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Erlasse des Bischofs - Montag, 1. Oktober 2007 - Jahrgang: 151 - Artikel: 219

Diözesanbestimmungen über das Amt des Kooperators, des Kaplans und des Subsidiars

1. Abschnitt: Amtsbezeichnung
und allgemeine Umschreibung

§ 1
Vicarius paroecialis
Im Bistum Trier wird der vicarius paroecialis (vgl. can 545, § 1) je nach Aufgabenumschreibung als Ko-operator, Kaplan oder Subsidiar bezeichnet.

§ 2
Kooperator
Der Kooperator ist ein Priester, der in Vollzeit oder in Teilzeit unter der Leitung des Pfarrers bei der Wahrnehmung des pastoralen Dienstes über den Gottesdienst hinaus in einer Pfarrei bzw. Pfarreien-gemeinschaft gemäß Aufgabenbeschreibung mitwirkt. Er soll nach Möglichkeit die Pfarrbefähi- gungsprüfung abgelegt haben.

§ 3
Kaplan
Der Kaplan ist ein Priester in den ersten Dienstjah-ren vor und nach dem Curaexamen. Er soll unter der Leitung des Pfarrers diesem bei der Wahrnehmung des gesamten pastoralen Dienstes in der dem Pfarrer übertragenen Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft helfen.

§ 4
Subsidiar
Der Subsidiar ist ein Priester, der nebenamtlich zu seinem Hauptamt (in der Regel in einem kategorialen Bereich) oder im Ruhestand in der territorialen Seel-
sorge gottesdienstlich mithilft.

§ 5
Verwendung dieser Amtsbezeichnungen in der kategorialen Seelsorge
Die Amtsbezeichnungen Kooperator und Subsidiar können auch im kategorialen Bereich unter Hinweis auf die Personengruppe oder Institution bzw. An-stalt, für die der betreffende Priester zuständig ist, Verwendung finden. Die damit verbundenen Auf-gaben, Befugnisse bzw. Pflichten und Rechte sind entweder in eigenen Diözesanbestimmungen oder in der jeweiligen Aufgabenumschreibung näher festgelegt.
2. Abschnitt: Der Kooperator

§ 6
Ernennung zum Kooperator
(1) Der Bischof ernennt den Kooperator nach An-hörung der Bischöflichen Personalkommission so-wie des betreffenden Pfarrers und des Dechanten.

(2) Wenn der Kooperator zuvor Pfarrer gewesen ist, wird ihm der Titel Pfarrer belassen.

§ 7
Aufgaben des Kooperators
(1) Als Aufgaben eines Kooperators kommen insbesondere in Betracht:

  • die Feier der Eucharistie und anderer Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen sowie an Werktagen,

  • die Spendung der Sakramente und die Mithilfe bei deren pastoraler Vorbereitung und Begleitung,

  • die Wahrnehmung bestimmter Bereiche der Pfarrseelsorge bzw. die Mitarbeit in diesen Bereichen.


(2) Die Aufgaben des Kooperators werden in einer Aufgabenumschreibung festgehalten. Diese wird vom zuständigen Dechanten im Einvernehmen mit dem Pfarrer und dem zu ernennenden Kooperator unter Berücksichtigung der örtlichen pastoralen Er-fordernisse entworfen und vom Bischöflichen Ge-neralvikar festgelegt.

(3) Teilnahme und Mitarbeit des Kooperators in pfarrlichen und überpfarrlichen Dienstbesprech-ungen, Räten und Gremien sind in der Aufgabenum-
schreibung zu regeln und festzuhalten.

§ 8
Traubefugnis des Kooperators
Mit seiner Ernennung erhält der Kooperator in seinem Zuständigkeitsbereich für die Dauer seiner Tä-tigkeit allgemein delegierte Traubefugnis (can. 1111 CIC).

(1) Er kann einem anderen bestimmten Priester oder Diakon die Befugnis für eine bestimmte Trauung weitergeben (can. 137 § 2 CIC).

(2) Zur erlaubten Ausübung wie auch für die Weiter-gabe der Traubefugnis bedarf der Kooperator der zumindest vermuteten Erlaubnis des Pfarrers (can. 1114 CIC).

