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Haushalt für 2020 - Geschäftsbericht 2019

Die Gesamtaufwendungen des Bistums Trier im Jahr 2020 belaufen sich laut Haushaltsansatz auf 480,5 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen voraussichtlich Gesamterträge von 456,9 Millionen Euro, so dass mit einem Jahresergebnis von minus 23,6 Millionen Euro zu rechnen ist.

 

Ergebnisplan in Mio. 2020 2019 Veränderung
Operative Erträge 438,7 426,6 12,1
Operative Aufwendungen 428,2 413,6 14,6
Verwaltungsergebnis (betriebliches Geschäftsergebnis) 10,5 13,0 -2,5
Finanzerträge 18,2 17,7 0,5
Finanzaufwendungen -52,3 -52,1 -0,2
Finanzergebnis -34,1 -34,4 0,3
Jahresergebnis (GuV) -23,6 -21,4 -2,2
Bildung und Auflösung von Rücklagen 1,3 0,1 1,2
Bilanzgewinn/ Bilanzverlust (-) -22,3 -21,3 -1,0

  

  2020 2019 Veränderung
Investitionsplan in Mio. € 5,9 4,3 1,6
Anschaffung von beweglichen Sachanlagen 3,0 1,8 1,2
Baumaßnahmen (investiv) 2,9 2,5 0,4
Finanzplan in Mio. € 2020 2019 Veränderung
Einzahlungen 455,6 443,0 12,6
Auszahlungen 441,6 421,4 20,2
Finanzmittelüberschuss 14,0 21,5 -7,5

Die Zahlen im Detail

Das Bistum hat seinen Haushaltsplan 2020 sowie den Geschäftsbericht 2019 vorgestellt.

Auf dem Bild: Manfred Wagner, Finanzdirektorin Kirsten Straus, Direktor Dr. Gundo Lames, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Direktorin Judith Rupp.

Zur Pressemeldung.

Kosten kontrollieren - Synode umsetzen - Missbrauchsopfer entschädigen: Generalvikar von Plettenberg zum Haushalt 2020:

  • Statement von Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg

    Wir stehen in einer Zeit, in der die Haushaltsplanung für ein Bistum zunehmend komplex wird: Die inhaltliche Umsetzung der Synodenbeschlüsse steht an, auch jenseits der derzeit ausgesetzten strukturellen Veränderungen; Maßnahmen für Datenschutz, Arbeitssicherheit oder Brandschutz müssen ergriffen werden. Und auch die Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche wollen wir mit den notwendigen personellen Ressourcen und finanziellen Mitteln ausstatten, damit sie zielführend und hilfreich sein kann.  Gleichzeitig werden unsere finanziellen Ressourcen nicht nur aktuell v.a. aufgrund der Niedrigzinsen verstärkt in Anspruch genommen für Pensionsrückstellungen, sondern sie werden zukünftig aufgrund der demografischen Entwicklung und der wachsenden Kirchenaustrittszahlen stark zurückgehen. Wir werden bis 2035 mit etwa einem Drittel weniger an finanziellen Mitteln auskommen müssen.

    Darauf gilt es sich jetzt schon einzustellen. Wenn sich die Pfarreien in unserem Bistum weiterentwickeln, wird sich in Folge dessen auch das Generalvikariat im Sinne einer unterstützenden Institution weiterentwickeln: Ein straffer und effizienter Verwaltungsrahmen mit standardisierten Abläufen schafft Freiraum für mehr pastorales Engagement. Ein Schwerpunkt, so hat es die Synode gewollt, wird dabei die diakonische Kirchenentwicklung sein. Als Katholiken wollen wir verstärkt an der Seite der Menschen stehen und mit ihnen schauen, wie „Gottes Ja zu allem, was dem leben dient und Gottes Nein, zu allem, was dem Leben schadet“ sich verwirklichen lässt.

    Dazu gehören auch die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Die Vorgaben, die die Deutsche Bischofskonferenz bezüglich unabhängiger Aufarbeitung, Beteiligung der Betroffenen und Entschädigungszahlungen aufstellen wird, werden auch im Bistum Trier umgesetzt. Die Entschädigungszahlungen werden im Bistum Trier wie bisher nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Rücklagen des Bischöflichen Stuhls gezahlt werden.

    Im Zusammenhang der Synodenumsetzung bleiben wir zuversichtlich, dass sich eine für alle Beteiligten gute und friedliche Lösung finden lässt. Es geht nicht darum, Besitzstände zu wahren. Unser gemeinsames Ziel sollte sein, kirchliches Leben zu verlebendigen, weiterzuentwickeln und glaubwürdig zu entfalten. Dabei wollen wir auch auf die Menschen zugehen, die wir als Kirche aus dem Blick verloren haben. Wir wollen Interesse zeigen für kirchenferne Christen und Menschen, die gar nicht zur Kirche gehören; wir wollen uns mit ihnen den Fragen stellen, die sie ans Leben haben.

