Freitag, 7. April 2017

Zielgerichtet, hartnäckig, geduldig

Bischöfliches Generalvikariat: Direktor Groß in den Ruhestand verabschiedet

Trier – Nach vierzig Jahren im Dienst des Bistums Trier ist Dr. Hermann Josef Groß, Direktor des Strategiebereichs „Personalplanung und Personalentwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat Trier am 5. April in den Ruhestand verabschiedet worden. Bischof Dr. Stephan Ackermann lobte bei der Vesper zu Beginn der Feier den scheidenden Direktor für seine Neugier, auch außerhalb von Kirche nach Konzepten und Lösungen für eine gute Personalarbeit gesucht zu haben, und für sein Eintreten für den besonderen Anspruch des Bistums Trier, ein christlicher Arbeitgeber zu sein, bei dem immer der Mensch im Mittelpunkt der Überlegungen stand.

In seiner Rede zeichnete Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg den Weg von  Groß nach. Geboren 1952 im saarländischen Ort Holz, besuchte Groß das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier. Es folgte von 1971 bis 1979 das Studium der Theologie und Pädagogik an den Universitäten Trier und Freiburg mit den Abschlüssen 1976 als Diplom-Theologe und 1979 als Diplom-Pädagoge. Mit der Einstellung als Referendar und der Aufnahme in den Pastoralkurs begann am 1. Oktober 1977 sein Dienst für das Bistum Trier. Nach dem Studienabschluss arbeitete Groß ab August 1979 als Referent für Personalförderung. 1988 wurde Groß zum Doktor der Theologie promoviert. Weitere berufliche Stationen waren von 1993 an die Leitung der Abteilung „Personalförderung“ und 2006 – im Zuge der Verwaltungsreform – die Ernennung zum Direktor des neuen Strategiebereiches 2 „Personalplanung und Personalentwicklung“. „Es gibt viele Eigenschaft, die ich an Hermann Josef Groß schätze“, betonte von Plettenberg: „seine Zielgerichtetheit, seine Hartnäckigkeit und seine Geduld, mit der er einen Weg zum Ziel sucht - aber auch seine Klarheit in der Sache, die Auseinandersetzungen nicht scheut.“

In die Zeit von Hermann Josef Groß im Bistum Trier fiel unter anderem die Einführung des Mitarbeitergesprächs. „Wir waren 1998 das erste Bistum, das dieses Werkzeug eingeführt hat. Es war der Schlüssel, um die Personalentwicklung zum strategischen Partner der Bistumsleitung zu machen“, erklärte Groß. Zudem wurde unter seiner Regie die systematische Einführung von Home-Office-Regelungen vorangetrieben. „Auch da waren wir bundesweit die Ersten im kirchlichen Raum“, so Groß. Geholfen habe ihm stets der Kontakt zu Personalmanagern im außerkirchlichen Bereich. „Die Erfahrung war und ist: Wir können uns überall sehen lassen, weil wir auf Augenhöhe agieren. Und es gibt sehr interessante Anknüpfungspunkte zu kirchlichen Themen, zu denen wir befragt werden.“ In den fast 40 Jahren in der Personalarbeit habe er auch die Veränderungen in der Belegschaft wahrgenommen. „Damals arbeiteten hier 150 Menschen, heute sind es 470“, betonte Groß. Heute spiegele sich in der Mitarbeiterschaft die Vielfalt der Gesellschaft. „Ich merke aber auch, dass mancher mehr verunsichert ist als früher, weil er heute zunehmend auch kritisch auf die Kirche angesprochen werden kann.“ Wenn man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfe, sich besser in ihrem Glauben und der Kirche als Institution artikulieren zu können, sei vieles gewonnen. „Viele verstummen. Das gefällt mir nicht. Ich denke mir manchmal: Wir können viel kraftvoller auftreten.“

Nachfolgerin von Hermann Josef Groß ist seit dem 1. April die bisher stellvertretende Leiterin des Strategiebereiches, Andrea Gerards.