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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Januar 2021

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Füreinander beten, miteinander hoffen Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir um Geschwisterlichkeit unter den Menschen. Damit der Herr uns die Gnade schenken möge, in vollständiger Geschwisterlichkeit mit den Brüdern und Schwestern anderer Religionen zu leben und jeweils für einander zu beten.

    Für kirchengeschichtliche Verhältnisse ist es noch gar nicht so lange her, als am 7. Dezember 1965 die Erklärung Dignitates Humanae des Zweiten Vatikanisches Konzils über die Religionsfreiheit feierlich verkündet wurde. Noch nicht einmal hundert Jahre zuvor, verurteilte Papst Pius IX. 1864 in seiner Enzyklika Quanta Cura die Religionsfreiheit noch besonders scharf und veröffentlichte zugleich eine Sammlung von 80 modernen Irrtümern. Bahnbrechend für den interreligiösen Dialog war die Erklärung Nostrae Aetata in der das Zweite Vatikanische Konzil das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen klärte. Es dauerte dann noch einmal 22 Jahre bis Papst Johannes Paul II. die Vertreter verschiedener christlicher Kirchen und der Weltreligionen für den 27. Oktober 1987 zum ersten Weltgebetstag für den Frieden nach Assisi einlud. Die Gebetsmeinung von Papst Franziskus lässt wesentliche Motive aus der Ansprache seines Vorgängers erkennen: „Wenn es auch zwischen uns viele und bedeutsame Unterschiede gibt, so gibt es doch auch einen gemeinsamen Grund, von wo her es zusammenzuarbeiten gilt für die Lösung dieser dramatischen Herausforderung unserer Zeit; wahrer Friede oder katastrophaler Krieg? […] Ja, es gibt die Dimension des Gebetes, die sogar in der tatsächlichen Verschiedenheit der Religionen eine Verbindung mit einer Macht über allen menschlichen Kräften auszudrücken versucht. […] Die Form und der Inhalt unserer Gebete sind sehr verschieden, wie wir gesehen haben, und es kann keine Frage sein, sie auf eine Art gemeinsamen Nenner zu reduzieren. Dennoch haben wir in dieser tatsächlichen Verschiedenheit vielleicht neu entdeckt, dass es hinsichtlich des Friedensproblems und seiner Beziehung zur religiösen Verpflichtung etwas gibt, was uns miteinander verbindet. […] Die zweite Gemeinsamkeit ist die Überzeugung, dass der Friede die menschlichen Kräfte weit übersteigt, besonders in der gegenwärtigen Lage der Welt, und dass deshalb seine Quelle und Verwirklichung in jener Wirklichkeit zu suchen ist, die über uns allen ist. Das ist der Grund, warum ein jeder von uns um Frieden betet.“

    Florian Kunz

    Gebet

    Mit dem Hl. Franz von Assisi beten wir,
    dass der Herr uns zu einem Werkzeug seines Friedens mache,
    dass wir lieben können, wo Hass ist,
    dass wir einander verzeihen, wo Streit ist,
    dass wir Freude bringen, wo Kummer wohnt,
    und unser Glaube Licht sei, wo Finsternis regiert.
    Mit den Brüdern und Schwestern der anderer Religionen bringen wir unsere Welt vor Gott. 

  • Gesetz des Dialogs Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir um Gemeinschaft im Glauben und um Eintracht für die Kirche von Trier in den Herausforderungen unserer Zeit, die uns zu einem tatkräftigen Zeugnis für Jesus Christus herausrufen.

    Wer nach dem Wort Eintracht im Internet sucht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst auf die Aufzählung verschiedener Sportvereine stoßen. Da laut Duden Eintracht einen Zustand der Harmonie und des friedlichen Zusammenlebens beschreibt, scheint es nicht zufällig, dass Vereine ihre Aktivitäten gerade unter diesem Begriff zusammenfassen. Denn trotz aller Unterschiede, Fähigkeiten und Temperamente spielen die Mitglieder in einer Mannschaft zusammen und verfolgen ein gemeinsames Ziel. In der Trierer Ortskirche leben weit mehr als eine Million Katholiken. Es ist klar, dass bei einer so großen Zahl von Menschen und Perspektiven so etwas Eintracht eine große Herausforderung darstellt und dass um die ein oder andere gemeinsame Entscheidung gerungen werden muss. Der französische Dominikaner Marie-Dominique Chenu (1895-1990) hat einmal in einem Interview von den Gesetzen des Dialogs gesprochen. Die Anwendung dieser Gesetze möge ein Beitrag dazu leisten, dass wir in Eintracht die Herausforderungen unserer Zeit bestehen und bei aller notwendiger Diskussion das Ziel nicht aus den Augen verlieren, gemeinsam und tatkräftig Zeugnis für Jesus Christus abzulegen. Chenu unterscheidet drei Etappen: Die erste besteht darin, dass ich dem Anderen zunächst einmal mit gutem Willen begegne. In der zweiten Etappe geht es darum, dass ich ein Verständnis für die Gründe meines Gesprächspartners entwickele. Ich versuche seine Argumentation zu verstehen und hüte mich davor, alles Gesagte direkt zu widerlegen. Wenn ich die Gründe des Anderen kenne, stelle ich mich und meine Überzeugung selbst in Frage und suche nach der größeren Wahrheit, zu der mich mein Gesprächspartner womöglich hinführt. Es geht also um einen wirklichen Dialog, bei dem die Wahrheit es einen für die Wahrheit des anderen offen bleibt.

    Florian Kunz

    Gebet

    Jesus Christus,
    Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit
    und führe zusammen, was getrennt ist.
    Amen!

     

  • Gebet für Europa Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir um ein einiges und solidarisches Europa, auf das wir gerade in unserer Großregion angewiesen sind, das dem Wohl aller Menschen und dem Frieden in der Welt dient.

    Das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg besteht aus drei Teilen, nämlich dem elliptischen Parlamentsflügel und einem hohen runden Turm aus Glas und Stein, in dessen Mitte sich ein großer Platz befindet. Bemerkenswert ist neben der Transparenz des Gebäudes vor allem der zentrale Turm, der an seiner Ostseite geöffnet ist und den Eindruck vermittelt noch nicht fertiggestellt zu sein. Mit seiner Architektur steht das Gebäude des Europäischen Parlaments symbolisch für ein demokratisches Europa, in dem es allerdings noch viele Baustellen gibt, an denen noch weiter gebaut werden muss. In einem Brief an Pietro Parolin vom 22. Oktober 2020 schreibt Papst Franziskus: „das europäische Projekt rührt […] von dem Wunsch her, die Spaltung in der Vergangenheit zu überwinden. Es entspringt dem Bewusstsein, dass wir gemeinsam und geeint stärker sind, dass die Einheit über dem Konflikt steht und dass die Solidarität `zu einer Weise [wird], Geschichte in einem lebendigen Umfeld zu schreiben, wo die Konflikte, die Spannungen und Gegensätze zu einer vielgestaltigen Einheit führen können, die neues Leben hervorbringt´. Wir stehen vor der Wahl: „entweder wir gehen den Weg des letzten Jahrzehntes weiter, der von der Versuchung der Autonomie geprägt war und steuern so auf wachsende Missverständnisse, Gegensätze und Konflikte zu, oder entdecken wieder jenen Weg der Geschwisterlichkeit, der zweifellos die Gründerväter des modernen Europa […] inspiriert hat.“

    Florian Kunz

     

    Gebet:

    Wir beten das Gebet Vater der Menschheit - veröffentlicht auf der Seite der COMECE

     

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