  • Statement von Kirsten Straus, Direktorin für den Bereich Ressourcen

    Zusammen mit dem Geschäftsbericht 2019 erfolgt die Veröffentlichung des Jahresabschlusses für das Jahr 2018. Sowohl dieser Abschluss als auch der Haushaltsplan für das Jahr 2020 liegen in dem Pfad, den die mittelfristige strategische Planung des Bistums vorgesehen hat; in beiden Zahlenwerken gibt es keine größeren Abweichungen davon. Der Aufstockungsbedarf bei den Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen und Beihilfeverpflichtungen wurde dabei ebenfalls planmäßig bedient. Daraus resultiert der zahlenmäßig wesentlich höhere Verlust als im Vorjahr. In den Folgejahren wird der Rechnungszins für diese Rückstellungen weiter sinken, allerdings in geringerem Ausmaß als bisher, und der jährliche Aufstockungsbedarf hat mit dem Jahr 2018 seinen Zenit überschritten.

    Das operative Geschäft weist auch 2018 ein positives Ergebnis aus, das allerdings aufgrund erhöhter Personalaufwendungen deutlich unter dem des Vorjahrs liegt. Das aufgrund der genannten Rückstellungsbedarfe negative Finanzergebnis führt jedoch insgesamt zu einem Defizit, das die Rücklagen des Bistums in erheblichem Umfang in Anspruch nehmen muss. Über die Inanspruchnahme aus diesem Grund hinaus wird in den Folgejahren ein Augenmerk auf dem Erhalt einer ausreichenden Reserve für das Bistum liegen müssen. In diesem Zusammenhang gilt einer Begleitung der inhaltlichen Umsetzung der Synodenbeschlüsse mit einer behutsamen, aber nachhaltigen Haushaltssicherung die besondere Aufmerksamkeit.

  • Statement von Dr. Gundo Lames, Direktor für den Bereich Ziele und Entwicklung

    Der Geschäftsbericht enthält mit dem Rückblick auf die Erkundungsphase oder den Informationen zum Klimamanagement Zuversicht stiftende Berichte, aber auch einige deutliche Risikoanzeigen, weil klar ist, dass das Bistum in den nächsten Jahren Kosten reduzieren muss. Zudem ist umzugehen mit der Spannung, dass das Umsetzungsgesetz durch die römische Entscheidung ausgesetzt ist und zugleich die Pastoral vor Ort weitergeht. Hier werden die Konfliktlinien zwischen dem, was es zu bewahren oder was es zu verabschieden gilt und wo Neues wachsen kann und soll, ziemlich deutlich.

    Das wird die kurzfristig und mittelfristig notwendigen Diskussionen bestimmen und das Bistum zu Priorisierungen drängen. Die in der Synode gestellte Frage, wozu wir Kirche sind, und die entsprechenden klaren Richtungsanzeigen einer diakonischen und missionarischen Kirchenentwicklung geben dafür Orientierung.

    Diese ist auch notwendig, wenn man in die Statistik der Kirchenmitgliedschaft schaut. Der demografische Wandel in Verbindung mit einer kaum zu reduzierenden hohen Austrittsquote aufgrund der Glaubwürdigkeitskrise zeigt deutlich, wie einerseits die katholische Bevölkerung des Bistums schrumpft und andererseits auch, wie mittelfristig die pastoralen Berufe und Berufungen weniger werden. Hinzu kommt, dass die bisherigen Formen der Weitergabe des Glaubens immer weniger funktionieren. Deutlich wird damit auch, dass die Präsenz und Relevanz der Frohen Botschaft in den alltäglichen Vollzügen von Familien, Bildung, Arbeit, Politik und Wirtschaft abschmelzen.

    Eine diakonische und missionarische, in den Sozialräumen der Menschen verankerte Kirchenentwicklung spürt auf, was die Menschen bewegt, und kommt vor Ort auch zu neuen Glaubenserfahrungen. Hier wird sich zeigen, wie die Synode umgesetzt werden kann. Das bedeutet zugleich, dass bei weniger werdenden personellen sowie finanziellen Kapazitäten der Spielraum für die Synodenumsetzung zu klären ist. Ziel ist die Stärkung der Kirche vor Ort, die Verlebendigung des Glaubens und des kirchlichen Lebens in der Fläche des Bistums.

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