Pro Pfarrei der Zukunft: Eine Kirchengemeinde der Zukunft

Fragen und Einwände an die Bistumsleitung

Strategische Vorentscheidung:

Die Kirchengemeinden werden nach Neugründung der ca. 35 Pfarreien der Zukunft als ebenso viele Kirchengemeinden der Zukunft zusammengeführt.

Hier finden Sie einige Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Vorentscheidung "Eine Pfarrei = eine Kirchengemeinde der Zukunft"

  • Mit welcher Immobilienausstattung werden die Kirchengemeinden der Zukunft starten? Switch

    Die Erarbeitung von Immobilienkonzepten für die jetzigen Kirchengemeinden läuft ja schon seit einer geraumen Zeit. Die Konzepte werden nicht bis zum 1. Januar 2020 realisiert sein; es werden noch nicht alle Kirchengemeindeverbände genau wissen, welche Gebäude sie noch halten können und welche nicht. Die Projekte zum Immobilienkonzept sollen aber so weit fortgeführt werden, dass die Bestandsaufnahme abgeschlossen ist. Alle Immobilien, alle Grundstücke und alle damit verbundenen Lasten, Pflichten, aber auch Rechte werden dann aufgelistet sein. Und dann wird das in die Pfarreien der Zukunft hineingegeben.

    Durch die Pfarreien der Zukunft entstehen neue Umstände, und es ergeben sich andere Per-spektiven oder andere Schwerpunkte. Dann muss dort in Zusammenarbeit mit dem Bistum eine Immobilienplanung stattfinden. Daher kann es jetzt noch keine Aussage über konkrete Immobilien geben.

    Bislang war es ja in aller Regel so: Wenn eine Kirche profaniert werden sollte, also nicht mehr als Gottesdienstraum genutzt werden sollte, ging die Initiative von den Gemeinden aus. Sei es, weil eine große Renovierung angestanden hatte, die nicht finanzierbar war; sei es, dass die Gemeinde festgestellt hatte: „Hier ist jetzt wirklich kein kirchliches Leben mehr.“ oder weil sich der Kirchengemeindeverband auf eine oder zwei Kirchen konzentrierte.

    Das Grundproblem geht mit in die Pfarreien der Zukunft: insgesamt gibt es mehr Gebäude, als nötig und finanzierbar sind. Die Kirchen sind in ihrer Gesamtsumme nicht mehr bezahl-bar. Das Bistum wird nicht alle Kirchengebäude unterstützen können. Da gibt es nichts zu beschönigen. Wichtig ist aber das Ziel: dass überall dort, wo es Kirchen gibt und wo sich lokal Gruppierungen finden und die Kirche gepflegt ist und erhalten werden kann, soll das auch möglich sein. (Kirsten Straus)

  • Wie wird mit dem Vermögen von Fördervereinen umgegangen? Switch

    Es ist zunächst grundsätzlich zu schauen, ob es sich um einen „weltlichen“ Verein oder eine kirchliche Vereinigung handelt. Bei weltlichen Vereinen nach dem Bürgerlichen Recht ist noch weiter zu prüfen, ob sie eingetragener oder nicht eingetragener Verein sind.

    Eingetragene Vereine (eV) besitzen eine volle Rechtsfähigkeit, d. h. sie können als Verein am Rechtsverkehr unbeschränkt teilnehmen. Bei nicht eingetragenen Vereinen handeln und haften die Mitglieder nach weltlichem Recht persönlich.
    Sind kirchliche Vereinigungen einer Kirchengemeinde angegliedert, verwalten sie unter bestimmten Voraussetzungen ihr Vermögen in eigener Verantwortung. Rechtlich gesehen bleibt das Vermögen jedoch der Kirchengemeinde zugeordnet.
    Grundsätzlich ist also ein Förderverein frei darin, zu entscheiden, wie sein Vermögen eingesetzt wird, das er besitzt bzw. verwaltet; und zwar nach Maßgabe seiner Satzung. Wenn sich der Förderverein aus Mitgliedern des Verwaltungsrates zusammensetzt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Interessen konvergieren / übereinstimmen.

    Bestehende Fördervereine müssen wegen der Gründung der Kirchengemeinden der Zukunft nicht aufgelöst werden. Schon gar nicht, wenn sie nach weltlichem Recht bestehen. Es ist aber zu prüfen: Was steht in der Satzung? Was ist der Satzungszweck? Wenn der Satzungszweck sich ausrichtet auf einen bestimmten Rechtsträger, z.B. „Förderung von bestimmten kirchlichen Belangen in der Katholischen Kirchengemeinde St. X“, muss der Verein eventuell diesen Satzungszweck verändern oder erweitern. (Matthias Müller)

  • Und wie sieht es aus mit Kirchbauvereinen? Switch

    Könnte ein Teil des Vermögens einer Kirchengemeinde auf einen Kirchbauverein übertragen werden?

