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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - April 2021

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Kämpferinnen und Kämpfer für die Grundrechte Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir für diejenigen, die ihr Leben riskieren, während sie in Diktaturen, autoritären Regimen und sogar in Demokratien in Krisensituationen für die grundlegenden Rechte kämpfen.

    Ende der 80er Jahre erhielt unsere Familie Besuch aus Brasilien. Urenkelinnen und Urenkel jener Verwandten, die Ende des 19. Jh. in den Süden Brasiliens ausgewandert waren, kamen, um „ihre Wurzeln“ kennenzulernen. Bei den vielen Gesprächen miteinander ging es bald auch darum, wie die Nachkommen der Verwandten in Brasilien lebten. Und sie erzählten u.a. von ihren Berufen, als Lehrerinnen, Bürokräfte und Angestellte. Und wir stellten fest: Wie bei uns im Saarland, wo es in unserer Familie immer Menschen gab und gibt, die sich in der Kirche engagieren, so ist es auch bei der weit entfernten Verwandtschaft in Brasilien: man ist in den Kirchengemeinden aktiv. Aber es ist auch ganz anders, so anders, dass mir zwischendurch der Atem stockte. Denn nicht nur, dass ein Erzbischof in der Abstammungslinie zu finden ist, es gibt auch Verwandte, die als Katechisten tätig sind und mit vielen anderen Gleichgesinnten auf den berüchtigten „Schwarzen Listen“ der Großgrundbesitzer des Amazonasgebietes standen. Darauf zu stehen, das war mir durch meine Besuche bei Misereor in Aachen klar, hieß: diese Leute waren quasi „zum Abschuss freigegeben“. Wer sich für die Benachteiligten und Schwachen, für die indigene Bevölkerung einsetzte und einsetzt, wer von den Großgrundbesitzern und Konzernen Gerechtigkeit einforderte und einfordert, ist sich seines Lebens nicht mehr sicher. Und das galt auch für den unbekannten Verwandten und seine Familie. Bedroht mit dem Tod - das galt da hautnah auch für jemanden aus meiner Verwandtschaft, aus unserer Sippe.

    Es machte mir deutlich, wie wichtig unsere Unterstützung hier im relativ abgesicherten Deutschland für die verletzlichen Menschen ist, die sich dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung stellen: Unterstützung, die im Beten für diese Menschen besteht; Unterstützung, die immer wieder an diese ungerechten und rechtlosen Zustände erinnert; Unterstützung, die ausbeuterisches Wirtschaften  anklagt und sanktioniert; Unterstützung, die fordert, dass Täterinnen und Täter  zur Rechenschaft gezogen werden, so wie es auch die biblischen Schriften fordern.

    (Von Marliese Klees)

    Gebet

    Uns verbindet das Vertrauen in den Gott des Lebens,
    der alle Völker zum Festmahl seines Reiches einlädt,
    wo er selbst alle Tränen trocknen und entgegennehmen wird, was wir für die Leidenden getan haben. (vgl. QA 109/110)

    Mit seinem Segen stärke und schütze uns der dreifaltige Gott –
    der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
    Amen.

    (Den Weg Jesu gehen. Anders leben; Misereor Kreuzweg für Erwachsene 2021)

  • Für die Kommunionkinder und alle, die sie begleiten Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die Kommunionkinder, die in die Freundschaft mit Jesus hineinwachsen, und für alle, die sie vorbereitet haben und weiter begleiten.

    Juan Manuel Cotelo ist ein spanischer Regisseur. Vor einigen Jahren hat er sich in der Kommunionvorbereitung seiner drei Töchter engagiert. Dabei entdeckte er,  dass ihm diese Arbeit viel Spaß machte. Biblische und theologische Inhalte in kindgerechte, verständliche Geschichten ‚ zu verpacken‘, das schien ihm unter den Bedingungen von Corona eine wichtige und notwendige Hilfe gerade für Eltern zu sein. Also macht er, was ein Regisseur halt so macht: er dreht Filme, kleine Clips, die von seinem Verständnis der Erstkommunion, seinem Glauben und seinen Erfahrungen mit den Kindern erzählen, aber auch solche, in denen er sich direkt an die Eltern wendet, um sie bei ihrem für Kinder so wichtigen Engagement zu unterstützen.  Und so erzählt er: von einem geheimen Zimmer, vom Fußballclub der Propheten, von einer Umarmung, von einem anonymen Künstler und dem Krankenhaus der Seele. Im „Lebenslauf Gottes“ etwa heißt es dann zu ‚Familienstand‘: „Vater einer Großfamilie. Meine Kinderschar ist unzählbar.“ Und bei den Hobbys im Lebenslauf findet sich als Angabe: „Ich mag besonders die Natur, das Meer, die See …“ Und ‚Hausaufgaben’ gibt’s natürlich auch.

