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Kirchliches Amtsblatt - Bistum Trier

Wenn Sie einen Artikel aus dem Kirchlichen Amtsblatt (KA) zitieren wollen, können Sie zur Quellenangabe nach diesem Muster verfahren: KA [Bistum Trier] Jahrgang (Jahreszahl) Artikel-Nummer, also z.B. für das Abschlussdokument der Bistumssynode die Quellenangabe: "veröffentlicht in: KA Bistum Trier, 160 Jg.(2016) Nr. 120".

Im Folgenden nennen wir über der Überschrift des jeweiligen Artikels neben diesen Angaben und dem Datum zur inhaltlichen Orientierung außerdem die Rubriken aus dem KA (z.B. "Akten", "Erlasse des Bischofs", "Verordnungen und Bekanntmachungen", "Kirchliche Mitteilungen" etc.)

Verordnungen und Bekanntmachungen - Samstag, 1. November 2014 - Jahrgang: 158 - Artikel: 198

Verfahrensrichtlinie für die Einrichtung flexibler Arbeitsorte im Bistum Trier (Telearbeit)

I. Einleitung

Arbeit an flexiblen Orten verrichten zu können, ist eine etablierte Form der Arbeitserledigung, die den sich verändernden Bedarfslagen des Dienstgebers und den sich ändernden Erwartungen von Mitarbeiterinnen oder  Mitarbeitern entspricht.

„Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder zeitweise an einem außerhalb der zentralen Betriebsstätte liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird. Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebsstätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden“.

Einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter wird vom Dienstgeber die Möglichkeit eingeräumt, einen Teil der übertragenen Tätigkeiten außerhalb der betrieblichen Arbeitsstätte an einem innerhalb der eigenen Wohnung einzurichtenden Arbeitsplatz zu erledigen.
Die bevorzugte Form ist die so genannte „alternierende Telearbeit“, bei der die berufliche Tätigkeit im Wechsel zwischen dem häuslichen und dem betrieblichen Arbeitsplatz ausgeübt wird. Die Aufteilung der Arbeitszeit zwischen dem betrieblichen und dem häuslichen Arbeitsplatz ergibt sich aus dem Charakter der Aufgaben und den Erfordernissen der unmittelbaren Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen. „Mobile Telearbeit“ meint die Tätigkeit an wechselnden Arbeitsorten sowie den Fernzugriff auf die betriebsinterne IT-Infrastruktur.

Telearbeit eröffnet unter bestimmten Voraussetzungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, die beruflichen Belange mit Familie oder besonderen Lebensbedingungen im Interesse von Dienstgeber und Dienstnehmer stärker miteinander vereinbaren zu können. Dem Dienstgeber bietet sie die Möglichkeit, die Berufserfahrung bewährter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ansonsten die Berufstätigkeit zumindest vorübergehend aufgeben müssten, weiterhin zu nutzen, den Spielraum für die Gestaltung von Arbeitsplätzen bei strukturellen Änderungen zu erweitern und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Vorhandene Arbeitsmittel können flexibel eingesetzt werden. Arbeitsorte können multipel genutzt werden. Soziale Bindungen, die Anforderungen des internen Informationsflusses und die persönliche Kommunikation legen es nahe, nicht mehr als zwei Telearbeitstage aufeinander folgen zu lassen.

II. Voraussetzungen für die Einrichtung eines Telearbeitsplatzes

  1. Telearbeit wird frei vereinbart, wenn sie im gegenseitigen Interesse von Dienstgeber und Dienstnehmer liegt. Auf Telearbeit besteht kein Rechtsanspruch.
  2. Wenn Telearbeit von der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter gewünscht wird, sind insbesondere die folgenden Voraussetzungen auf Seite der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters in Betracht zu ziehen:
    a. vom Dienstgeber anerkannte besondere familiäre oder gesundheitliche Gründe oder - besondere Lebensbedingungen,
    b. ein Beschäftigungsumfang von mindestens 50 % der regelmäßigen Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten.
  3. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter bringt folgende persönliche Voraussetzungen mit
    a. mindestens zweijährige Betriebszugehörigkeit und mindestens halbjährliche Berufstätigkeit in der betreffenden Dienststelle und Erfahrungen im jeweiligen Aufgabengebiet unmittelbar vor Beginn der Telearbeit,
    b. räumliche Voraussetzungen für einen häuslichen Arbeitsplatz,
    c. überdurchschnittlich guter Umgang mit den neuen Kommunikationsmitteln (Internet, Email, Mobiltelefon etc.) und entsprechende IT - Kenntnisse,
    d. Fähigkeit zu einer der Telearbeit angemessenen Arbeitsorganisation und Selbstdisziplin,
    e. Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit und
    f. Teamfähigkeit.

Telearbeit kann im Zusammenhang mit strukturellen Änderungen in der Einrichtung auch ohne das Vorliegen der Voraussetzungen in Buchstabe a gewährt werden. Die Entscheidung in Fällen der Neueinstellung richtet sich nach den Buchstaben b bis f und nach dem Maß der bisherigen Erfahrungen für das künftige Aufgabengebiet.

