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Verordnungen und Bekanntmachungen - Montag, 1. November 2010 - Jahrgang: 154 - Artikel: 199

Hinweise zu einigen Fragen im Kontext der Segnung oder Weihe von Altären

Da es in der Vergangenheit hinsichtlich einiger As­pekte im Kontext der Segnung oder Weihe von Altä­ren immer wieder Un­klar­heiten gegeben hat, sei hier nochmals auf die geltenden Bestimmungen hingewiesen und die sich daraus ergebenden Konse­quen­zen:

1. „Für die Weihe neuer Altäre im Bistum ist der Bi­schof zuständig, dem die Sorge für die Ortskirche anvertraut ist“ (vgl. Pontifikale IV: Die Weihe des Al­ta­res – Einführung, Nr. 12, S. 130). Planen daher eine Kir­chen­­gemeinde oder sonstige Träger von Kirchen oder Kapellen die Weihe oder Segnung eines Altares, so ist dies frühzeitig (mindestens sechs Monate vor dem gewünschten Termin der Feier) direkt dem Diö­zesan­bischof mitzuteilen. In enger Abstimmung mit der Bauabteilung und dem Bischöflichen Beauftrag­ten für die Reliquien prüft der Bischof, ob der Altar ord­nungsgemäß genehmigt und errichtet worden ist. Erst nach Abschluss dieser Prüfung entscheidet er über die Durchführung der Weihe oder Segnung des Al­tares und bestimmt, wer der Feier vorstehen wird.

2. „Da der Altar vor allem durch die Feier der Eucha­ristie geheiligt wird, ist es selbstverständlich, dass auf einem zu weihenden Altar vor seiner Weihe keine Mes­se gefeiert werden darf. Nötigenfalls wird die Eu­cha­ristie bis zum Tag der Altarweihe auf einem vorü­bergehend aufgestellten Tisch gefeiert. Die Wei­he­messe soll die erste Eucharistiefeier auf dem Altar sein“ (ebd.,Nr. 13, S. 130).

3. Daher werden bereits in Gebrauch befindliche Al­täre, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht konsekriert wurden, nicht nachträglich konsekriert. Sie haben durch die Feier der Eucharistie bereits die höchste Form der Heiligung erfahren (ebd., Nr. 13. 22.24, S. 130 f.).

4. Bei Altären unterscheidet man feststehende Altäre und Tragaltäre (can. 1235 §1 CIC). „Feststehend nennt man einen Altar, wenn er mit dem Boden verbunden ist und deshalb nicht wegbewegt werden kann; ein Tragaltar kann wegbewegt werden“ (ebd., Nr. 6, S. 129). Ein feststehender Altar ist zu weihen (vgl. can. 1237 §1 CIC).
Bei einem Tragaltar wird nur eine Segnung vorgenommen (Vgl. Pontifikale IV: Die Segnung des Altares – Einführung, Nr. 1, S.161).
5. Wird ein in Gebrauch befindlicher geweihter Trag­altar (ara portatilis seu petra sacra: vgl. can. 1197 §1, 2° CIC/1917) in einen feststehenden Altar eingelassen, so braucht dieser nicht neu konsekriert zu werden.

6. In einem feststehenden Altar sollen – soweit möglich – nach altem Brauch Reliquien von Seligen oder Hei­­ligen beigesetzt werden. Diese Reliquien, deren Authentizität vom Bischöflichen Beauftragten für die Reliquien geprüft und in einer Urkunde festgehalten worden ist, sind in einem würdigen, geschlossenen Be­­hältnis „unterhalb der Altarmensa an einer Stelle, die sich von der Form des Altares her dafür eignet“, einzufügen (Vgl. Pontifikale IV: Die Weihe des Al­ta­res – Einführung, Nr. 11, S.129).

7. In einen Tragaltar dürfen keine Reliquien eingelassen werden (Vgl. Pontifikale IV: Die Segnung des Al­ta­res – Einführung, Nr. 3, S. 161).

8. Ein Altar verliert seine Weihung oder Segnung, wenn er „zu einem großen Teil zerstört oder profanem Gebrauch für dauernd durch Dekret des zu­stän­digen Ordinarius oder tatsächlich zugeführt“ wird (vgl. cann. 1238 §§1 u. 1212 CIC).

9. Neu zu konsekrieren ist daher ein in Gebrauch be­findlicher Altar nur dann, wenn er in wesentlichen Tei­len zerlegt, verändert und neu zusammengefügt worden ist (z. B. die Mensa wird vom Stipes getrennt). Bevor jedoch mit einem geweihten Altar in dieser Weise verfahren werden soll, ist der Ordina­rius um seine Erlaubnis anzufragen.

10. Die Konsekrationswirkung wird unabhängig von der Intaktheit des Reliquiengrabes betrachtet. Wird an einem in Gebrauch befindlichen Altar das unterhalb der Mensa befindliche Reliquiengrab aufgebrochen oder sonst wie verändert, bedarf es keiner neu­en Konsekration des ganzen Altares. Vielmehr kann die Beisetzung der bisherigen oder von neuen Reli­qui­en im Rahmen einer Eucharistiefeier unter Ver­wen­dung des entsprechenden Elements aus dem Ri­tus der Altarweihe erfolgen (Vgl. Pontifikale IV: Die Weihe des Altares – Die Feier, Nr. 50, S. 149).

Muss das Reliquiengrab aus einem gewichtigen Grund ge­öff­net werden, so ist zuvor der Ordinarius zu informieren.
11. Durch die Profanierung einer Kirche „verlieren weder ein feststehender Altar noch ein Tragaltar ihre Weihung oder Segnung“ (can. 1238 § 2 CIC). Die Profa­nierung des Altares ist also stets eigens zu be­trachten.

Trier, den 18. Oktober 2010


Prälat Dr. Georg Holkenbrink
Bischöflicher Generalvikar

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