§ 9
Pflichten und Rechte des Kooperators
(1) Der in Vollzeit eingesetzte Kooperator ist verpflichtet, an den Dekanatskonferenzen, den Pfarr-gemeinderatssitzungen sowie den unter Leitung des Pfarrers stattfindenden Dienstgesprächen der hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter teilzunehmen. Der in Teilzeit eingesetzte Kooperator soll nach Möglichkeit an den Konferen-zen der genannten Gremien und den Dienstgesprä-chen teilnehmen, um das pastorale Handeln innerhalb des Dekanates sowie der Pfarrei bzw. Pfar- reiengemeinschaft abstimmen zu können. Andern-falls müssen Pfarrer und Kooperator sich in geregelten Zeitabständen unmittelbar miteinander abstimmen.

(2) Im Rahmen seines Aufgabenbereichs soll der Ko-operator sich um ein gedeihliches Zusammenwirken mit den übrigen haupt- und nebenamtlichen Mit-arbeiterinnen und Mitarbeitern bemühen.

(3) Der Kooperator kann für den Fall der Abwesen-heit des Pfarrers von diesem mit seiner Vertretung beauftragt werden.
lIn diesem Fall ist der Kooperator nicht zur Appli-kation der Messe für die Pfarrgemeinde verpflichtet (can. 548 § 2 CIC).
lDiese Vertretung bezieht sich nicht auf vermögensrechtliche Angelegenheiten.

(4) Von Rechts wegen hat der Kooperator die Be-
fugnis
lPönitenten, die sich in Todesgefahr befinden, von jedweder Zensur und Sünde gültig und erlaubt zu ab-solvieren (can. 976 CIC);
ljenen das Sakrament der Firmung zu spenden, die sich in Todesgefahr befinden (can. 883 n. 3 CIC);
lin seinem Zuständigkeitsbereich sowohl von der Einhaltung der Eheschließungsform als auch von je-dem öffentlichen und geheimen Hindernis des kirchlichen Rechts zu dispensieren, wenn bei drohender Todesgefahr der Ortsordinarius nicht erreichbar ist; ausgenommen bleibt das Hindernis, das aus der Prie-sterweihe entstanden ist (can. 1079 § 2 CIC).

(5) Der Kooperator soll nach Möglichkeit innerhalb der Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft wohnen.
(6) Nach Maßgabe des Rechts hat der Kooperator Anspruch auf angemessenen Jahresurlaub, einen freien Tag in der Woche, Exerzitien und Fortbil-dungsmaßnahmen.

(7) Die Bezüge des Kooperators werden geregelt nach der jeweils geltenden Priesterbesoldungsord-nung.

(8) Mess-Stipendien und Spenden:

  • Für die Entgegennahme von Mess-Stipendien gilt die Stipendienordnung des Bistums.

  • Spenden, die nicht ausdrücklich für ihn bestimmt sind, hat der Kooperator an die Pfarrei abzuführen (cann. 531 u. 551 CIC).


§ 10
Dauer der Dienstzeit und Versetzbarkeit
des Kooperators
Die Dienstzeit des Kooperators ist in der Regel un-befristet. Sie endet mit der Entpflichtung durch den Diözesanbischof bzw. durch Versetzung in den Ru-hestand nach der für die Priester geltenden Ordnung für den Eintritt in den Ruhestand. Während seiner Dienstzeit kann der Kooperator auf eine andere Stelle versetzt werden.

3. Abschnitt: Der Kaplan

§ 11
Ernennung des Kaplans
Auch wenn der Diözesanbischof den Kaplan frei ernennt, soll er zuvor den für die Priesterausbildung verantwortlichen Regens und die Bischöfliche Perso-nalkommission konsultieren. Wenn er es für angebracht hält, soll er darüber hinaus auch andere hören
(can. 547 CIC).

§ 12
Aufgaben des Kaplans
Für den Dienst des Kaplans ist näherhin die Wahr-nehmung der folgenden Aufgaben vorgesehen:

  • Feier des Gottesdienstes und Spendung der Sakramente,

  • Verkündigungsdienst,

  • Diakonischer Dienst,

  • Schulischer Religionsunterricht und Katechese,

  • Zielgruppenseelsorge (insbesondere Jugendpastoral),

  • Geistliche Begleitung von Einzelnen,

  • Mitarbeit bei Verwaltungsangelegenheiten.

§ 13
Befugnisse des Kaplans
(1) Mit seiner Ernennung werden dem Kaplan Be-fugnisse befristet bis zur Ablegung des Curaexamens übertragen. Diese Befugnisse werden anschließend auf unbestimmte Zeit verlängert (cann. 764 u. 972 CIC). Diesen Befugnissen entsprechend darf er im Bereich des Bistums Trier:

  • das Wort Gottes verkünden (can. 764 CIC),
  • Religionsunterricht erteilen,

  • das Sakrament der Buße jedwedem Gläubigen spenden (cann. 966 u. 969 § 1 CIC).


