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"Menschen aus der Kraft dienen, die Gott verleiht"

Drei neue Ständige Diakone

Am Samstag, 22. Juni 2019, wird Bischof Dr. Stephan Ackermann im Trierer Dom drei Männer zu Ständigen Diakonen weihen: Dr. Markus Greiner aus Schwalbach-Hülzweiler, Sebastian Mählmann aus Koblenz und Andreas Schlösser aus Schuld. Die Weiheliturgie beginnt um 10.00 Uhr. 

Im Bistum Trier gibt es momentan 178 Ständige Diakone, wobei 90 Diakone einem Zivilberuf nachgehen und gegen eine Aufwandsentschädigung ihren Dienst in der Gemeinde versehen. 36 Ständige Diakone sind hauptberuflich tätig, 52 Diakone sind im Ruhestand. Die Mehrzahl ist verheiratet und hat Frau und Kinder, einige Ständige Diakone haben bei der Weihe den Zölibat als Lebensform gewählt.

Sie arbeiten in sozialen Brennpunkten, sind bei der Caritas als Schuldnerberater tätig, kümmern sich um Obdachlose und geflüchtete Menschen, unterhalten Tafelprojekte, sind in Krankenhäusern und Hospizen tätig, sorgen sich seelsorglich um Gefangene – um nur einige Beispiele zu nennen.

Sie dürfen auch Sakramente spenden: Taufen oder Paaren bei der Trauung assistieren, sie engagieren sich traditionell in der Krankenkommunion oder übernehmen Predigtdienste und Beerdigungen, wobei sie auch Sterbende und trauernde Angehörige und Freunde begleiten.

Dr. Markus Greiner

aus der Pfarrei Heilig Kreuz, Schwalbach-Hülzweiler,
geb. 1969, verheiratet, 1 Sohn,
Diplom-Biologe,
Privatdozent im Fach Medizinische Biochemie und Molekularbiologie.
Ausgeübter Beruf: Berufsschullehrer.

Er übernimmt als Ständiger Diakon mit Zivilberuf pastorale Dienste in der Pfarrei Schwalbach Heilig Kreuz.

 

Sebastian Mählmann

aus der Pfarrei St. Nikolaus, Koblenz,
geb. 1975, verheiratet, 2 Söhne,
Studium der Kath. Theologie an der Universität Bonn.
Früherer Beruf: Stellvertretender Diözesanleiter Malteser Hilfsdienst e.V.
Pastorale Zusatzausbildung in der PG Mülheim-Kärlich.

Er übernimmt als Ständiger Diakon im Hauptberuf mit Wirkung vom 1. August 2019 pastorale Dienste in der Pfarreiengemeinschaft Koblenz (Neuendorf).

Andreas Schlösser

aus der Pfarrei St. Gertrud, Schuld,
geb. 1983, ledig.
Früherer Beruf: Notarfachangestellter.
Studium der Kath. Theologie an der PTH Vallendar.
Pastorale Zusatzausbildung in der PG Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Er übernimmt als Ständiger Diakon im Hauptberuf mit Wirkung vom 1. August 2019 pastorale Dienste in der Pfarreiengemeinschaft Andernach.

Gedanken zur Weihe Ständiger Diakone

Den Ruf Gottes hören und darauf antworten

Der berühmte Konzilstheologe und Jesuit Karl Rahner (1904-1984) hat vor über 40 Jahren in seinem Buch „Grundkurs des Glaubens“ eine Meditation über das Wort ‚Gott‘ verfasst. Er meditiert über die Frage: „Was wäre, wenn das Wort ‚Gott‘ und alles, was wir damit verbinden, aus dem Bewusstsein der Menschen verschwinden würde?“ In diesem Falle würde sich der Mensch selbst als Krone der Schöpfung empfinden, weil er keine Idee von etwas Höherem hätte, das über ihm steht. Rahner kommt zu dem Schluss, der Mensch würde sich „zurückkreuzen zum findigen Tier“. Zwar könnte er – anders als ein Tier – über sich nachdenken, Wissenschaft betreiben und zu einem gewissen Fortschritt in der Erkenntnis kommen: Darauf würde sich sein Dasein jedoch beschränken. Er würde geboren werden, leben und schließlich sterben. Ständig würde der Mensch in seinen Gedanken nur um sich selbst und seine Lebenswelt kreisen.

