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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Dezember 2020

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Ein Leben aus dem Gebet Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir im Monat Dezember für ein Leben aus dem Gebet: Wir beten dafür, dass unsere persönliche Christusbeziehung durch das Wort Gottes und unser Gebet wachse.

    Unter dem Hashtag #keineBange finden wir seit Anfang November im Internet Texte, Bilder oder Fotos, in und mit denen sich Menschen gegenseitig „keine Bange“ zusagen und zugesagt bekommen. „Keine Bange“ –  „Fürchtet euch nicht“ lesen wir auch immer wieder in der Bibel. Gott spricht es uns zu oder Menschen sprechen es in seinem Namen einander zu. Auch die Gedanken im Internet knüpfen immer an einen „Fürchtet-euch-nicht-Bibelvers“ an und erzählen ganz alltäglich von dem, was hilft an „Keine Bange“ zu glauben.

    „Keine Bange“ sagt auch der Verfasser des ersten Petrusbriefes. Da heißt es: „Aber auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leidet, seid ihr seligzupreisen. Fürchtet euch nicht vor ihnen und lasst euch nicht erschrecken, heiligt vielmehr in eurem Herzen Christus, den Herrn! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt;“ (1Petr 3,14f).  Um der Gerechtigkeit willen leiden… da denke ich in dieser Zeit an alle, die sich abmühen gute Entscheidungen zu treffen und viel zu schnell in der Kritik stehen, die einiges aushalten müssen und mit denen doch eigentlich keiner tauschen will. Ich denke an die, die immer einen guten Job gemacht haben, mit Leidenschaft Menschen begeistert haben und jetzt ohne Einkommen da stehen und um ihre Existenz bangen. „Keine Bange“ scheint da manchmal schnell daher gesagt zu sein. Es muss um mehr gehen als um naiven Optimismus. Es geht um Hoffnung, die an die Stelle der Furcht tritt. Um Hoffnung, die mehr ist als naiver Optimismus, der einfach nur das Gute sehen will. Es geht um Hoffnung, die die Angst ernst nimmt ohne zu verzweifeln, die das Gute auch in der Ungewissheit erwartet und die Sorge aushält. Die christliche Hoffnung schöpft sich aus dem, der selbst immer wieder gesagt hat „Keine Bange“ – „Fürchtet euch nicht“. Darum fordert der Erste Petrusbrief dazu auf, ihn, Christus, im Herzen heilig, die Beziehung zu ihm lebendig zu halten. So bekommt unsere Hoffnung Kraft, um in Worten verstehbar und im Handeln sichtbar zu werden. Denn tatenlose Hoffnung ist leere Hoffnung. Es kommt auf uns an, uns nicht im Gebet zu verkriechen, sondern aus dem Gebet heraus zu leben.

    „Keine Bange“ – „Fürchtet euch nicht“ kann ich mir im Lesen der Schrift und im Gebet immer wieder zusagen lassen, das Beispiel Jesu zeigt mir dann: geh raus, mach was draus, damit „Keine Bange“ nicht daher gesagt bleibt, nicht für mich und nicht für alle, die es so dringend brauchen. Egal wie schwer es gerade ist, gemeinsam gehen wir da durch. Vielleicht sind die Texte, Bilder oder Fotos unter #keineBange eine Inspiration, das Eigene zu entdecken oder wiederzufinden, das hilft an „Keine Bange“ zu glauben.

    (Von Sandra Baltes)

    Gebet

    Jesus,
    auch wenn es manchmal schwer fällt nicht zu verzweifeln
    und wir uns gerne bei dir verkriechen würden,
    bist du der Weg, der nach vorne zeigt,
    und die Kraft, die unserer Hoffnung starke Worte und helfende Hände gibt,
    damit wir selbst und hoffentlich auch andere durch uns glauben können:
    keine Bange, fürchtet euch nicht!
    Amen.

  • Für die Familien, die Weihnachten feiern Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir im Monat Dezember für die Familien, die das Weihnachtsfest gemeinsam feiern, und für alle, die an diesen Tagen arbeiten müssen oder von der Familie getrennt sind.

    In meiner Erinnerung gehört es in unserem Weihnachtsgottesdienst immer dazu für alle zu beten, die das Weihnachtsfest alleine verbringen oder arbeiten müssen. In diesem Jahr betet sich diese Fürbitte ganz anders, denn es werden viel mehr Menschen sein, die das Weihnachtsfest nicht mit ihrer Familie feiern können werden.

    [In den Gedanken zur Fürbitte von Papst Franziskus für den Dezember] habe ich von #keineBange erzählt. Vielleicht haben Sie im Internet danach gesucht und sich von den Gedanken, Fotos, Bildern oder Liedern anregen, trösten, ermutigen, anspornen, auffordern,… lassen ihre eigenen „Keine-Bange-Gedanken“ mitten im Alltag, im Gebet zu entdecken.

