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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Mai 2022

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Für alle jungen Menschen, die ja zu einem Leben in Fülle berufen sind Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir für alle jungen Menschen, die ja zu einem Leben in Fülle berufen sind; am Beispiel Marias mögen sie hören lernen, gutes Unterscheiden, Mut zum Glauben und Bereitschaft zum Dienen.

    „Über Maria ein Buch schreiben, das kann man erst als Rentner,“ meinte ein Theologe. Denn über Maria etwas aussagen, das ist wie ‚ein heißes Eisen’ anfassen und kann fast nur zu Streitereien und Konflikten führen, zu tiefster Zustimmung oder zu einem Häresievorwurf. Zu sehr scheiden sich am Blick auf Maria die Geister der schwärmend Frommen einerseits und der nüchtern Frommen andererseits. Maria, Jüdin, Einzelkind, kritischer Geist im Umgang mit der Religion und damit mit den gesellschaftlichen Autoritäten ihrer Zeit, selbständig denkende Frau, unverbrüchlich sorgende Mutter, die ihrem Kind einen Vater gibt, der gesagt haben soll, dass das Kind nicht sein Kind sei, die selbst ihrem erwachsenen Sohn noch dreinredet und sagt, was er tun soll - diese Frau stellt der Papst Jugendlichen als Richtschnur für’s Erwachsenwerden vor. Er selber ‚bespricht‘ sich selbst in seinem fortgeschrittenen Alter auch immer mit ihr,; so besucht er sie vor allen seinen Reisen, die Madonna „Salus populi Romani“ in der Basilika Santa Maria Maggiore. Vor allen Reisen, die ihn ja in der Regel in Konfliktregionen unserer Zeit führen, geht er zu ihr und als erstes ‚erstattet er ihr Bericht‘, wenn er von diesen Reisen zurückkommt.
    In unserer zukunftsunsicheren Zeit ist sie ihm ein Vor-Bild für diesen Spagat zwischen Kritik an der Politik und Barmherzigkeit den Menschen gegenüber, zwischen klarer Haltung und doch Geduld mit Friedensprozessen, die sich nur mühsam entwickeln lassen, zwischen Hilfe und Eigenverantwortung, zwischen Tatkraft undGelassenheit, zwischen hartnäckigem Werben und Fordern von Frieden und Gerechtigkeit und pastoraler Zuwendung zu den Menschen. Er sieht in Maria die Eigenständigkeit und Solidarität, die es zum Leben braucht. Statt Entmutigung durch gesellschaftliche und politische Umstände und Menschen will er junge Menschen ermutigen zu Freiheit, Selbständigkeit,
    Langem Atem in den Herausforderungen des Lebens und zu Gottvertrauen.
    Den jungen Leuten will er ihre Entscheidungen lassen, aber sie auch vertrauensvoll an Maria verweisen, diese Frau, die eigenständig und mit Fingerspitzengefühl der Botschaft des menschenfreundlichen Gottes Hand und Fuß gegeben hat, die - manchmal unkonventionell - ihren eigenen Weg gehen.

    Von Marliese Klees, Saarbrücken 

    Gebet

    Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist. Bewahre mich vor dem Glauben, es müsse alles glatt gehen im Leben. Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele, eine Geste deiner Liebe, ein freundliches Echo, und wenigstens hin und wieder das Erlebnis, dass ich gebraucht werde.
    Mache aus mir einen Menschen, der einem Schiff im Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die unten sind. Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche. Amen.

    Antonie de Saint-Exupéry

  • Für alle, die sich in Gemeinschaft versammeln Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die sich zu den Heilig-Rock-Tagen, zum Katholikentag in Stuttgart oder zu anderen Gelegenheiten in Gemeinschaft versammeln, sich über ihren Glauben austauschen und ihn miteinander feiern.

    „Endlich wieder analog“ - nach den Lockdowns der beiden vergangenen Jahre war das die Einladung zu Besuchen innerhalb von Familien und Freundeskreisen, aber auch in den unterschiedlichsten  Gruppen und Veranstaltungen. Ob bei den Nationalparkpartnern des Wattenmeeres oder bei Chorsängern und -sängerinnen, ob im Schülertheater oder bei Besucherinnen und Besuchern im Gottesdienst: endlich, endlich wieder analog und - so lässt sich hinzufügen - in großer Zahl. Und in allen Meldungen ist zu lesen, wie sehr die Menschen sich über persönliche Treffen freuen. Gesprächspartnerinnen und -partnern wieder gegenüberzustehen oder zu sitzen, die Atmosphäre von Räumen und Gesprächen erleben, Anregungen, Kritik und Wohlwollen der anderen direkt zu spüren - das war und ist für viele ein Geschenk. So lassen sich eigene und fremde Ansichten besprechen, Vor- und Nachteile erkennen, Entwicklungschancen und Anregungen bewusster und direkter erleben und aufnehmen. „Am Du wird das Ich“ - Martin Buber war geradezu nimmermüde, das zu betonen. Und das gilt auch für den Glauben: Gläubige brauchen das Gespräch und Gebet miteinander: um sich nicht in eigenen abstrusen Vorstellungen über Gott und Glaube zu verrennen, um sich gegenseitig für die leisen Zeichen des Glaubens im eignen Leben empfänglich zu machen und um sich miteinander in Gottes Namen für ein segensreiches Miteinander aller Menschen zu engagieren. Schließlich geht es darum, selber im Leben und Glauben zu wachsen, zu reifen und ein gutes Leben zu führen. Und all das gelingt nur, wenn viele sich verbünden für eine gerechte Welt.