Dieser Text hat mich schon als Student sehr beeindruckt, denn wenn man weiterdenkt, drängt sich unweigerlich die Frage auf: „Was bringt es uns Christen dann aber, dass wir von Gott wissen und an ihn glauben? Dass wir eine Vorstellung haben, was mit ‚Gott‘ gemeint ist, und wir zu ihm in Beziehung treten können?“

Spuren von Gott in meinem Leben

Zunächst einmal hieße das kurz und knapp: Es gibt etwas Höheres, das wir Gott nennen. Ich bin nicht als Mensch die Krone der Schöpfung, das Höchste überhaupt, sondern Gott. Der Mensch ist erst dann wahrhaft Mensch, wenn er Gott als sein Gegenüber wahrnimmt und ernst nimmt. Er hört auf, nur auf sich selbst zu schauen und sich ausschließlich auf sich selbst zu konzentrieren. Er beginnt, sich als Geschöpf eines liebenden Gottes wahrzunehmen, dem er sich verantworten muss.

Je mehr ich mich auf Gott einlassen kann, desto mehr Spuren von Gott entdecke ich in meinem Leben. Ich kann mich von Gott getragen und bei Gott geborgen fühlen. Das, was mich belastet, kann ich Gott hinhalten – egal, wie ausweglos meine Situation auch scheint. Gott liebt mich, so wie ich bin. Ich weiß mich von ihm gesegnet und an die Hand genommen – wie ein Kind von seinem Vater oder seiner Mutter.

Letzteres ist allerdings meine ganz persönliche Sicht auf Gott, so wie ich ihn in meinem Leben kennenlernen durfte, durch das Glaubenszeugnis meiner Großeltern und Eltern oder anderer Menschen, die mir auf meinem Lebensweg Begleiter waren, die mir Freundschaft und Zuneigung geschenkt haben, oder die mir Ratgeber und Vorbild waren.

Ein Trittstein auf dem persönlichen Weg

Ich kenne kaum jemanden, der den Zeitpunkt exakt benennen kann, an dem sie oder er zum Glauben an Gott gefunden hat. Diese 100-prozentige Sicherheit und Gewissheit, dass es Gott gibt, so wie sie ein Paulus vor Damaskus erlebt hat, habe ich nicht. Was ich aber habe, ist eine gewachsene Erfahrung im Glauben an Gott, die nicht der Vernunft widerspricht (!) und erst ganz allmählich herangereift ist. Diese Glaubenserfahrung ist dennoch für mich greifbarer geworden, je mehr Raum ich Gott in meinem Leben überlassen habe.

Wenn am 22. Juni 2019 drei Männer zu Ständigen Diakonen geweiht werden, dann ist diese Entscheidung, sich von Gott in Dienst nehmen zu lassen, nur ein Trittstein auf dem eigenen je ganz persönlichen Weg, auf dem Gott einen Menschen führt, der seinen Ruf vernommen hat. Wenn Männer sich dazu entschließen, berufsbegleitend eine mehrjährige Ausbildung zum Diakon zu absolvieren, dann ist dieser Entschluss in den letzten Jahren herangereift, oftmals zunächst auch wieder verworfen worden, als die Kinder klein waren, oder ein Eigenheim gebaut wurde oder andere Lebenswenden anstanden. Viele kommen und erzählen: „Irgendwie hat mich der Gedanke, Diakon zu werden, wieder eingeholt, obwohl ich schon gar nicht mehr daran gedacht hatte.“ Gerade in Zeiten, in denen in unserer Kirche im Bistum Trier vieles im Umbruch ist, vernehmen Männer den Ruf Gottes, in seine Nachfolge zu treten und sich von ihm in Dienst nehmen zu lassen. Dahin zu gehen, wo Gott sie hinstellt. Für die Armen und Kranken, die Hilflosen und die Trauernden, die Alten und die jungen Familien, die Fernstehenden und Ausgegrenzten, die Lebensfrohen und die Sterbenden da zu sein.

Axel Berger
Bischöflicher Beauftragter für die Ausbildung der Ständigen Diakone im Bistum Trier, Diakon in der Pfarreiengemeinschaft St. Paulin, Trier

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