    Es gilt der Grundsatz, dass das Vermögen der Kirchengemeinde erhalten bleiben muss. Der Übertragung von Vermögenswerten auf einen Kirchbauverein nach weltlichem Recht  würde das Bistum nicht zustimmen.

    Aber wenn es einen Kirchbauverein gibt und der eigenes Vermögen hat, dann verbleibt das Vermögen auch bei diesem Kirchbauverein. Der Kirchbauverein ist in der Regel ein Verein nach Bürgerlichem Recht und kann fortgeführt werden, auch wenn die bisherige Kirchengemeinde in die Kirchengemeinde der Zukunft aufgegangen ist und deswegen nicht mehr existiert. Der Verein ist sozusagen rechtlich selbständig. Ggf. braucht es eine Anpassung der Vereinssatzung, soweit diese Bezüge auf eine bestimmte Kirchengemeinde aufweist und diese später in einer Kirchengemeinde der Zukunft aufgeht.

    (siehe auch „Vermögen von Fördervereinen“)
    (Matthias Müller)

  • Warum ein so ambitionierter Zeitplan - Errichtung der Pfarreien der Zukunft 2020 Switch

    Die Pfarreien der Zukunft sollen ja 2020 errichtet werden. Das ist ein ambitionierter Zeitplan.
    Warum dieses Tempo?
    Bezieht der Zeitplan sich auch auf die Kirchengemeinden?
    Welche Etappen gibt es bis dahin?

    Aus pastoraler Sicht gibt es sehr gute Gründe für diesen Zeitplan: Das Ziel, die Pfarreien der Zukunft zum 1. Januar 2020 zu errichten, orientiert sich an den nächsten Pfarrgemeinderatswahlen, die regulär Ende 2019 anstehen. Das Ende der Amtsperiode bietet einen passenden Zeitpunkt für einen solchen Schnitt. Damit setzt das Bistum Trier einen zeitnahen Startpunkt für die diakonische und missionarische Kirchenentwicklung in den Pfarreien der Zukunft. Bis die Inhalte, die damit verbundenen Haltungen und das damit verbundene Kirchenbild innerlich und äußerlich wirken, wird es sicherlich noch eine längere Zeit brauchen.

    Von der Vermögensverwaltung her ist der angestrebte Termin ebenfalls Anfang 2020. Ideal wäre es natürlich, wenn die Schritte, die Kirsten Straus beschrieben hat, bis dahin sauber durchgegangen sind. Das ist der Planungsansatz. Sicherlich wird sich bis dahin nicht alles Vermögen detailliert auflisten lassen. Die Bestandsaufnahme wird Lücken haben. Im Bild gesprochen: wie bei jedem Umzug wird es auch beim Übergang in die Pfarreien der Zukunft einige Kisten mit „Vermischtem“ geben.

    Der Zeitplan ist aber nicht beliebig ausdehnbar.

    Die Kapazitäten der Verwaltungsunterstützung für Kirchengemeinden, die keine intakte Vermögensverwaltungsstruktur aufbieten können – und das werden immer mehr –, sind nahezu aufgebraucht. Die wirtschaftliche Selbstverwaltung vieler Kirchengemeinde ist also gefährdet. Zum anderen erzwingen gesetzliche Rahmenbedingungen enorme Anstrengungen der Kirchengemeinden und der unterstützenden Strukturen. Zu denken ist etwa an das Thema Brandschutz in Gebäuden… Insgesamt braucht es dringend eine Neuorganisation der Verwaltung der Kirchengemeinden einschließlich der Unterstützungsprozesse.

    Die Lage verschärft sich mit Blick auf die notleidenden Kirchengemeinden: Es gibt sehr viele überschuldete Kirchengemeinden, die eigentlich aus eigener Kraft gar keinen Bewegungsspielraum mehr haben. Das heißt, es steht nur begrenzte Zeit zur Verfügung, die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der territorialen Struktur unseres Bistums wieder auf ein gutes Fundament zu stellen.