(2) Zur erlaubten Ausübung der Befugnis, das Wort Gottes zu verkünden, ist das zumindest vermutete Einverständnis des zuständigen Pfarrers oder Kir-chenrektors erforderlich (can. 764 CIC).

(3) Mit der Beichtbefugnis erhält der Kaplan auch die Befugnis, in Verbindung mit der Beichte vom Fasten- und Abstinenzgebot und vom Gebot der Sonntags-heiligung zu befreien. Der Pfarrer kann ihm diese Befugnis auch für den äußeren Rechtsbereich über-tragen (cann. 89 u. 1245 CIC).

(4) Mit seiner Ernennung erhält der Kaplan in seinem Zuständigkeitsbereich für die Dauer seiner Tä-tigkeit allgemein delegierte Traubefugnis (can. 1111 CIC).

  • Er kann einem anderen bestimmten Priester oder Diakon die Befugnis für eine bestimmte Trauung weitergeben (can. 137 § 2 CIC).

  • Zur erlaubten Ausübung wie auch für die Weitergabe der Traubefugnis bedarf der Kaplan der zumindest vermuteten Erlaubnis des Pfarrers (can. 1114 CIC).


(5) Von Rechts wegen hat der Kaplan die Befugnis:
lPönitenten, die sich in Todesgefahr befinden, von jedweder Zensur und Sünde gültig und erlaubt zu absolvieren (can. 976 CIC);
ljenen das Sakrament der Firmung zu spenden, die sich in Todesgefahr befinden (can. 883 n. 3 CIC);
lin seinem Zuständigkeitsbereich sowohl von der Einhaltung der Eheschließungsform als auch von jedwedem öffentlichen und geheimen Hindernis des kirchlichen Rechts zu dispensieren, wenn bei drohender Todesgefahr der Ortsordinarius nicht er-reichbar ist; ausgenommen bleibt das Hindernis, das aus der Priesterweihe entstanden ist (can. 1079 § 2 CIC).

§ 14
Pflichten und Rechte des Kaplans
(1) Der Kaplan ist an die Weisungen des Pfarrers als des verantwortlichen Leiters der Seelsorge gebunden
(can. 545 § 1 CIC).

  • Um ihn in die verschiedenen Bereiche des pastoralen Dienstes einzuführen und um seine pastoralen Tätigkeiten und Erfahrungen zu reflektieren, bedarf es regelmäßiger Gespräche zwischen dem Pfarrer und ihm.

  • Er ist verpflichtet, an den unter Leitung des Pfar-rers stattfindenden Dienstgesprächen der hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilzunehmen, um das pastorale Handeln innerhalb der Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft abstimmen zu können.


(2) Der Kaplan arbeitet nach Maßgabe des Rechts in den Räten, Konferenzen und Gremien der Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft und des Dekanates mit:

  • Er ist amtliches Mitglied des Pfarrgemeinderates.

  • Er nimmt an den Sitzungen des Verwaltungsrates beratend teil.

  • Er ist Mitglied der Dekanatskonferenz.


(3) Der Kaplan soll sich um ein gedeihliches Zusam-menwirken mit den übrigen haupt- wie ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Ebene der Pfarrei bzw. der Pfarreiengemeinschaft und des Dekanats bemühen.

(4) Wenn möglich wohnt der Kaplan auf seiner er-sten Kaplansstelle im Pfarrhaus des Pfarrers in einer abgeschlossenen Wohnung. Er erstattet dem Pfarrer die Versorgungsleistungen, die ihm in dessen Haus-halt gewährt werden, entsprechend der diözesanen Regelung. Erfolgt innerhalb der Kaplanszeit ein Wechsel auf eine andere Stelle, so verfügt er über ei-ne eigene Wohnung mit selbstständigem Haushalt.

(5) Er ist zum ständigen Aufenthalt in seinem Zu-ständigkeitsbereich verpflichtet und darf nur aus rechtmäßigen Gründen abwesend sein.

