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Haushalt für 2021 - Geschäftsbericht 2020

Das Bistum hat am 17. Dezember seinen Haushaltsplan 2021 sowie den Geschäftsbericht 2020 vorgestellt.

Zur Pressemeldung.

Die Gesamtaufwendungen des Bistums Trier im Jahr 2021 belaufen sich laut Haushaltsansatz auf 487,3 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen voraussichtlich Gesamterträge von 437,5 Millionen Euro. Es wird ein Fehlbedarf von -49,8 Millionen Euro ausgewiesen.

Ergebnisplan in Mio. 2021 2020 Veränderung
Operative Erträge 421,0 438,7 -17,7
Operative Aufwendungen 433,4 428,2 5,2
Verwaltungsergebnis (betriebliches Geschäftsergebnis) -12,4 10,5 -22,9
Finanzerträge 16,5 18,2 -1,7
Finanzaufwendungen -53,9 -52,3 -1,6
Finanzergebnis -37,4 -34,1 -3,3
Jahresergebnis (GuV) -49,8 -23,6 -26,2
Bildung und Auflösung von Rücklagen 3,2 1,3 1,9
Bilanzgewinn (+)/ Bilanzverlust (-) -46,6 -22,3 -24,3
  2021 2020 Veränderung
Investitionsplan in Mio. € 11,1 5,9 5,2
Anschaffung von beweglichen Sachanlagen 2,2 3,0 -0,8
Baumaßnahmen (investiv) 8,9 2,9 6,0
Finanzplan in Mio. € 2021 2020 Veränderung
Einzahlungen 438,5 455,6 -17,1
Auszahlungen 444,1 441,6 2,5
Finanzmittelüberschuss (+)/ -fehlbetrag (-) -5,6 14,0 -19,6

Die Zahlen im Detail

  • Statement von Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg

    Es war und ist ein alles andere als rosiges Jahr 2020. Die Herausforderungen, die ich in der letzten Haushaltspressekonferenz beschrieben habe (Umsetzung der Synodenbeschlüsse, Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche, zurückgehende finanzielle Ressourcen, wachsende Kirchenaustrittszahlen), sind auch heute noch aktuell. Mit der Corona-Pandemie ist eine weitere dazugekommen.

    Wenn ich am Ende des Jahres 2020 trotzdem ein wenig zuversichtlicher bin, liegt es daran, dass wir trotz allem viele Gestaltungsmöglichkeiten haben.

    Erste Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie

    Der Fokus der öffentlichen Wahrnehmung und die Erwartungshaltung vieler Menschen gegenüber Kirche in der Zeit der Coronapandemie haben uns unseren spezifischen Auftrag als Kirche im Hier und Heute neu bewusst gemacht. Das, was die Bistumssynode mit lokal, missionarisch und diakonisch beschrieben hat, ist im zu Ende gehenden Jahr konkret geworden: nah bei den Menschen mit der Botschaft der Hoffnung und konkret für sie sorgend wird uns immer mehr zur Leitlinie für unser konkretes christliches Handeln und Leben und Feiern.

    Eine bittere Erkenntnis in dieser Zeit aber ist, dass wir mit weniger Finanzen auskommen müssen. Die Zahlen sind deutlich: Allein in 2020 rund 10% weniger Kirchensteuern - das macht für das Bistum Trier rund 30 Mio € aus. Auch im kommenden Jahr rechnen wir mit 22 Mio € (=7%) weniger Einnahmen. Da wird es umso notwendiger, dass wir unsere Ziele in den Blick nehmen und entscheiden, wofür wir unsere Ressourcen verwenden wollen und welche konkreten Aufgaben vorrangig angegangen werden.

    Kirchenentwicklung im Bistum Trier

    Gut ist, dass wir trotz der erschwerten Pandemiesituation uns mit Rom über unsere Pläne zur Umsetzung der Synode verständigt haben. Wir haben ein klares Zielbild für die weitere Kirchenentwicklung in unserem Bistum vor Augen, das sowohl auf Zustimmung in Rom trifft als auch von vielen Menschen im Bistum unterstützt wird. Es geht um das Zielbild der Pastoralen Räume und der Pfarreien, das Direktorin Mechthild Schabo, der Bischof und ich Ihnen am 20. November vorgestellt haben. Auch wenn die Entwicklung auf eine lokale, missionarische und diakonische Kirche in inhaltlicher wie struktureller Hinsicht noch vor uns liegt, wissen wir jetzt, wo es hingeht.

