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Gemeindereferent_innen - und die es werden wollen...

Meine Erfahrungen mit der Ausbildung

Marion Bexten - Gemeindereferentin in Saarbrücken St. Jakob

Bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr kannte ich den Beruf der Gemeindereferentin ehrlich gesagt gar nicht, da es ihn in meiner Heimatgemeinde nicht gab und ich anschließend in der Hochschulgemeinde und anderen kirchlichen Orten ebenfalls nicht mit ihm in Berührung kam. Heute finde ich das schade; und auch darum ist es mir wichtig, ihn, so wie ich den Beruf erlebe, an dieser Stelle vorzustellen. Ich kannte die Möglichkeit Theologie auf Lehramt oder Diplom zu studieren, hatte aber nach dem Abitur verschiedene Gründe, diesen Weg nicht einzuschlagen, obwohl es mich nie unberührt gelassen hat, was Religion, was Glaube, was Kirche angeht. Der Wunsch mich beruflich in Kirche und Seelsorge einzubringen, wuchs, obwohl ich irgendwann ein abgeschlossenes Studium der Architektur hatte. Statt einer Anstellung in einem Architekturbüro bekam ich allerdings die Chance, im Liturgischen Institut zu arbeiten.

Mein weiterer Weg zum Beruf der Gemeindereferentin führte daraufhin über diese Beschäftigung, das Würzburger Fernkursstudium und verschiedene Praktika in Gemeinde und Schule. Einfach war es nicht immer, weil ich eher vom Schreibtisch kam als beispielsweise von der ehrenamtlichen Jugendarbeit. Nach und nach hat mich die Arbeit im pastoralen Dienst aber gepackt. Die Aufgabenfelder, die zum Teil an mich herangetragen wurden, wie z. B. die Erstkommunionvorbereitung, die Begleitung eines Pfarrgemeinderates, der Familiengottesdienstkreise oder drn Religionsunterricht, und auf die ich selber gestoßen bin, wie die Flüchtlingshilfe, bieten mir sehr breit gefächerte Möglichkeiten, mich mit meinen Fähigkeiten einzubringen. Mir erscheint es dabei als besonderes Charisma dieses Berufes, zwischen Kirche und Menschen aus unterschiedlichen, oft kirchlich unabhängigen gesellschaftlichen Kreisen oder auch Organisationen Beziehungen herzustellen und Brücken zu schlagen. Besonders erlebe ich das im Bereich der Flüchtlingshilfe mit ihren Mitstreitern aus der Zivilgemeinde, verschiedenen Vereinen usw. In diesem Bereich bin ich dankbar für eine Fortbildung zum Christlich-Islamischen Dialog, die ich beginnen durfte.

Als einzigen Schatten erlebe ich bestimmte Grenzen, die uns als professionell tägigen Laien gesetzt sind, wenngleich sie nicht unauflösbar mit dem Weiheamt verbunden sind. Besonders schade finde ich persönlich, dass wir nicht in Eucharistiefeiern predigen dürfen. Desweiteren wünsche ich für unsere Berufsgruppe mehr Möglichkeiten, Leitung wahrzunehmen, zumal viele KollegInnen dafür große soziale, kommunikative und organisatorische Kompetenzen mitbringen. Auch eine Durchlässigkeit in Richtung Seelsorge in der Kategorie, z. B. der Krankenhausseelsorge, finde ich unbedingt erstrebenswert. Dies sind unter anderem Themen des Berufsverbandes. Mir selber macht in Beziehung der o.g. Punkte auch das Abschlussdokument der Synode Hoffnung.

Insgesamt empfinde ich jedoch große Dankbarkeit dafür, als Seelsorgerin in der katholischeb Kirche arbeiten zu können und bin gespannt, was der Beruf der Gemeindereferentin auch in Hinblick auf die Umsetzung der Synode für meine KollegInnen und mich bereithält.

(Marion Bexten wurde 2012 zur Gemeindereferentin beauftragt.)

  • Maike Merker - Gemeindereferentin in Niederfischbach-Mudersbach Switch

    Als Kind und Jugendliche war ich in meiner Heimatpfarrei aktiv und habe dadurch Einblicke in verschiedene Bereiche wie beispielsweise Messdiener- und Jugendarbeit, Pfarrgemeinderat und vieles mehr erhalten. In dieser Zeit wurde ich vor allem durch die Gemeindereferentin in meiner Heimatpfarrei geprägt und von Ihr mehr und mehr in das Ehrenamt mit eingebunden. Schließlich ist bei mir die Vorstellung gereift, Gemeindereferentin zu werden. Diese Idee hat mich lange Zeit begleitet.

    Während meines Sozialen Friedensjahres (SoFiA) in der Ukraine ist der Wunsch bei mir noch stärker geworden. Ich habe dort mit vielen verschiedenen Menschen zu tun gehabt, habe Gemeinde und Glauben anders erfahren als hier in Deutschland, und ganz andere Strukturen von Gemeinde erlebt, die mit unseren nicht vergleichbar sind. Es hat mir Freude gemacht mit den Menschen zu leben, den Glauben zu teilen und ihn zu vollziehen. Das ist für mich ausschlaggebend für meinen Beruf. Ich möchte mit den Menschen mitgehen, Sie auf Ihrem Glaubensweg begleiten und befähigen selbst am Reich Gottes mit zu bauen und mit zu wirken.

