu sein, war aus der Runde zu hören. Das unterstützte der Bischof: Man wolle eine „Erlaubniskultur“ schaffen, in der Ideen ausprobiert werden können, und so die „Würde und das Bewusstsein der Getauften stärken“. Er ermutigte dazu, das Denken der Besitzstandswahrung aufzubrechen. Gerade die Geistlichen Gemeinschaften hätten ähnlich wie die Verbände immer schon vor Ort gelebt, aber vernetzt gearbeitet.

Sechs Frauen und Männer aus ihren Reihen hatten die Gemeinschaften in die Synode entsandt. Diese besondere Erfahrung auch andere mit vollziehen zu lassen, sei eine Herausforderung, erklärte Sonja Koch von der Franziskanischen Gemeinschaft OFS. Für sie sei es nicht nur als ehemalige Synodale, sondern als Christin Teil ihrer Aufgaben, die Früchte und Ergebnisse der Synode weiterzutragen.

Die Geistlichen Gemeinschaften kommen dreimal jährlich zu einem Austausch zusammen. Informationen zu den Geistlichen Gemeinschaften sind unter www.gemeinschaften.bistum-trier.de zu finden.