    Dabei muss der Blick auch auf den Bistumshaushalt gehen: Dort müssen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen gebildet werden, die unabdingbar sind. Weiterhin ist klar, dass die Synodenumsetzung inhaltlich wie strukturell eine große Veränderung bedeutet: sie wird sicherlich viel Unterstützung brauchen, auch finanzielle Unterstützung, damit der Prozess gelingt. Rechnet man das zusammen, wird das Bistum keine großen Reserven mehr haben, bis die neue Praxis etabliert ist.
    Das alles bedeutet: die Gestaltungsspielräume sind jetzt zu nutzen, bevor das Finanzkorsett zu eng wird. Um selbstbestimmt und selbstgestaltet in die Zukunft gehen zu können, müssen wir jetzt handeln. (Gundo Lames)

  • Das wird viel Arbeit - inwiefern erhalten wir vom Bistum da Unterstützung? Switch

    Wenn ich mir das Ganze so anhöre, kommt auf uns da eine horrende Arbeit zu. Jeder Stein muss umgedreht werden, jede einzelne Sache muss neu aufgestellt werden. Inwiefern erhalten wir von Ihnen da Unterstützung?

    Es ist klar, dass die Kirchengemeinden diesen ganzen Prozess alleine nicht hinkriegen werden. Schon auf die Bitte des Bistums an die Kirchengemeinde, eine Inventur zu machen, haben bisher viele Räte mit Unverständnis geantwortet: „Können wir nicht, machen wir nicht, geht nicht.“ Bis heute haben die meisten Kirchengemeinden keine Inventur gemacht. Sie haben das meist als Überforderung abgelehnt.

    Das Bischöfliche Generalvikariat wird da tatkräftig unterstützen müssen. Es sind ja Vermögensbestandteile zu identifizieren und rechtliche Klärungen durchzuführen. Und das wird auch das Generalvikariat nicht aus eigener Kraft leisten können und externe Unterstützung benötigen.

    Beim zweiten Schritt, in dem die Kirchengemeinden ihr Vermögen sortiert (vgl. S. XXX), darf es keine Einmischung geben. Hier kann das Generalvikariat Formate für den Prozess vorschlagen und eine Moderation anbieten. Die Entscheidungen müssen die Räte vor Ort treffen.

    Im dritten Schritt werden dann auch die Teilhaber der Pfarreien der Zukunft über die Ausstattung der neuen Kirchengemeinde beraten. Wenn das Ergebnis für die Pfarrei der Zukunft nicht sofort passt, kann es mehrere Runden braucht, bis alles zusammenläuft. Das Bistum wird sich aber nur einmischen, wenn es eine echte Blockadehaltung gibt; dazu wird es Regeln geben müssen, weil es sonst nicht weiter geht.

    Eins ist jetzt schon ganz klar: ohne entsprechende Unterstützung inhaltlich, arbeitsmäßig und auch kostenmäßig wird das Vorhaben nicht gelingen. (Kirsten Straus)

  • Werden wir noch Priester haben, wenn die Synode umgesetzt ist? Switch

    Was kann man schon über die Zahlen der Priester und des hauptamtlichen Personals in den Pfarreien der Zukunft sagen? Werden wir dann überhaupt noch Priester haben, wenn die Synode umgesetzt ist?

    Die Zahlen der Pastöre oder der Priester und des pastoralen Personals insgesamt sind ja in einer Entwicklung; die hat mit der Synode als solcher zunächst einmal überhaupt nichts zu tun. Diese Entwicklung läuft sowieso; und da können wir ganz klar sagen: die Zahl der Priester geht stark zurück. Wir haben im Moment 300 Priester im aktiven Dienst, in zehn Jahren werden wir nur noch 200 haben und noch mal zehn Jahre weiter nur noch hundert. Und  – völlig egal, ob Synode oder nicht Synode, Umsetzung der Synode oder nicht: mit dieser Entwicklung müssen wir umgehen. Wir werden dieselbe Zahl von Priestern am Tag nach der Umsetzung haben wie am Tag vor der Umsetzung.

    Es wird niemand entlassen. Aber es wird auch nicht mehr Personal geben. Und diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten natürlich auch vor Ort auswirken, das ist ganz klar. Aber jetzt die Angst zu haben, dass die Pfarrei der Zukunft nur noch einen Priester haben würde, das ist natürlich unberechtigt. Wir sind ja froh, dass wir die Priester haben, und das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen pastoralen Berufsgruppen. Es bleiben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord, und sie sind wichtig und notwendig und werden auch nach wie vor in der Seelsorge zur Verfügung stehen. (Markus Nicolay)

  • Wie lässt sich die Arbeit in einem Verwaltungsrat der Zukunft vorstellen? Switch

    Was passiert mit den vielen Aufgaben vor Ort?
    Gibt es für die jetzigen Verwaltungsräte in der Pfarrei der Zukunft noch eine Aufgabe?
    Welches Mandat haben die Leute vor Ort?