     

  • Nicole Rauen - Gemeindereferentin in Schönecken - Waxweiler Switch

    Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zur Friseurin gemacht. Es war mir wichtig einen Beruf zu haben in dem ich viel Kontakt zu Menschen habe. Als meine Kinder kamen gab ich meine Arbeitsstelle auf. Ich engagierte mich in den unterschiedlichsten Bereichen der Pfarreiengemeinschaft, was mir viel Freude bereitete. Dann arbeitete ich in Teilzeit im Pfarrhaus meiner Heimatpfarrei. Aus Neugier nahm ich an Glaubenskursen teil und arbeitet später im Team mit. Dadurch beschäftigte ich mich mit Fragen meines Glaubens.

    Irgendwann kam ich an einen Punkt an dem ich mehr wollte. Ich informierte mich über den Beruf der Gemeindereferentin und begann mein Studium bei Theologie im Fernkurs. Mein Heimatpfarrer hat mich in meiner Entscheidung bestärkt. Familie, Beruf und Studium zu organisieren wurde mir durch die Unterstützung meiner Familie erleichtert.

    In diesem Beruf begegne ich Menschen aller Altersstufen und in den verschiedensten Lebenssituationen. Ich kann jeden Tag neue Erfahrungen sammeln, wofür ich dankbar bin. Der Beruf ermöglicht mir mit den Menschen zu gehen und meinen Glauben und meine Spiritualität einbringen zu dürfen.

    (Nicole Rauen ist im August 2016 als Gemeindereferentin beauftragt worden.)

  • Marion Diederich - Gemeindereferentin in Quierschied Switch

    „Ihr müsst  singen und springen vor Freude!“ So versuchte der Pfarrer, bei dem ich zur Erstkommunionvorbereitung ging, uns Kommunionkinder zu begeistern. Obwohl wir darüber lachten, so spürte ich doch, „da war etwas“, fühlte ein Getragensein von einem tiefen Vertrauen in Gottes Zusage, seine Nähe und Freundschaft.

    Einige Jahre später, während meiner Elternzeit, fing ich dann an, mich in meiner Heimatpfarrei ehrenamtlich zu engagieren und es entstand eine enge Zusammenarbeit mit den Seelsorgern meiner Gemeinde.

    Meine Motivation und mein Interesse waren so groß, dass ich mich bei Theologie im Fernkurs anmeldete, um meine vielen Fragen zu klären und mein Wissen zu erweitern. In dieser Zeit erwuchs in mir immer mehr der Wunsch auch beruflich in der Gemeindearbeit tätig zu werden.

    Ich wollte meine Begeisterung, meine Freude und mein Gottvertrauen, die mich durch mein Leben tragen, mit anderen teilen.

    Mit 39 Jahren habe ich mich dann dazu entschlossen ein komplettes Fernkursstudium zu absolvieren und dadurch den Zugang zum Beruf der Gemeindereferentin zu erwerben. Viele Menschen haben mich in diesem Entschluss bestärkt und begleiten mich auf meinem spannenden und bereichernden Weg.

    Mittlerweile habe ich die Phase der Berufseinführung abgeschlossen und empfinde große Dankbarkeit, nun als Gemeindereferentin beauftragt zu sein.

    (Marion Diederich ist im August 2016 als Gemeindereferentin beauftragt worden.)

  • Stefan Becker, Gemeindereferent in Gillenfeld Switch

    Ich habe vorher als Sozialarbeiter in einem Wohnheim für ehemalige obdachlose Männer gearbeitet. Ziel unserer Arbeit war es dafür zu sorgen, dass sie ein Dach über dem Kopf haben, dass sie sich mit Nahrung versorgen können, mit ihrem Geld umgehen, vielleicht Arbeit finden und in ein geregeltes Leben zurückfinden. Bei dieser sehr sinnvollen Arbeit hat mir aber immer der Glaubenshintergrund gefehlt.

    Auch als Gemeindereferent helfe und begleite ich Menschen. Es geht aber weniger um eine materielle Grundversorgung als vielmehr auch darum, ihnen etwas vom Glauben zu vermitteln, einen Sinn zu suchen, sie stark zu machen. Besonders reizvoll finde ich, dass ich in einer Pfarreiengemeinschaft mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenarbeite: mit Kinder und Jugendlichen, Alten und Kranken, Haupt- und Ehrenamtlichen, Eltern, Ratsmitgliedern und auch mit Bedürftigen und Flüchtlingen. Dadurch ist auch der Berufsalltag bunter und abwechslungsreicher als in fast jedem anderen Beruf. Gruppen leiten, Veranstaltungen organisieren und planen, Gottesdienst leiten und vor allem mit ganz vielen Leuten kommunizieren und Ideen entwickeln und umsetzen sind die Kompetenzen, die ich in meinem Beruf einbringen kann.

