Für jede "Pfarrei" eine "Kirchengemeinde" – Verwaltungsräte sind gefragt

Vorentscheidung zur Vermögensfrage


Die Vermögensfragen in den Pfarreien der Zukunft

Nach Beratungen in der Bistums-Dechantenkonferenz und im Kirchensteuerrat ist eine Vorentscheidung zur Vermögensfrage in den Pfarreien der Zukunft getroffen: Für jede "Pfarrei der Zukunft" wird eine "Kirchengemeinde" errichtet (zu den Begriffen siehe Info-Kasten). Die gegenwärtigen Kirchengemeinde sowie die Kirchengemeindeverbände werden als Rechtsform der bisherigen Pfarreien durch die mit den Pfarreien der Zukunft zu bildenden Kirchengemeinden abgelöst.

Diskussion über alle Fragen

Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg und die Finanzdirektorin des Bistums, Kirsten Straus haben mit vielen Mitgliedern von Verwaltungsräten und weiteren Interessierten bei acht Informationsveranstaltungen erläutert, warum der Lösungsweg "Eine Pfarrei - eine Kirchengemeinde" bevorzugt wurde; außerdem konnten sie darlegen, welche Schritte sich aus dieser Entscheidung für die Überführung der Vermögen aus den jetzigen Kirchengemeinden in die neu zu gründenden Kirchengemeinden ergeben. Schließlich wurde auch diskutiert, wie künftig die Vermögens-Verantwortung gestaltet wird; dabei geht es etwa um das weitere ehrenamtliche Engagement und die nötigen Unterstützungsstrukturen. 

Eine Dokumentation der Veranstaltungen und ihrer Inhalte soll noch im Oktober 2017 gedruckt und online erscheinen. Wir werden sie hier publizieren.

In den Resonanzveranstaltungen zur Raumgliederung ist eine Frage immer wieder gestellt worden: Was passiert mit dem Vermögen der Pfarreien? Die Bistumsleitung nimmt dieses Anliegen sehr ernst: „Über Jahre haben Menschen das ihnen anvertraute kirchliche Vermögen mit großer Sorgfalt und Umsicht verwaltet, viele auch in schwierigen finanziellen Situationen.“ Die Bistumsleitung hat jetzt eine Vorentscheidung zur Vermögensfrage getroffen: Für jede Pfarrei der Zukunft wird eine Kirchengemeinde errichtet.

Verantwortung vor Ort - Zweckbindungen möglich

Es gehe nicht darum, jetzt einfach alles „in einen Topf zu werfen“, betont Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. „Wir möchten, dass die Verantwortung vor Ort bleibt – in einem guten Zusammenspiel von ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden.“ Auch in den Kirchengemeinden der Pfarrei der Zukunft werde es möglich sein, Zweckbindungen zu setzen, und sich auch finanziell für eine bestimmte Aktion oder ein Gebäude einzusetzen.

Blick auf's Ganze wichtig 

„Gleichzeitig bauen wir darauf, dass sich die Menschen in den Pfarreien der Zukunft als Teil dieser Einheit verstehen und dafür Sorge tragen wollen, dass die Kirchengemeinde insgesamt finanziell so gut aufgestellt ist, dass das kirchliche Leben an ganz vielen Orten und in ganz unterschiedlichen Formen möglich ist.“

  • Eine Pfarrei - eine Kirchengemeinde Switch

    Konkret sieht der Vorschlag vor, die gegenwärtigen Kirchengemeinden sowie die Kirchengemeindeverbände als Rechtsform abzulösen. An ihre Stelle tritt für jede Pfarrei der Zukunft eine Kirchengemeinde. Der Generalvikar erläutert: „Dieser Ansatz folgt den Grundlinien der Synode. So wie wir uns für die Pastoral vorstellen, dass die Menschen in den weiten Räumen netzwerkartig zusammenarbeiten, so möchten wir auch bei den finanziellen Fragen die Menschen vor Ort in der Verantwortung lassen und sie in diesen Fragen unterstützen.“ Von Plettenberg sieht unter anderem zwei Vorteile: Die Pfarrer werden von Verwaltungsaufgaben entlastet. Und von Seiten des Bistums kann die bisherige Verwaltungsunterstützung für eine kleinteilige Struktur durch ein neues System ersetzt werden, das mehr Qualität bei geringeren Kosten ermöglicht.

    Der genaue Weg zu diesem Modell werde jetzt erarbeitet. Es sollen unter anderem Regeln festgelegt werden, nach denen die Vermögensinteressen der gegenwärtigen Kirchengemeinden und der Pfarreien der Zukunft ausbalanciert werden. Auch sollen die gegenwärtigen Kirchengemeinden etwa ‚ihrem‘ Vermögen Herkunft und Bestimmung ein Stück weit mitgeben können.

    Von Plettenberg betont, man habe auch die Möglichkeit geprüft, zunächst lediglich die bestehenden Kirchengemeindeverbände aufzulösen und zu jeder Pfarrei der Zukunft einen neuen zu bilden. Bei diesem Modell wären die bisherigen Kirchengemeinden als Rechtsform erhalten geblieben und hätten erst auf längere Sicht freiwillig oder aus wirtschaftlicher Not nach und nach fusionieren können. „Uns ist bewusst, dass dieser Ansatz auf den ersten Blick vielleicht eine größere Akzeptanz finden würde“, sagt von Plettenberg. „Aber er würde eine konsequente Umsetzung der Synode verhindern. Die Kirchengemeinden (zur Begriffsklärung siehe Infokasten) wären von der Pfarrei der Zukunft abgekoppelt worden. Dauerkonflikte um die Verteilung der Ressourcen würden entstehen; zudem müssten wir zwei Verwaltungssysteme parallel betreiben.“

  • Rückmeldung erwünscht Switch

    Unterstützt wird die Bistumsleitung in ihrem Vorschlag von den Dechanten des Bistums sowie dem Kirchensteuerrat. Generalvikar von Plettenberg und seine MitarbeiterInnen haben in den Veranstaltungen viele Hinweise erhalten  - sie können ggfs. den Ansatz hinsichtlich der Zweckbindung von Vermögensbestandteilen und hinsichtlich der Mitgestaltungsmöglichkeiten von Ehrenamtlichen bei Vermögensfragen noch verändern.

    Am 24. November tagen dann erneut die diözesanen Räte mit der Bistumsleitung zur Raumgliederung und der Vermögensfrage. Im Anschluss daran entscheidet Bischof Dr. Stephan Ackermann.

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