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Ein großer Trierer Erzbischof und Kurfürst (von 1308 bis 1354)

Balduin von Luxemburg

Man kann ihn „... zweifelsohne als den hervorragendsten Lenker des Erzbistums Trier überhaupt bezeichnen...“ (Dr. Martin Persch): Am 21. Januar 1354 starb in Trier im Alter von 69 Jahren der Kurfürst und Erzbischof Balduin von Luxemburg. Er hatte in seiner Amtszeit von 1308 bis 1354 den Ausbau des Kurstaates vollendet und seine Verwaltung neu geordnet. Daneben hat er in der Politik des damaligen "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" eine zentrale Rolle gespielt.

Im Landeshauptarchiv in Koblenz befindet sich eine Bilderchronik, in Balduins Auftrag um 1340 in Trier angefertigt. 74 Bilder erzählen in Form eines frühen Comic-Strip von der Romfahrt seines Bruders, Kaiser Heinrich VII. von 1310 bis 1313. Das war ein kriegerisches Unternehmen, an dem der junge Kurfürst aktiv teilgenommen hat.

„Kaiser Heinrichs Romfahrt" besteht aus Federzeichnungen mit zarten Wasserfarben auf Pergament, lediglich die Wappen sind mit Deckfarben ausgemalt. Die Bilder erzählen mit anschaulichen Details Erinnerungen des alt gewordenen Balduin an die gemeinsame Zeit mit seinem Bruder Heinrich.

  • Der Bischof Switch

    Das erste Bild des Zyklus zeigt die Weihe des zweiundzwanzigjährigen Grafensohns aus Luxemburg 1307 in Poitiers durch Papst Clemens V. zum Bischof.

  • Ankunft des neuen Erzbischofs in Trier Switch

    Am Pfingstfest des folgenden Jahres ergreift er Besitz von „seiner“ Stadt. Klerus und Bürger von Trier kommen dem Erzbischof mit den Reliquien des Doms entgegen. Deutlich zu erkennen der „Petrus-Stab“: nach der Überlieferung hat der heilige Petrus ihn als Bischofsstab dem ersten Trierer Bischof Eucharius überreicht.

    Im Dom feiert der Erzbischof dann die heilige Messe – am Hochaltar, in den damals die Reliquie des Heiligen Rockes (tunica Christi) eingemauert war. Ein weiteres Bild zeigt das folgende Festmahl an reich gedeckter Tafel.

    Balduin von Luxemburg war offenbar auch ein frommer Bischof. Er hat Kirchen und Klöster gestiftet, den trierischen Kurstaat neu geordnet und die Verwaltung reformiert.

  • In der Politik Switch

    Als einer der sieben Kurfürsten setzte er sich für die Wahl seines Bruders Heinrich zum deutschen König ein und begleitet ihn auf dem Weg zur Kaiserkrönung nach Rom.

  • ... und auf kriegerischer 'Wallfahrt' Switch

    Auf vielen Darstellungen von Kampfszenen ist das Wappen des Herren von Trier (ein rotes Kreuz auf weißem Grund) zu erkennen; der Kurfürst war offensichtlich auch ein tüchtiger Krieger. Das hat manch einer seiner Widersacher an Mosel, Saar und Nahe zu spüren bekommen; manche widerspenstige Burg hat er zerstört - wie hier bei Brescia gezeigt.

    Den in Rom kämpfenden Balduin zeigt auch ein voll ausgemaltes Bild, an dessen Rand er eigenhändig einen Vermerk angebracht hat: das Pferd sei kein Schimmel, sondern ein Rappe gewesen; außerdem habe er damals einen anderen Helm getragen . So lebendig war ihm noch im Alter das Geschehen des Italienzuges in Erinnerung, der für Kaiser Heinrich VII. tödlich endete.
    1346 setzte sich der Kurfürst für die Wahl seines Großneffen zum König ein: Wenzel von Böhmen, Sohn von Johann dem Blinden, bekannt als Kaiser Karl IV. Dessen „Goldene Bulle“ hat – wohl auch unter Einfluss des Großonkels und Trierer Erzbischofs – das Wahlrecht der sieben Kurfürsten für Jahrhunderte festgelegt.

  • Heimkehr in Geiselhaft Switch

    Eins der letzten Bilder der Bilderchronik zeigt, wie der Herr von Trier mit einem Schiff in die Heimat zurückreist, um neue Gelder zur Fortsetzung des Italienzuges zu holen. Wenn der alternde Kurfürst dieses Bild betrachtete, wird er wohl immer auch an den Überfall der Gräfin Lauretta von Sponheim gedacht haben: Sie ließ 1327 sein Schiff auf der Mosel stoppen aufbringen und setzte den Kurfürsten auf der Starkenburg bei Traben-Trarbach gefangen. Erst gegen ein hohes Lösegeld und das Versprechen, ihr Territorium in Zukunft in Ruhe zu lassen, ließ die kampflustige Lauretta den Erzbischof nach neun Monaten wieder frei.

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