    Die Verwaltungsräte der Zukunft werden nicht so arbeiten wie die jetzigen Verwaltungsräte. Der Verwaltungsrat der Gegenwart hat im Prinzip drei Handlungs- und Verantwortungs-Ebenen:

    • Steuerung, d.h. die Haushaltsplanung, Jahresschlussrechnung usw.
    • Bau- und Renovierungsmaßnahmen
    • und nicht zuletzt auch das operative Geschäft. Die Räte kümmern sich um Kirchengebäude, Pfarrhaus und ähnliches.

    Ein Verwaltungsrat der Zukunft wird sich vor allem um die erste Ebene, nämlich um die Jahresrechnung und die Haushaltsaufstellung und damit um die strategische Planung kümmern. Die Fragen „Wer bekommt wie viel?“ und „Wer braucht wie viel an finanzieller Unterstützung in unserer Pfarrei der Zukunft?“ werden seine Themen sein. Er wird sich nicht um Einzelmaßnahmen oder Einzelgebäude im Detail kümmern können. Dafür wird es Zuweisungen, Fördervereine, Budgets oder ähnliches geben.

    Und natürlich werden Menschen vor Ort sagen (müssen): „Ich übernehme dafür die Verantwortung“. Diese Personen bekommen dann vom Leitungsteam oder vom Verwaltungsrat ein Mandat, sich um dieses Gebäude oder diese Aufgabe zu kümmern. Zu dem Mandat gehört dann auch die transparente Offenlegung, wie die Aufgabe ausgeführt wird und wie die Mittel eingesetzt werden.

    Im Synodendokument findet sich der Hinweis auf Gruppierungen. Das kann man beliebig weiten. Gemäß dem Wort Jesu “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, kann sich Kirche vor Ort bilden, können Menschen kirchliches Leben vor Ort gestalten. Natürlich auch mit den Ressourcen, die sie entweder selber erwirtschaften, die sie gespendet bekommen, gegebenenfalls zweckgebunden, oder die sie zugeteilt bekommen mittels eines Budgets von der großen Kirchengemeinde. Und da soll es dann auch Verantwortliche geben, die inhaltlich und finanziell ihre Projekte und Aufgaben verantwortlich gestalten.

    Die Frage ist natürlich Wie kommen diese Menschen dazu? Ob man da, wo zwei oder drei versammelt sind, jeweils noch mal einen kleinen Rat wählt? Vielleicht ist dies zu  kleinteilig. Aber warum soll es da nicht Möglichkeiten geben, die noch auszugestalten wären? Es wäre  etwa auch denkbar, dass eine einzelne Person oder mehrere Personen zusammen sich bereit erklären, eine bestimmte Aufgabe oder ein Projekt zu übernehmen; sie haben einen Rückhalt in ihrer Gemeinde oder bei den Leuten, für die sie einstehen wollen; und dann sagt das Leitungsteam: „Ihr bekommt von uns das Mandat, diese Ressourcen, dieses Geld zu verwalten…“ (Kirsten Straus / Georg Holkenbrink)

  • Wie verwalten kleine Gruppen, Chöre etc, ihr Geld? Switch

    Es ist zum Teil noch so, dass Kirchengemeinden sehr viele unterschiedliche Bankkonten hatten. Das ging zum Teil in die Hunderte. Die Verwaltung der Konten in den Rendanturen ist sehr aufwändig. Zukünftig wird im Rechnungswesen für die einzelnen Gruppierungen das Vermögen mitgeführt werden können. (Vgl. auch die Seiten XXX zu  Rechnungslegung, Compliance und Transparenz.)

    Das heißt: ohne dass ein Cent verloren geht, bei voller Verfügungsgewalt, bei voller Transparenz hat so eine Gruppierung in vollständige Verfügungsmacht über ihr Geld – und zwar dann auch ohne eigenes (Bank-)Konto über die normalen Finanzwege der Pfarrei der Zukunft. (Kirsten Straus)

  • Wird diese Reform anders als die (oft nicht funktionierende) Kommunal-Reform? Switch

    In den Reformen mancher Verbandsgemeinden oder Landkreise wurde versprochen, dass die Verwaltung günstiger wird, wenn die Strukturen größer werden. Oft hat das so nicht funktioniert.
    Haben Sie Hinweise darauf, dass dies bei dieser Reform anders sein wird?