    In der Weihnachtsgeschichte trifft es die Hirten bei ihrer Arbeit auf dem Feld. Da sagt der Engel des Herrn zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude“ (Lk 2,10a) Die Weihnachtsbotschaft trifft sie mitten in ihrem Alltag, der wahrscheinlich nicht halb so schön war, wie es uns manche Krippendarstellung zeigt. Nicht halb so schön wird vermutlich auch für viele das diesjährige Weihnachtsfest sein. Karikaturen zeichnen sogar Freude darüber, das Tante oder Onkel nicht kommen können. Karikierter Zynismus, der lachen lässt, wo man lieber heulen möchte. Für manche Menschen wird dieses Weihnachtsfest aber genauso einsam wie immer sein, weil auch ihr Alltag einsam ist. Auch die Weihnachtsgottesdienste werden ganz anders sein. Eigentlich mag ich „Stille Nacht, heilige Nacht“ gar nicht so gern und doch hatte ich jedes Jahr neu Gänsehaut. Für mich wurde dabei immer spürbar: eigentlich geht es mir zuwider  „holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh“, es war bestimmt nicht so heimelig im Stall und gleichzeitig war da bei mir immer die Sehnsucht nach Stille, die die Welt an hält und für einen Moment alles heimelig, alles gut sein lässt, die den Einsamen und Traurigen echte Freude schenkt. Dieses Jahr werden wir es nicht alle zusammen singen können. Aber die Sehnsucht nach der Freude bleibt.

    „Keine Bange“ – „Fürchtet euch nicht“ sprechen die Engel heute in unseren Alltag, in so manche Trostlosigkeit des nahenden Weihnachtsfestes. Vielleicht können die Hirten uns ein Beispiel sein. Sie haben sich auf den Weg gemacht, ohne zu wissen, was sie erwartet, gelenkt von der Hoffnung, dass es sich lohnt. Gehen wir weiter, egal wie schwer es gerade ist, gemeinsam gehen wir da durch,  zusammen mit Ihm, den wir erwarten, dem Immanuel – Gott mit uns!

    (Von Sandra Baltes)

    Gebet

    O Immanuel,
    du hast dein Volk befreit und bist Mensch geworden,
    um uns eine Zukunft zu geben.
    Mach uns frei von aller Sorge und Traurigkeit,
    damit die Freude, die die Engel verkünden, in uns lebendig ist
    und uns zeigt, dass es sich lohnt weiterzugehen, auch in schweren Zeiten,
    denn du bist der Gott mit uns.
    Amen.

  • Für Menschen in Armut Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir im Dezember für die Menschen, die mitten unter uns in Armut leben, oft versteckt und heimlich, besonders für die Kinder.

    Die letzten beiden Impulse schon waren meine Gedanken zur Fürbitte von #keineBange geprägt. Hier finde ich es herausfordernd daran anzuknüpfen, denn wenn es um Armut geht, laufen wir schnell Gefahr, dass „Keine Bange“ einfach nur daher gesagt ist.

    Armut hat so viele Gesichter. Sie reicht von der Armut derer, die Hunger leiden, kein Obdach haben, Krieg, Terror und Gewalt ausgesetzt sind bis hin zur (oft versteckten) Armut derer, die mitten in unserer wohlhabenden Gesellschaft leben und unter Armut leiden. Diese Armut bemisst sich dabei nicht nur am Mangel an Geld, sondern auch an mangelnder Teilhabe an zentralen Lebensbereichen wie Bildung, Erwerbsarbeit, gesundheitliche Versorgung, Wohnen und Kultur. Armut schließt aus und macht einsam.

    Am diesjährigen Welttag der Armen schrieb Misereor: „Wir alle kämpfen mit den Einschränkungen und womöglich auch mit existentiellen Sorgen angesichts der Corona-Pandemie. Doch wenn wir die Pandemie schon so sehr spüren, wie sehr müssen dann die Ärmsten dieser Welt unter ihr leiden?

    Wie soll einem da nicht bange werden? Wie soll man da sagen können habt „Keine Bange“ – „Fürchtet euch nicht“?

    Manchmal weiß ich es nicht. Doch wenn ich selbst unter dem Hashtag #keineBange reinschaue, was da bis Ende November geschrieben wurde, habe ich für mich entdeckt, dass es sehr persönlich ist, wie ich mir Gottes „Fürchte dich nicht“ zusagen lasse, wo ich es entdecke, wie es bei mir ankommt oder auch nicht. Gottes „Keine Bange“ – „Fürchtet euch nicht“ ist nicht für jede und jeden auf gleiche Weise verstehbar. Aber ich bin mir sicher: er spricht es zu uns allen, laut und leise, aber nie nur so daher gesagt! Mir gibt sie Trost zu hoffen, wenn mir selbst mal wieder bange ist angesichts der Armut in dieser Welt, die wir auch am nächsten Welttag der Armen noch genauso beklagen müssen wie in diesem Jahr. Und manchmal gibt sie mir auch Mut, dass ich sogar ein ganz kleines bisschen was verändern kann, damit andere spüren: „Keine Bange!“.

    Von Sandra Baltes

    Gebet

    Menschgewordener Gott,
    du bist als kleines, schutzloses Kind in diese Welt gekommen.
    Du warst und bist an der Seite all derer, die unter Armut leiden, die ausgegrenzt werden, die einsam sind.
    Uns allen gibst du den Mut, durch deine Kraft gemeinsam die Welt zu verändern, damit keinem bange sein muss.
    Wir brauchen dein „Fürchtet euch nicht“ immer wieder,
    jeden Tag neu,
    damit wir es glauben und nicht ohnmächtig bleiben angesichts der Not so vieler auf dieser Welt.
    Darum bitten wir dich – immer wieder.
    Amen.

     

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