    Mit einem klaren Ziel vor Augen lässt es sich leichter planen und gehen! Die ersten Schritte sind getan. 2021 wird ein Jahr der Vorbereitung hin auf die Errichtung von Pastoralen Räumen und auf die Zusammenlegung von Pfarreien werden. Das wird sich je nach örtlicher Situation über ein bis vier Jahre hinziehen. So wichtig die Strukturveränderungen auch sind, steht aber im Mittelpunkt die inhaltliche Umsetzung der in der Synode angestrebten Veränderungen: im Bereich der Liturgie, der Katechese, der Familien in all ihrer Vielfalt, der Geistlichen Zentren und missionarischen Teams, der Inklusion und der diakonischen Kirchenentwicklung insgesamt.

    Mit einem klaren Ziel vor Augen lässt es sich auch leichter unterscheiden! Welche Wege führen uns zum Ziel, welche führen uns davon weg? Welche Aufgaben belasten uns, welche fördern und motivieren uns auf das Ziel hin? Was ist sinnvoll zentral anzulegen, was sollte dezentral und vor Ort behandelt und entschieden werden? Damit verbunden werden wir einen Prozess der Aufgabenkritik aufstellen, der uns helfen soll, die vorhandenen Ressourcen im Bereich Finanzen wie auch Personal sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen.

    Einen Ausschnitt vom helfenden Handeln, von Angeboten mit Pepp, von kreativen Aufbrüchen, von Dienstleistung im Bereich der Verwaltung und natürlich von Zahlen, Daten, Fakten – kurz: davon, dass das kirchliche Leben im Bistum Trier nicht still steht, finden Sie im Geschäftsbericht 2020, der auch den Jahresabschluss 2019 enthält. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

  • Statement von Kirsten Straus, Direktorin für den Bereich Ressourcen

    Im Zusammenhang mit der Finanzlage des Bistums – die bei einer Haushaltspressekonferenz im Fokus steht – ist über die finanziellen Entwicklungen des Jahres 2019 zu informieren. Dieser Bericht ist weitgehend überraschungsfrei und schnell abgetan.

    Haushaltsjahr 2019

    Das Jahr 2019 hat mit einem Verlust von 25,8 Mio. Euro abgeschlossen; die Gründe liegen wie in den Vorjahren in erster Linie im Rückgang des Rechnungszinses für die Pensionsrückstellungen. Insgesamt ist das Ergebnis nahe an den Haushaltsplanungen für 2019 geblieben. Bemerkenswert ist, dass die Bilanzsumme zum ersten Mal die Milliardengrenze überschritten hat. Diese Zahl wird von den Pensionsrückstellungen getrieben und sagt nichts über die Finanzsituation des Bistums aus. Die relevante Kennzahl dafür ist das Eigenkapital, das jedes Jahr weiter schrumpft. Das Testat für den Jahresabschluss 2019 haben die Wirtschaftsprüfer wieder uneingeschränkt erteilt. Weitere Angaben finden sich in der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2019 und den Erläuterungen dazu im vorliegenden Geschäftsbericht 2020.

    Über die Rechenschaftslegung hinaus ist der Jahresabschluss 2019 heute eher irrelevant. Den Ereignissen des noch laufenden und wahrscheinlich auch des kommenden Jahres kann man damit wenig entgegensetzen - zu gravierend sind die Veränderungen und die Strukturbrüche. Generalvikar von Plettenberg hat die wichtigsten gerade angesprochen. Besonders schwierig ist in solchen Zeiten die Aufstellung einer validen Haushaltsplanung. Oft bleibt nur die Möglichkeit, entlang eines bestimmten, mittleren Entwicklungspfades zu planen - wohlwissend, dass größere Abweichungen unvermeidlich sein werden. Darüber berichtet Ihnen für das Haushaltsjahr 2021 gleich Herr Wagner.

    Finanzstrategische Herausforderungen

    Finanzstrategisch steht das Bistum Trier vor außergewöhnlichen Herausforderungen. Die bisherigen Planungen, über ein Haushaltssicherungskonzept zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen, wie sie auch im Geschäftsbericht 2020 beschrieben werden, sind nur die Basis, um dem entgegenzutreten. Zwei Risiken treten in großem Ausmaß auf und sind miteinander verknüpft: das zunehmende Versiegen der Finanzierungsquellen und die Unberechenbarkeit der Dynamik dieser Entwicklung.

    Die Zukunftsfähigkeit des Bistums liegt in seiner Anpassungsbereitschaft und in seiner Flexibilität. Geteilte Fixkostenblöcke, minimierte Verwaltungsaufwände, kostenoptimale Strukturen, einheitliche Prozesse und zuverlässige Compliance mit Vorgaben sind Eckpfeiler. Voraussetzung dafür ist ein zuverlässiges und belastbares gemeinsames Bemühen von Pastoral und Verwaltung um die Umsetzung dieser Ziele. Nichts davon beeinträchtigt die Umsetzung der pastoralen Ziele, die Generalvikar von Plettenberg angesprochen hat.  

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