    „Kathoquiz“ heißt die Serie, die er auf Youtube eingestellt hat. Mittlerweile ist sie in verschiedene Sprachen übersetzt und erreicht Kinder und Katechetinnen und Katecheten rund um den Erdball. Selbst wenn jemand nicht gerade in der Kommunionvorbereitung steckt: in dieser Serie gibt es einige interessante Anregungen, um sich so seine Gedanken über „Gott und die Welt“ zu machen und dabei schöne und freudige Überraschungen zu entdecken, die coronageplagten Menschen andere Perspektiven eröffnen.

    (Von Marliese Klees)

    Gebet

    Gott, Du hast uns diese Erde geschenkt und alles, was auf ihr lebt.

    Du hast uns unsere Kinder anvertraut, die auch noch nach uns diese Welt bewohnen sollen.
    Eines Tages wird es an ihnen liegen, wie diese Erde gestaltet sein wird.
    Wir kennen nicht die Zukunft unserer Kinder, aber wir wissen, dass ihre Zukunft arm sein wird ohne Dich, o Gott.
    Wr wissen schon jetzt, dass sie Halt und Stütze in Dir finden können.

    Gib uns allen die Kraft, unsere Kinder auf dieses Leben vorzubereiten.
    Gib uns die Kraft, nicht nur unser Wissen, sondern auch unseren Glauben an sie weiter zu geben.
    Gib uns dazu Deinen Segen.

    Amen.
    (www.st-eligius.de/gottesdienste/Erstkommunion)

  • Für die Frauen in der Kirche Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle Frauen, die sich in der Kirche engagieren und Verantwortung übernehmen, aber unter fehlender Anerkennung und Teilhabe leiden.

    Seit ein paar Tagen ist ein Buch der Franziskanerin Sr. Dr. Katharina Ganz auf dem Markt. „Frauen stören! Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft!“ So lautet der Titel. Schon im Vorfeld wurde Sr. Katharina heftigst dafür angegriffen, wurde ihr das Schreiben schwer gemacht. Sie sagt, was viele nicht hören wollen: nämlich Frauen, die nach Worten für ihr Unglück in der Kirche suchen. Sie erzählt in ihrem Buch, wie unterdrückend Frauen den Umgang ihrer Kirche mit ihnen erleben, was am Verhalten der Kirche theologisch höchst bedenklich und beunruhigend ist und wie Kirche sich im Sinne der Teilhabe von Frauen ändern muss - wenn sie und die Botschaft Jesu weiterhin einen wichtigen Platz im Leben der Menschen haben sollen.

    Ihre Diagnose zur Situation der Kirche bestätigt auch die Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Sabine Demel. Sie fordert ebenfalls, die Kirche brauche Frauen als gleichberechtigte Partnerinnen. Und zwar "nicht, weil sie sonst zu wenig Personal für die tägliche Arbeit und Umsetzung ihrer Sendung hätte, sondern weil dies die Ebenbildlichkeit des Menschen als Mann und Frau verlangt“. Es gilt: Alles, was in dieser Welt ist, ist nicht Gott, weder Männer noch Frauen noch Diverse sind Gott. Aber in allem ist Gott zu finden.

    Wenn die Gebetsmeinung dieses Monats also für Frauen beten soll, dann muss sie theologisch notwendig auch für die Männer und für die Kirche beten. Denn in vielen Bereichen gibt es beklagenswerte Zustände: die Not der Frauen, die die Schönheit des Glaubens und Betens lehren; ihr Zorn auf das System dieser derzeit so verfassten und damit strukturell sündigen Kirche und die Angst der Führungspersönlichkeiten und Männer, die an der nur bildhaften, irdischen Oberfläche des Glaubens verharren festhalten wollen.

    (Von Marliese Klees)

    Gebet

    „Von Frauen gestiftet, von Frauen getragen, von Frauen bezeugt, von Frauen errungen und belebt. So ist Kirche.
    Und nur so wird sie Zukunft haben.
    Die Frauen-Frage und Antworten auf die Anfragen von Frauen sind entscheidend dafür, ob es in unserer kulturellen und gesellschaftlichen Situation mit dem Glauben an den Gott der Liebe und seinen rettenden Sohn und seine vitale Geistkraft weitergeht – oder ob dieses Jahrtausende alte Bekenntnis weiter ins Stocken gerät.“
    (Bischof Georg Bätzing)

    Du Gott des Lebens,
    wir glauben Dir, weil Dein Sein unser ganzes irdisches Leben übersteigt.
    Wir glauben Dir, weil wir zu Dir beten können.
    Wir glauben Dir, weil Du eine Kirche für alle willst, eine Kirche in der alle Deine Botschaft des Lebens weitertragen.
    Schenke Du uns allen Deine Kraft, die dafür neuen Schritte zu tun.
    Amen.

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