    Von Marliese Klees, Saarbrücken

    Gebet des Katholikentags

    Zum „leben teilen“ wollen wir uns in Stuttgart - und überall - versammeln.
    Wir bitten dich, Gott, dein Heiliger Geist begleite und beseele uns.
    Gib deinen Geist in die Sprache und Sprachlosigkeit der Kirche.
    Gib deinen Geist in das Leben und Miteinander der Menschen am Ort.
    Gib deinen Geist allen Christen weltweit und Frieden zwischen den Religionen und Kulturen.
    All unsere Arbeit und Sorge wandle in Segen Ewiger, lebendiger und Leben teilender Gott.
    Amen.

  • Für werdende Eltern und Frauen in Konfliktsituationen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle werdenden Eltern, die sich auf die Geburt ihres Kindes freuen, und für die Frauen in Konfliktsituationen, die mit der Entscheidung für ihr Kind ringen.

    In seinem Vortrag „Warum missioniert mich keiner“ erzählt der Journalist Alexander Krex, wie er am Tag nach der Geburt seines Kindes mit dem Baby auf dem Klinikflur hin und her geht. Er fühlt sich unsicher, weil er übermüdet ist und noch nicht so recht weiß, wie man ein Baby hält und was es bedeutet, Vater geworden zu sein.
    Da kommt eine Nonne über den Flur, schaut ihn an und lächelt ihm zu. Sie, so sagt er, „gibt mir milde lächelnd zu verstehen, dass ich sie ansprechen kann, dass ich sie alles fragen kann. Und es tut mir gut, weil ich weiß dass da noch jemand ist außer den Ärzten und dem Pflegepersonal, den ich fragen kann.“
    Eltern werden, Eltern sein, das ist immer eine Herausforderung und macht Menschen unsicher, mal mehr, mal weniger. Mit der Schwangerschaft und der Geburt ändert sich vieles, manche sagen sogar, es ändert sich alles. Da beginnen die Sorgen um die neuen Rollen und Aufgaben als Vater und Mutter, die Sorgen um die Kinder, ihre Gesundheit und die Fürsorge für sie, aber auch die Frage nach dem Verhältnis von eigenen Beruf und Familienarbeit. Selbst wenn es für viele Fragen Hilfestellungen gibt, das Glück dürfen Eltern selbst erleben, aber auch die Herausforderung und Entscheidungen müssen sie selber treffen. Und die Folgen dieser Entscheidungen prägen das ganze Leben, das der Kinder wie das der Eltern. Gut, wenn es Menschen wie diese Nonne gibt, die sich als ansprechbar und hilfreich, als beratend und entlastend, als unterstützend und Vertrauen weckend in diesen Situationen an die Seite werdender Väter und Mütter stellen. Wenn der Journalist und „frisch gebackene“ Vater sagt: „Es tut mir gut, weil ich weiß dass da noch jemand ist…“, dann kann man hören, wie glücklich und erleichtert er über diese Begegnung, über das Lächeln der Nonne ist.

    Von Marliese Klees, Saarbrücken

    Gebet

    Du Gott des Lebens, seit alters her glauben und vertrauen Mütter und Väter Deiner großen Treue und Barmherzigkeit. Wie die biblischen Frauen Sara, Hanna und Maria, wie Abraham und Josef wenden sie sich an Dich und bitten um Hilfe in den Fragen der Elternschaft. Denn bei Dir wissen sie sich geborgen wie in einem Mutterschoß. Das glauben sie auch und gerade dann, wenn sie in Herausforderungen, Konflikten und Nöten sind, wenn sie nicht wissen, wie es weitergehen kann und wie sie sich entscheiden sollen. Sei Du an Deine große Güte und Barmherzigkeit erinnert und stehe allen bei, die in Konfliktsituationen leben. Schenke den Begleiterinnen und Begleitern Weisheit, rechte Worte und aufrichtige Achtung für die werdenden Eltern und schütze die Männer und Frauen in Not. Halte Du deine Hände über alle in diesen Konflikten und Neuanfängen und segne sie, damit sie gute Wege finden und gehen können. Amen.

Das Video vom Papst

In diesem Mai beginnt der Papst einen Zyklus von drei Gebetsmeinungen, die der Familie gewidmet sind. Und er will dies tun, indem er sich zunächst an junge Menschen wendet, die "etwas Neues aufbauen wollen". Er gibt ihnen ein Beispiel: "Wenn ich an ein Vorbild denke, mit dem ihr Jugendlichen euch identifizieren könnt, fällt mir immer unsere Mutter Maria ein". Franziskus fordert die jungen Menschen auf, Risiken einzugehen und dabei zu bedenken, dass sie "erkennen und entdecken müssen, was Jesus von ihnen will". 

Bei dieser Unterscheidung sagt Franziskus, dass es hilfreich ist, auf die Worte der Großeltern zu hören. Und er schlägt drei Wegbegleiter für die Lebensreise vor: Mut, Zuhören und Hingabe an den Dienst.

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