(6) Der Kaplan vertritt, wenn dies nicht einem Ko-operator vorbehalten wird, den Pfarrer bei Ab-wesenheit (can. 548 § 2 CIC):
lIn diesem Fall ist er nicht zur Applikation der Messe für die Pfarrgemeinde verpflichtet (can. 548 § 2 CIC).
lDie Vertretung bezieht sich nicht auf vermögensrechtliche Angelegenheiten.
(7) Der Kaplan ist verpflichtet, an den vorgesehenen berufsbegleitenden Maßnahmen teilzunehmen und die für das Curaexamen geforderten Leistungen zu erbringen.

(8) Nach Maßgabe des Rechts hat er Anspruch auf angemessenen Jahresurlaub, auf einen freien Tag in der Woche und auf jährliche Exerzitien.

(9) Der Kaplan soll sich einen geistlichen Begleiter wählen.

(10) Der Kaplan hat Anspruch auf Bezüge entsprechend der geltenden Priesterbesoldungsordnung. Wenn er das Curaexamen abgelegt hat, erfolgt eine Höhervergütung entsprechend der Priesterbesol-dungsordnung.

(11) Mess-Stipendien und Spenden:

  • Für die Entgegennahme von Mess-Stipendien durch den Kaplan gilt die Stipendienordnung des Bistums.

  • Spenden, die nicht ausdrücklich für ihn bestimmt sind, hat er an die Pfarrei abzuführen (cann. 531 u. 551 CIC).

§ 15
Dauer der Dienstzeit des Kaplans
(1) Die Dienstzeit des Kaplans beträgt bis zu sechs Jahren. Die Tätigkeit als Kaplan kann auf derselben Stelle oder auf zwei Stellen nacheinander ausgeübt werden.

(2) Im dritten Jahr ist der Kaplan gehalten, das Cura-examen abzulegen. Ausnahmen bedürfen der Ge-nehmigung des Generalvikars.

(3) Die Modalitäten einer Versetzung regelt die Ver-setzungsordnung des Bistums.

4. Abschnitt: Der Subsidiar

§ 16
Bereitschaft zur Mitarbeit in der Pfarrseelsorge
Ein Priester, der hauptamtlich außerpfarrliche Auf-gaben wahrnimmt, soll, soweit es seine Hauptauf-gabe zulässt, grundsätzlich zur Mitarbeit in der Pfarr-seelsorge bereit sein.

§ 17
Ernennung zum Subsidiar
Die Ernennung zum Subsidiar erfolgt durch den Bi-schof nach Anhörung der Personalkommission des Bischöflichen Generalvikariates, des zuständigen Pfarrers und des Dechanten.

§ 18
Aufgabenbeschreibung des Subsidiars
Die regelmäßigen Dienste des Subsidiars werden in einer Aufgabenbeschreibung festgehalten. Diese wird vom zuständigen Dechanten im Einvernehmen mit dem betreffenden Pfarrer und dem zu ernennenden Subsidiar erarbeitet und schriftlich festgehalten. Ein Exemplar der von den Beteiligten unterschriebenen Aufgabenbeschreibung wird dem Priesterre-ferenten für die Personalunterlagen zugeleitet. Er-folgt kein Widerspruch, so gilt die Aufgaben-beschreibung als genehmigt.

§ 19
Finanzielle Regelungen für den Subsidiar
Subsidiare im aktiven Dienst und mit einem vollen Monatsgehalt erhalten keine zusätzliche Vergütung für ihren Subsidiarsdienst. Ruhestandsgeistliche er-halten eine monatliche Zulage zu ihrem Ruhegehalt. Dienstliche Fahrtkosten und andere dienstliche Aus-lagen werden dem Subsidiar nach den geltenden Re-gelungen erstattet.

§ 20
Dauer der Dienstzeit des Subsidiars
Die Dauer der Dienstzeit ist in der Regel unbefristet. Sie endet mit der Entpflichtung.

5. Abschnitt:

§ 21
Schlussbestimmungen
Diese Regelungen treten am 1. Oktober 2007 in Kraft. Gleichzeitig treten außer Kraft die Diözesan-bestimmungen über das Amt des Kaplans, des Vi-kars und des Kooperators vom 15. Januar 2000 (KA 2000 Nr. 35) in der Fassung vom 20. Oktober 2004 (KA 2004 Nr. 244) und die Ausführungsbestim-mungen zu den Diözesanbestimmungen über das Amt des Kaplans, des Vikars und Kooperators vom 18. Februar 2003 (KA 2003 Nr. 47).

Trier, den 14. September 2007

(Siegel)






Bischof von Trier

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