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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - März 2022

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Die Würde menschlichen Lebens Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir für alle Christen, die vor bioethischen Herausforderungen stehen, dass sie weiterhin die Würde allen menschlichen Lebens durch Gebet und Handeln verteidigen.

    Der Mensch der heutigen, hochmodern entwickelten Gesellschaft sieht sich gleichzeitig auch großen Herausforderungen ausgesetzt. Immer muss er sich fragen nach der Richtigkeit seines Handelns. Dabei kann er nicht nur seine eigenen, privaten Interessen verfolgen, denn sein Handeln hat immer Auswirkungen auf Menschen in seiner Umgebung oder auch auf die Umwelt. Der Mensch ist ein soziales Wesen,  d.h. er ist grundsätzlich eingebunden in die Gemeinschaft mit anderen.

    Viele Herausforderungen wären zu nennen, vor denen der Mensch heute steht: etwa der weltweite Klimawandel, oder die Digitalisierung, die leider nicht immer zum Nutzen des menschlichen Zusammenlebens gebraucht wird, gleichzeitig erleben wir eine zunehmende Globalisierung auf allen Ebenen und in allen Bereichen menschlichen Lebens.

    Bleiben wir beim einzelnen Menschen, so können in seinem Verhalten große Herausforderungen bioethischer Art entstehen. Das beginnt mit dem menschlichen Fötus im Mutterleib und endet mit den quälenden Fragen um sein Sterben im Alter. Diese Fragen um das Sterben des Menschen haben eine neue Aktualität erreicht durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020. Darin sagt das Gericht: Jeder Mensch habe das Recht auf selbstbestimmtes Sterben und damit das Recht, sich selbst das Leben zu nehmen. Auch dürfe er sich dafür in jeder Phase seiner Existenz bei Dritten Hilfe suchen.

    Die katholische Kirche lehnt die Beihilfe zum Suizid ab. Sie spricht sich aber dafür aus, dem Menschen helfend nahe zu sein bis zum letzten Atemzug. Das geschieht durch palliativmedizinische, suizidpräventive und vor allem seelsorgliche und beratende Maßnahmen. Durch verständnisvolle menschliche Betreuung können Ängste im Blick auf die letzte Lebensphase abgemildert oder sogar gänzlich genommen werden. Die Corona-Pandemie-Zeit hat uns nochmal deutlich gemacht, wie heilsam es ist, dass der Mensch gleichsam an der Hand eines Menschen sterben kann - und nicht durch die Hand! Ein solches mitfühlendes Verhalten gebietet einfach die Würde des Menschen. Darin zeigt sich eine humane Gesellschaft, die wir doch grundsätzlich sein wollen. 

    Von Helmut Gammel

    Gebet

    Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir.
    Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür.
    Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,
    so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

    Paul Gerhardt, O Haupt voll Blut und Wunden, 5. Strophe Gotteslob Nr. 289

  • Für die Kranken und alle, die ihnen beistehen Switch

    Im Monat März beten wir mit Bischof Stephan für alle Schwerkranken, die auf ein Ende ihres Leidens hoffen, und für alle, die ihnen in ihren Ängsten beistehen und ihnen Trost spenden.

    „Warum?“ - diese Frage steht oftmals groß im Raum, wenn jemand von Krankheit und Leid betroffen ist. Als Diakon habe ich schon oft am Bett eines Schwerkranken gesessen, gemeinsam mit den Angehörigen und Freunden – ohnmächtig, hilflos und traurig. Man will so gerne helfen und kann es nicht. Und doch ist es wichtig, im Leid zusammenzustehen – sowohl für die Schwerkranken, denen es meist gut tut, liebe Menschen an ihrer Seite zu wissen – als auch den Angehörigen und Freunden. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – weiß der Volksmund und ich glaube, dass es stimmt. Angesichts von schwerer Krankheit ist es die Gemeinschaft, die trägt. Aber auch das gemeinsame Gebet um Gottes liebende Nähe, von dem wir glauben und hoffen, dass er uns auch im Leid oder besser gerade im Leid spürbar nahe ist. Gemeinsam durchgestandenes Leid verändert einen Menschen. Einmal sagte eine Frau zu mir: „Früher konnte ich mich aufregen, wenn der Nachbar den Rasen mähte, während ich im Garten ein Buch lesen wollte. Heute wundere ich mich, wie ich mich über so etwas Nebensächliches aufregen konnte.“