    Die Erfahrungen mit den Verwaltungsreformen der Zivilgemeinden können nicht einfach  auf die Kirche übertragen werden. Natürlich nimmt das Bistum Risikohinweise wahr, die sich aus diesen Reformen ergeben. Aber unsere Kirchenverwaltung hat grundlegend andere Aufgaben. Nicht alles, was eine Zivilgemeinde bedenken muss, spielt bei der Kirche eine Rolle. 

    Bzgl. des Verhältnisses von Verwaltungsgröße und Effizienz lässt sich nicht schlussfolgern, dass Verwaltungen umso schlechter funktionieren, je größer sie sind. Es stimmt umgekehrt: je kleiner eine Verwaltung ist, desto schlechter funktioniert sie. Für die Verwaltung in den Kirchengemeinden und die Unterstützung durch die Rendanturen kann mit Evidenz belegt werden, dass sie zu klein sind. (Kirsten Straus)

Bei den Veranstaltungen und in schriftlichen und telefonischen Mitteilungen wurden häufig ähnliche Fragen gestellt - manche lassen sich schnell beantworten, viele auch nicht sofort. Wir dokumentieren hier, welche Anfragen und Diskussionspunkte die Verantwortlichen in der Bistumsleitung wahrgenommen haben (und weiter wahrnehmen); diese Auflistung zeigt auch: Es wird weiter nachgedacht über diese und ähnliche Fragen - da nimmt das Bistum die vielen Anfragen Einwände Ankündigungen wirklich ernst...

  • Geklagt wird darüber, dass es keine erkennbare Möglichkeit der Mitsprache gegeben hat. Switch

    • Kritik an der Information und
    • Kritik am Entscheidungsprozess, der ohne rechtlich vorgesehene Anhörung Tatsachen schafft
      (am grünen Tisch, ohne Ortskenntnisse)
    • Großes Unverständnis darüber, dass es dem Bistum anscheinend egal ist, wie bislang vor Ort  gearbeitet worden ist. 
    • Es wird vermutet, das Bistum habe schon einen fertigen Plan in der Schublade.
  • Dieses Vorhaben betrifft das bisherige System der Verwaltungsräte mit den vielen engagierten Menschen in den Kirchengemeinden. Switch

    1. Gefragt wird: Wird das Vermögen den Kirchengemeinden entzogen und von den großen Pfarreien der Zukunft vereinnahmt?
    2. Prognostiziert wird: Das Bistum nimmt mit dieser Strukturreform in Kauf, dass viele Ehrenamtliche und viele Gläubige der Kirche den Rücken kehren werden.
    3. Die Sorge wird ausgedrückt, dass in den großen Pfarreien der Zukunft keine Gestaltungsspielräume mehr vor Ort sind - und dass die Verwaltung ohne Ehrenamtliche noch teurer wird.
  • Das Vorhaben ist schlecht durchdacht Switch

    • Um dem Anliegen der neuen Struktur folgen zu können, fehlen Vorstellungen, wie die zukünftigen Verwaltungszentren ausgestattet sind, wie sie arbeiten sollen und was sie kosten. 
    • Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass mit den großen Kirchengemeinden Größenordnungen alleine von der Katholikenzahl her aufgemacht werden, die zwei bis drei kommunale Verbandsgemeinden umfassen würden. Bedeutet das, dass es dann auch  Verwaltungsapparate ähnlich der Verbandsgemeinden geben soll?
    • Es wird bemängelt, dass es offenbar noch keine Vorstellung davon gibt, was vor Ort bleiben wird und welche Substrukturen es geben wird.
  • Darf der Bischof die Kirchengemeinden auflösen? Switch

    • Es wird daran gezweifelt, dass das Bistum Körperschaften des öffentlichen Rechtes „(zwangs-) enteignen“ darf.
    • Einige Verwaltungsräte (manchmal auch Verwaltungsräte und Pfarrgemeinderäte …) erklären, dass sie die vorgesehenen Schritte nicht mitgehen werden. Gedroht wird mit Rücktritt.
    • Gefordert wird, dass sich das Bistum an den rechtsstaatlichen Rahmen halten muss. 
  • (mehr) Emotionale Aussagen Switch

    • Wenn das so kommt, dann machen wir nicht mehr mit.
    • Dem Bistum ist es egal, was vor Ort passiert.
    • Durch das Auflösen der Kirchengemeinden / Pfarreien wird den Menschen die Identität / die Heimat genommen.
Weiteres: