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Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat" - Januar 2022

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan

  • Für die Diskriminierten und Verfolgten Switch

    Wir beten mit Papst Franziskus für alle, die unter religiöser Diskriminierung und Verfolgung leiden; ihre persönlichen Rechte mögen anerkannt und ihre Würde geachtet werden, weil wir alle Schwestern und Brüder einer einzigen Familie sind.

    „Zwei von drei Menschen leben in Ländern, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt wird.“ So schrieb die FAZ im April 2021 und bezog sich dabei auf die im gleichen Monat veröffentlichte Studie des päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit. Die Lage habe sich verschärft. Als Gründe nennt die Studie autoritäre Staaten, Terrorgruppen und als weitere Ursache die Pandemie.

    „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." So heißt es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 (Art. 1), die als erstes internationales Instrument der Nachkriegszeit zum Schutz der Menschenrechte das Recht auf Religionsfreiheit enthält (Art. 18). Mit dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966 (UNO-Pakt II) wurde dieses Recht in einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag aufgenommen (Art. 18 und 27 UNO-Pakt II).

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so lautet der erste Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, in der Angela Merkel 16 Jahre als Bundeskanzlerin im Amt war. Mit einem großen Zapfenstreich wurde sie feierlich verabschiedet. Sie fand in ihrer Rede klare Worte: „Unsere Demokratie lebt […] davon, dass überall da, wo Hass und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen erachtet werden, unsere Toleranz als Demokratinnen und Demokraten ihre Grenze finden muss.“

    Wer intolerant ist, wird oft als unduldsam und keine andere Meinung zulassend, angesehen, wer hingegen tolerant ist, gilt als duldsam, nachsichtig und weitherzig. Toleranz ist jedoch dem Lateinischen „tolerare“ entlehnt, was „ertragen/erdulden“ bedeutet.  Angela Merkel sagt also nichts anderes als: Hass und Gewalt können wir nicht dulden und nicht ertragen, unabhängig davon, welches Interesse dahintersteht. Hass und Gewalt sind immer falsch – immer und überall!

    (Von Sandra Baltes)

    Gebet

    „Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
    An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
    dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
    nicht von Hunger und Furcht gequält,
    nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
    Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
    damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.“

    (Aus dem Gebet der Vereinten Nationen)

     

  • Für die von der Corona-Pandemie Betroffenen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die körperlich, seelisch oder wirtschaftlich bis heute unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden.

    Seit Beginn der Pandemie wurde in vielen Kontexten zu Solidarität aufgerufen: Solidarität mit den Alten, mit den Gefährdeten. „Der Begriff der Solidarität“, so hat es vor knapp einem Jahr der Sozialphilosoph Robin Celikates in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur gesagt, „ist ziemlich anspruchsvoll, weil er im Unterschied etwa zu „Hilfe“ nicht nur diese punktuelle Intervention bezeichnet, sondern ein viel nachhaltigeres soziales Verhältnis.“ Es geht in der Pandemie darum zu verstehen, dass es um mehr geht als um Applaus für bestimmte Berufsgruppen, die schon viel zu lange und in jeder Hinsicht zu wenig Wertschätzung erfahren oder um die Nachbarschaftshilfe für die Familie im Homeschooling oder für die ältere Dame beim Einkauf. Es geht darum zu begreifen, dass wir uns, wenn auch in unterschiedlicher Weise betroffen, in derselben Situation befinden, aus der wir nur gemeinsam herauskommen können. „Solidarität“, so Celikates, „ist schwierig und ist auch das Ergebnis einer schwierigen Arbeit der Solidarisierung“. In Solidarität muss investiert werden und auch wenn wir uns nicht mit allen solidarisch erklären können, muss sie über den eigenen Nahbereich, in dem wir uns schon arrangiert haben, hinaus gehen, weil alles andere „dem normativen Gehalt des Begriffs nicht gerecht wird“. Solidarität und damit die Bekämpfung der Pandemie muss im „globalen Maßstab“ erfolgen.

    In seiner Fernsehansprache zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2020: Die Pandemie „ruft das Schlechteste und das Beste in den Menschen hervor“. Fast zwei Jahre später stecken wir noch immer in der Pandemie mit all ihren globalen Herausforderungen, unter denen die Aufforderung des Bundespräsidenten die Größte zu sein scheint: „Zeigen wir einander doch das Beste in uns!“

    (Von Sandra Baltes)

    Gebet

    „Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
    hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
    Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander.
    Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.“

    (Aus dem Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie des Bistums Trier)

  • Für die von der Kirche Verletzten und Enttäuschten Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die in der Kirche verletzt oder enttäuscht wurden und deshalb die Gemeinschaft verlassen wollen oder schon verlassen haben.

    Viele Lebensgeschichten erzählen von Verletzung, Enttäuschung und Diskriminierung. Hinter jeder Lebensgeschichte steht ein Mensch. Ich habe schon so manche Geschichte erzählt bekommen, in Büchern oder anderen Medien und auch von Bekannten und Freund*innen, von Menschen mit denen ich mich in meinem Leben verbunden weiß.

    Im letzten Jahr hatte ich ein Telefongespräch mit einer jungen Frau. Anlass war das Responsum ad dubium der Glaubenskongregation. Sie erzählte mir, dass sie weiß, dass sie irgendwann aus der Kirche austreten muss. Sie weiß aber nicht, wann sie das schafft, weil sie es eigentlich nicht will. Sie verbindet mit der Kirche gute Erinnerungen, die sie auch mit Menschen verbinden, die ihr wichtig sind. Einfach aus der Kirche austreten? Gar nicht so einfach…

    Ich kenne sie seit meiner Kindheit und habe sie beim Telefonat noch besser kennenlernen dürfen. Eine junge Frau, die sich von der Kirche diskriminiert fühlt. Eine junge Frau, die sagt, dass sie es noch nicht geschafft hat aus der Kirche auszutreten, nicht nur wegen der guten Erinnerungen, sondern weil sie das Gefühl hat, auch ihren Glauben ad acta zu legen. Sie ist gläubig, sie ist Patentante und das will sie auch nochmal werden können. Dem soll kein Austritt im Weg stehen. Und doch weiß sie: in einer Kirche, die mich diskriminiert kann ich nicht bleiben. Wann sie es schafft den Weg zu gehen, um auszutreten? Das weiß sie selbst nicht.

    Seit 2019 gibt es in Deutschland den Synodalen Weg. Auf der Homepage zum Synodalen Weg ist zu lesen: „Wir sehen, dass es für viele Menschen die Kirche selbst ist, die den Blick auf Gott verstellt und die Suche nach Ihm erschwert.“

    Eine Kirche, von der sich eine junge Frau diskriminiert sieht, eine Kirche, die – so möchte ich sagen – diese junge Frau diskriminiert, ist eine Kirche, die den Blick auf Gott verstellt. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass Gott bei den Menschen ist und ihre Wege mitgeht, weil er den Menschen ansieht, annimmt und liebt, so wie er diesen Menschen geschaffen hat – Gott geht mit, auch den Weg zum Austritt, weil er weiß, dass dieser Weg kein Leichter ist und weil dieser Weg für Gott keine Sackgasse ist.

    (Von Sandra Baltes)

    Gebet

    Lebendiger Gott, stärke die Menschen, deren Lebensentwürfe und Identitäten nicht in die Raster passen,
    die aus dem Rahmen fallen und denen deswegen Steine in den Weg gelegt werden.
    Heile die Verletzungen, die andere ihnen zufügen,
    lass sie Menschen begegnen, die sie spüren lassen, dass sie gut sind, wie sie sind,
    dass Du sie liebst, weil du sie gewollt hast, wie du sie geschaffen hast.
    Hilf uns zu verstehen, dass die Welt bunter ist als all die Bilder, die wir uns davon machen können.

    (nach einem Gebet aus: Holger Pyka in Sylvia Bukowski/Jochen Denker/Holger Pyka, Worte finden. Neue Gebete für Gottesdienst und Alltag)

Das Video vom Papst

67 % der Weltbevölkerung leben in Ländern, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verweigert wird. "Wie können wir in dieser zivilisierten Gesellschaft zulassen, dass Menschen verfolgt werden, nur weil sie sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen?“ Wenn wir zulassen, dass das, was uns unterscheidet, uns trennt, verlieren wir etwas Grundlegendes aus den Augen: " Als Menschen haben wir so viele Gemeinsamkeiten, dass wir zusammenleben können, indem wir die Unterschiede akzeptieren und uns freuen, Geschwister zu sein ". Folgen wir dem Rat des Papstes in seiner Gebetsmeinung vom Januar: "Lasst uns den Weg der Geschwisterlichkeit wählen".

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