    Von Axel Berger

    Gebet

    Wir beten in diesem Monat für alle Schwerkranken und alle, die ihnen in dieser Zeit des Leids beistehen, um Kraft, Ausdauer und Geduld. Wir bitten Gott um spürbare Zeichen seiner liebenden Gegenwart mit einem Gebet von Dietrich Bonhoeffer:

    Gott, zu dir rufe ich: In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
    Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
    Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe.
    Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.
    In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld.
    Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.

    (Dietrich Bonhoeffer)

  • Für alle mit politischer Verantwortung Switch

    Im Monat März beten wir mit Bischof Stephan für alle Frauen und Männer, die in den Parlamenten politische Verantwortung für ein gutes Zusammenleben aller Menschen übernehmen.

    Als Christinnen und Christen bauen wir mutig am Reich Gottes mit, das im Wirken Jesu vor über 2000 Jahren seinen Anfang genommen hat. Schaut man sich um, so kann man nicht anders, als wahrzu-nehmen, dass wir momentan auch viele Rückschritte erleben müssen, die die Umsetzung des „Himmels auf Erden“ in weite Ferne rücken lassen. Ich beneide sie nicht, unsere Politikerinnen und Politiker in unseren Parlamenten, die sich einsetzen für ein gutes Zusammenleben aller Menschen. Die Globale Klimakrise, die Krisenherde in der Ukraine, in Syrien, im Nahen Osten, im Jemen -um nur einige zu nennen - die Corona-Pandemie, die wachsende Weltbevölkerung, die immer größer werdende Kluft zwischen Armen und Reichen, den Werteverfall unserer Gesellschaft. Diese Liste ließe sich mühelos verlängern. Groß ist die Zahl der Probleme und gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder ökologischen Herausforderungen unserer Tage, denen sich Politikerinnen und Politiker stellen müssen. Groß ist aber auch die Welle der Empathie von Menschen, die zusammenstehen und sich für Frieden und Gerechtigkeit und eine bessere Welt einsetzen. Ein Tun, das Hoffnung macht.

    Von Axel Berger

    Gebet

    Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.

    (Stephen Vincent Benét, Gebet der Vereinten Nationen)

Das Video vom Papst

Beten wir, dass wir eine christliche Antwort auf die Herausforderungen der Bioethik geben können.
Es ist klar, dass die Wissenschaft Fortschritte gemacht hat und die Bioethik uns heute vor eine Reihe von Problemen stellt, auf die wir reagieren müssen. Wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken wie Vogel Strauß.
Biotechnologische Anwendungen müssen immer auf der Grundlage der Achtung der Menschenwürde eingesetzt werden.
Zum Beispiel dürfen menschliche Embryonen nicht als Wegwerfmaterial behandelt werden. Auch sie sind Gegenstand dieser Wegwerfkultur. Nein, das ist inakzeptabel! So wird diese Kultur verbreitet, die so viel Schaden anrichtet.
Wir dürfen nicht zulassen, dass der wirtschaftliche Profit die biomedizinische Forschung bestimmt.
Wir müssen die tiefgreifenden Veränderungen, die sich vollziehen, mit einer noch tieferen, noch differenzierteren Unterscheidungsgabe verstehen.
Es geht nicht darum, den technischen Fortschritt zu bremsen. Nein, es geht darum, ihn zu begleiten. Es geht darum, sowohl die Menschenwürde als auch den Fortschritt zu schützen. Mit anderen Worten: Wir dürfen für den Fortschritt nicht den Preis der Menschenwürde zahlen, nein. Beides geht Hand in Hand, harmonisch.
Angesichts der neuen Herausforderungen, die die Bioethik mit sich bringt, wollen wir beten, dass Christen durch Gebet und Handeln die Würde allen menschlichen Lebens verteidigen.

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