    Die schönsten Momente im Jahr sind meist, wenn größere oder kleinere Veranstaltungen gut laufen. Wenn die Jugendliche dann nach einer Vorbereitungszeit die Firmung empfangen, wenn in Taizé oder bei einer Freizeit die Kinder und Jugendlichen strahlen und begeistert sind, aber auch wenn ein Bedürftiger eine Arbeit findet oder ein Flüchtling langsam deutsch lernt und hier Fuß fasst.

    Das Studium und die Ausbildung waren für mich fachlich und auch persönlich sehr bereichernd. Ich konnte viel Wissen über Glauben und Kirche erlangen und dies auch mit meiner Spiritualität und meinem Glauben in Einklang bringen bzw. ihn weiterentwickeln. Auch Supervisionskurse und Gesprächsführungskurse fand ich für mich persönlich sehr stärkend. In der praktischen Ausbildung nach dem Studium konnte ich die gelernte Theorie sehr gut mit der Praxis in der Gemeinde verknüpfen und in Verbindung bringen. Ich finde es sehr motivierend, dass ich in meinem Beruf meinen Glauben an andere weitergeben kann, ihn aber auch durch andere weiterentwickeln und stärken kann.

    (Stefan Becker ist seit 2007 Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld.)

  • Corinna Sattler - Gemeindeassistentin in Saarlouis Switch

    Nach dem Abitur stand natürlich die Frage an: Und jetzt? Eines war mir klar: Ich wollte einen Beruf erlernen, bei dem ich Menschen begleiten und unterstützen kann. So entschloss ich mich zunächst für ein Lehramtsstudium mit den Fächern „Deutsch“ und „Kath. Religion“. Gerade als Lehrerin habe ich die Möglichkeit junge Menschen auf ihren Lebenswegen zu begleiten und zu unterstützen.

    Bei der Fächerwahl war besonders das Fach der „Kath. Religion“ nahe liegend, da ich von Kindheit und Jugend an in das Gemeindeleben involviert und an der Religion interessiert war. So habe ich  unter anderem Erfahrungen als Katechetin in der Erstkommunionvorbereitung gesammelt; das hatte mir bewusst gemacht, dass ich zum einen Freude daran, habe Wissen zu vermitteln, aber auch daran, über den Glauben ins Gespräch zu kommen.

    Ich war lange mit der Entscheidung sehr zufrieden, Lehrerin zu werden; bis ich an einen Punkt kam, an dem ich merkte, dass mir „nur“ Lehrerin sein nicht ausreichen würde und dass ich „mehr“ wollte. Ich wollte zwar mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, aber nicht nur im Kontext Schule, sondern auch darüber hinaus. Und dass ich gern auch mit anderen Altersgruppen, wie jungen Erwachsenen oder Senioren in Kontakt trete und arbeite. Daraufhin begann ich, mich intensiv über den Beruf Gemeindereferentin zu informieren und spürte, dass dies mein Weg sein könnte.

    Ich habe das Lehramtsstudium mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen und mich dazu entschieden, anstatt das Referendariat zu beginnen einen neuen Weg einzuschlagen. Somit schloss ich noch ein weiteres Studium an: das der Praktischen Theologie an der Katholischen Hochschule Mainz. Mittlerweile befinde ich mich in berufspraktischen Teil der Ausbildung und habe meine Entscheidung nicht bereut, diesen Weg einzuschlagen; sondern ich glaube, dass Gott einen Plan für unser Leben hat, uns auf unserem Weg unterstützt und uns von allen Seiten umgibt. Um es mit einem Psalm zu verdeutlichen: „Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen […] Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich“ (Ps 139,3-5).

    (Corinna Sattler absolviert von 2016 - 2018 ihre Berufseinführung in der Pfarreiengemeinschaft Saarlouis links der Saar.)

  • Claudia Kuhn - Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Sponheimer Land Switch

    Wie kam es das du dich für den Beruf interessiert hast?

    Schon als Jugendliche hatte ich Spaß mit Kindern zu arbeiten, zudem wollte ich soziale und christliche Werte vermitteln. So wurde ich Erzieherin und später Heilpädagogin. Während der Berufstätigkeit studierte ich „Theologie im Fernkurs“, weil mich die Hintergründe unseres Glaubens näher interessierten. Hier bin ich mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland zusammengetroffen und konnte in meinen eigenen zeitlichen Möglichkeiten lernen.  

    Ein prägendes Erlebnis?

    Als Mutter von drei Kindern arbeitete ich dann Teilzeit in einem Seniorenzentrum. Dies traute ich mir erst gar nicht zu, aber bald merkte ich, dass auch die Begegnung mit alten und kranken Menschen sehr bereichernd ist. Es reifte in mir der Wunsch Gemeindereferentin zu werden, weil ich Menschen in verschiedenen Lebenssituationen begleiten möchte. Zudem wollte ich entschiedener zu meinem Glauben stehen.

    Kompetenzen, die ich bei mir entdeckt habe?

    Meist finde ich schnell einen Zugang in gute Gespräche. Dies sind dann für mich kleine Schätze.

    (Claudia Kuhn ist im August 2016 als Gemeindereferentin im Bistum Trier beauftragt worden)

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