Geeignet ist eine berufliche Tätigkeit grundsätzlich dann, wenn sie ohne große Einschränkungen ortsunabhängig durchgeführt werden kann. Eine schnelle Kommunikation und Kooperation mit einer oder mehreren Kolleginnen oder einem oder mehreren Kollegen und der oder dem Vorgesetzten am Dienstort ist unverzichtbar. Die Verantwortung für den angemessenen internen Informationsfluss tragen Vorgesetzte und Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter gemeinsam. Die Verteilung der betrieblichen und häuslichen Arbeitszeit muss der beruflichen Tätigkeit und den Kooperationsmöglichkeiten entsprechen. Die Entscheidung über die Eignung der beruflichen Tätigkeit obliegt dem Strategiebereich 2.

In einem Gespräch zwischen der oder dem Vorgesetzten, der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter und dem Strategiebereich 2 ist zu prüfen, ob aus Gründen einer kontinuierlichen persönlichen Kommunikation wenigstens die Hälfte der vereinbarten Arbeitszeit am Arbeitsplatz verbracht werden kann.

Von der oder dem Vorgesetzten wird erwartet, dass sie oder er sich mit grundsätzlicher Offenheit und in Abstimmung mit der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter mit dieser Form der Arbeitsorganisation und dem Ziel auseinandersetzt, Telearbeit für die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter durch geeignete Maßnahmen zu ermöglichen (z. B. durch Festlegung von Arbeitszielen und / oder  Veränderung von Arbeitsabläufen und / oder eine Regelung der Erreichbarkeit der jeweiligen Organisationseinheit für externe und interne Nutzer von Dienstleistungen und / oder die Nutzung einer gemeinsamen, geschützten Datenablage im Internet über einen Server des Bischöflichen Generalvikariates).

III. Verfahren zur Einrichtung eines Telearbeitsplatzes

  1. Der Antrag einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters wird mit einer Stellungnahme der oder des unmittelbaren Vorgesetzten und der Leitung des Zentral- oder Strategiebereichs der Leitung des Strategiebereichs 2 „Personalplanung und -entwicklung“ zugestellt.
  2. Wird der Antrag positiv beschieden, wird eine schriftliche Vereinbarung über Telearbeit abgeschlossen.
  3. Telearbeit wird grundsätzlich befristet vereinbart. Eine wiederholte Antragstellung ist möglich.
  4. Fahrten zwischen der häuslichen und der betrieblichen Arbeitsstätte gelten nicht als Arbeitszeit.
  5. Die Vereinbarung kann von beiden Seiten mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende unter Angabe der Gründe gekündigt werden. Die übrigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bleiben davon unberührt.
  6. Die Vereinbarung von Telearbeit darf sich nicht nachteilig auf die berufliche Entwicklung oder die dienstliche Beurteilung der Beschäftigten auswirken.
  7. Die zuständige Mitarbeitervertretung wird informiert.Sollte ein Antrag auf Telearbeit abgelehnt werden, wird sie über die Gründe informiert.

IV. Durchführung

  1. Innerhalb der häuslichen Wohnung ist ein geeigneter datengeschützter Arbeitsplatz einzurichten. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter stellt den Büroraum und das notwendige Mobiliar zur Verfügung und trägt die Betriebskosten. Sie oder er sorgt für die Bereitstellung einer separaten dienstlichen Telefonnummer und ggf. Faxnummer. Der Dienstgeber stellt die notwendige technische Ausrüstung zur Verfügung. Verbrauchsmittel (Druckpatronen, Papier etc.) werden gestellt. Service und Reparatur der zur Verfügung gestellten Geräte werden durch das Bischöfliche Generalvikariat veranlasst. Nähere Einzelheiten zur Einrichtung und Nutzung werden in der jeweiligen Vereinbarung über Telearbeit festgelegt.
  2. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter ist verpflichtet, die bereitgestellten Arbeitsmittel vor dem Zugriff Dritter zu schützen und die Bestimmungen des Bistums zum Datenschutz, zur Datensicherheit und zur Datensicherung einzuhalten. Die Nutzung der vom Dienstgeber zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel für private Zwecke ist untersagt.
  3. Werden Arbeitsmittel des Bistums durch die Nutzerin oder den Nutzer grob fahrlässig oder mit Vorsatz beschädigt oder kommen abhanden (z. B. das Notebook), haftet die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter im gesetzlichen Umfang.
  4. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter hat Anspruch auf einen betrieblichen (passwortgeschützten) Arbeitsplatz, der jedoch in Zeiten der Abwesenheit von anderen Kolleginnen und Kollegen genutzt werden kann.
  5. Nach Ablauf von sechs Monaten wird geprüft, ob die konkreten Arbeitsbedingungen sich aus der Sicht der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters sowie der oder des Vorgesetzten bewährt haben. Die oder der Vorgesetzte leitet eine entsprechende Stellungnahme an die Leitung des Strategiebereiches 2 weiter.
  6. Die einschlägigen Regelungen bzgl. der Führung von Arbeitszeitkonten gemäß § 14 I KAVO i.V. mit der Anlage 3 zur KAVO (Regelung zur Durchführung des Arbeitszeitkontos) sind zu beachten. Darüber hinaus ist zu dokumentieren, welcher Anteil der geleisteten Arbeitszeit am häuslichen Arbeitsplatz erledigt wird.

V. Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Vorstehende Regelungen treten rückwirkend zum 1. Januar 2014 in Kraft.

 

Trier, den 20. Oktober 2014

 

(Siegel)

 

Msgr. Dr. Georg Bätzing

Bischöflicher Generalvikar

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