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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat"

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan (Januar 2018)

  • Für die religiösen Minderheiten in Asien Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir im Monat Januar für die religiösen Minderheiten in Asien:  Dass Christen und andere religiöse Minderheiten in asiatischen Ländern ihren Glauben in voller Freiheit leben können.

    Laut Report von Amnesty International (2014/2015) wird den Regierungen in Asien ein Versagen vorgeworfen, die zunehmende Intoleranz gegenüber religiösen und ethnischen Minderheiten zu bekämpfen. In Sri Lanka und Myanmar unternahmen die Regierungen trotz gewaltsamer Vorfälle nichts, um rassistischem oder religiösem Hass sowie der Aufstachelung zu Gewalt entgegenzuwirken. Die Situation in Myanmar war im letzten Jahr auch das bestimmende Thema der Papstreise.

    Im Aufsatz „Macht und Ohnmacht eines Pontifex“ (Eschborn/Sisouphantavong) der Konrad-Adenauer Stiftung wird die Situation differenziert beleuchtet. Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und Myanmar, welche erst im Mai 2017 aufgenommen wurden, sollten gefestigt werden. Die ganze Welt legte den Fokus auf die Rohingya-Krise, während die christliche Minderheit hoffte, der Papst würde ihren Problemen eine Stimme geben. Das Land ist seit Jahrzehnten von ethnisch-religiösen Konflikten geprägt, die auch das Leben christlicher Minderheiten in den Grenzregionen bestimmen. Unter ihnen gibt es eine Vielzahl von Heimatlosen und Binnen-Vertriebenen. Für die christlichen Minderheiten war der Papstbesuch ein signifikanter Moment der Bestärkung im Glauben und der Förderung interreligiöser Zusammenarbeit; allerdings waren Menschenrechtsorganisationen enttäuscht über die Vermeidung des Begriffes „Rohingya“.

    Papst Franziskus hat sich jedoch entschieden für die Achtung der Menschenrechte für jede religiöse und ethnische Minderheit ausgesprochen. Seine Forderung nach Gerechtigkeit und Respekt ist eine laute Stimme in der Welt, die Gehör gefunden hat. Entgegen der Ohnmacht angesichts zahlreicher Konflikte in Asien und weltweit, in denen Minderheiten bedroht und verfolgt werden, ist diese Stimme eine laute Stimme der Hoffnung, von der wir nur hoffen können, dass sie Frucht trägt.

    Gott des Lebens, du hast den Menschen als dein Abbild geschaffen. In jedem Menschen entdecken wir dich und durch jeden schaust du uns an. Du hast uns deine Welt anvertraut. Hilf uns, in Frieden und gegenseitiger Achtung zu leben und die Welt zu gestalten. Gerechtigkeit und Respekt sollen gelten statt Hass und Gewalt. Gib uns die Kraft, jeder Ausgrenzung entgegenzutreten und denen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden. Du bist der Gott, der das Leben in Fülle will – für alle, ohne Ausnahme. Auf dich hoffen wir von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

  • Für die Menschen, die vor einer schweren Entscheidung stehen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir im Monat Januar für die Menschen, die vor einer schweren Entscheidung stehen, und die in Sorgen und  Ängsten keine Auswege aus einer schwierigen Lebenssituation finden.

    Noch nie konnten Menschen so viel entscheiden wie heute. Die vielen Möglichkeiten machen das Leben nicht leichter, im Gegenteil. Jeden Tag treffen wir eine Vielzahl  von Entscheidungen, bewusst oder unbewusst. Manchmal gleicht das Leben dabei einem Herumirren in einem Wald voller Möglichkeiten. Und manchmal ist der Wald dunkel, da es nur wenige Möglichkeiten zur Entscheidung zu geben scheint, da Angst und Zweifel dominieren.

    Goethe schrieb zu seiner Zeit „Es ist nichts erbärmlicher in der Welt als ein unentschlossener Mensch, der zwischen zwei Empfindungen schwebt, gerne beide vereinigen möchte und nicht begreift, dass nichts sie vereinigen kann als eben der Zweifel, die Unruhe, die ihn peinigen“. Die Zeilen klingen hart und vorwurfsvoll, wenig empathisch. Genauer gelesen, sagt Goethe, dass der Zweifel, die Angst, alles, was aufwühlt, gleichzeitig bewegt und verbindet. Der Mensch entscheidet nie nur rein rational. Aus guten Gründen hat der Mensch Verstand und Gefühl. Beides muss miteinander reden, auch der Zweifel braucht seine Stimme in uns.

    Viele Menschen stehen angesichts existentieller Nöte vor schwierigen Entscheidungen, bei denen es oft so scheint, als seien Kopf und Herz unfähig, zu denken, zu fühlen oder zu handeln. Es ist, als würden sie nur wild miteinander reden, sodass der Mensch sich in allem zu verlieren droht.

    Von einer Christin aus China stammen folgende Zeilen, die besonders zu Beginn des neuen Jahres Mut und Vertrauen geben wollen, trotz aller Zweifel und Unsicherheiten: „Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte des neuen Jahres stand: Gib mir ein Licht, damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgegengehen kann. Aber er antwortete: Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes. Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg.

    Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir. Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht, bei dir ist die Hilfe bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich. (nach Dietrich Bonhoeffer)

  • Für alle, die sich in Politik und Gesellschaft für das Wohl der Menschen einsetzen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir im Monat Januar für alle, die sich in Politik und Gesellschaft für das Wohl der Menschen einsetzen: Segne ihr Wirken für eine neue Solidarität in unserem Land.

    Seit 1996 ist der 27. Januar der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz, in dem die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen ermordet hatten. 1996 wandte sich der damalige Bundespräsident Roman Herzog mit einem klaren Appell an die deutsche Bevölkerung: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“. 2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den Tag international zum Holocaust-Gedenktag zu machen. Die Generation der Opfer und Täter stirbt aus, es gibt immer weniger Überlebende, die ihre Erfahrungen weitergeben können. Umso wichtiger ist es, die Erinnerung lebendig zu halten, damit, wie es Theodor W. Adorno sagte, „Auschwitz sich nie wiederhole“.

    Auch der deutsche Bundestag gedenkt an jedem 27. Januar der Opfer des Holocaust. Damit macht er sich gleichzeitig seine politische Verantwortung bewusst: die Geschichte nicht zu vergessen, sondern seine Politik auf das Wohl aller Menschen in Frieden und Toleranz auszurichten. Die Verantwortung der Politiker, aber auch aller Bürger ist groß, eine Solidarität unter der Bevölkerung zu stiften, die Ausgrenzung und Missachtung nicht kennt.

    Wir glauben an einen Gott, der uns Menschen die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden ins Herz gelegt hat, dass wir unsere Kräfte einsetzen für eine menschlichere Welt. Doch unsere Welt ist an vielen Orten bestimmt von Krieg, Terror und Gewalt, von Hass und Diskriminierung. Wir sehnen uns nach Recht in einer Welt, deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit. Wir beten zu dir Gott: Mach uns zu einem Werkzeug deines Friedens, damit wir eine neue Solidarität stiften und leben. Amen.

    Sandra Jungbluth, Merzig

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