Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat"

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan (April 2018)

  • Verantwortlichkeit in der Wirtschaft Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir für die Verantwortlichen in der Weltwirtschaft, die sich dahingehend wandeln möge, dass es strukturell keine Benachteiligten mehr gibt.

    Die Formulierung dieses Anliegens von Papst Franziskus, die Verantwortlichkeit in der Weltwirtschaft zu stärken, mag etwas zu allgemein klingen. Schauen wir aber in seine Enzyklika „Evangelii Gaudium“, dann wird er konkreter, eindeutiger, ja schärfer. Gleich zu Beginn seines Apostolischen Schreibens legt der Papst den Finger auf eine offene Wunde. Hier wird er eindeutig, ja leidenschaftlich und scharf.

    „Ebenso wie das Gebot „du sollst nicht töten“ eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen“ sagen. Diese Wirtschaft tötet. Es ist unglaublich, dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht. Das ist Ausschließung. …
    Heute spielt sich alles nach den Kriterien der Konkurrenzfähigkeit und nach dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichtemacht. Als Folge dieser Situation sehen sich große Massen der Bevölkerung ausgeschlossen und an den Rand gedrängt: ohne Arbeit, ohne Aussichten, ohne Ausweg. Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und wegwerfen kann. …
    Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht „Ausgebeutete“, sondern Müll, „Abfall“.“ (aus: Evangelium Gaudium Nr. 53).

    Herr Jesus Christus, du unser Bruder.
    Du hast uns in diese Welt gesandt, mitzubauen an deinem Reich in Gerechtigkeit und des Friedens.
    Wir sind mitverantwortlich auch für die anderen,
    besonders wollen wir Anwalt sein für die Armen, Entrechteten und Zukurz-Gekommenen.
    Menschen suchen vergeblich nach Arbeit, sind überfordert und wissen nicht, wie es weitergehen soll.
    Ohnmächtig müssen wir auch oft miterleben, dass ihre Rechte mit Füßen getreten werden,
    weil die wirtschaftlichen Strukturen ungerecht sind.
    Stärke alle, die gegen Ungerechtigkeiten kämpfen und erfülle sie mit dem Geist des Friedens,
    der Unerschrockenheit und der Ausdauer, damit trotz aller strukturellen Macht,
    die Würde des Menschen nicht verlorengeht. Amen.

  • Gemeinsame Schritte in die Zukunft Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die in unserer trierischen Kirche Verantwortung übernommen haben bei der Umsetzung der Diözesansynode: Lass uns gemeinsam im Vertrauen auf Christus Schritte in die Zukunft wagen.

    Die Umsetzung unserer Bistumssynode ist längst in Gang gekommen. Wenn auch die Schritte zur konkreten Umsetzung gut überlegt sein wollen, wenn auch im konkreten Prozess manch neue Frage aufgetaucht ist und viele Menschen in unseren Pfarreien weitere Probleme benennen, wenn Zögerlichkeit festgestellt wird und von vielen große Bedenken geäußert werden, gerade dann brauchen wir Vertrauen in die Zukunft unserer Kirche vor Ort. Wir sind, wie wir im Synodengebet beten, mit Christus auf dem Weg. Wir glauben: Er geht mit uns durch unsere Zeit. Wir sind beschenkt mit seinem Heiligen Geist. Diese Überzeugung gibt dem Einzelnen Mut und Gottvertrauen und der Gemeinschaft eine Hoffnung, die hilft, Schritte in die Zukunft zu wagen.

    Es geht um die Grundhaltung und die Überzeugung: „Gott, der Herr, hat dich bis hierher geführt. Er hat dir so viele Zeich en seiner Nähe gezeigt. Er wird dir auch weiterhin helfen und dich nicht im Stich lassen. Vertrau ihm!“, wie Bischof Stephan es in seiner Silvesterpredigt uns ans Herz legte. Und weiter ermutigt er uns: „Da können Menschen, die ihren Glauben, ihr Kirchesein bewusst leben, ein wohltuendes Ferment – biblisch gesprochen: „Sauerteig“ – für die Gesellschaft sein. Menschen, die nicht nur auf die eigenen Kräfte vertrauen, sondern davon überzeugt sind, dass auch heute Gott  am Werk ist; Menschen, die Veränderungen nicht scheuen, aber zugleich ihre eigenen Wurzeln nicht verleugnen; Menschen, die die fällige Auseinandersetzung nicht scheuen, ohne dabei dem Gegenüber unlautere Absichten zu unterstellen; Menschen, die Abschiede verkraften können, weil sie von der Botschaft des Glaubens her Hoffnung auf die Zukunft haben und deshalb nicht am Bestehenden krampfhaft festhalten müssen.“

    Nur so können wir miteinander Zeichen und Werkzeug der frohen Botschaft Jesu sein.

    Herr Jesus Christus, Heiland und Erlöser
    Haupt deiner Kirche.
    Du hast versprochen, bei uns zu bleiben alle Tage
    bis ans Ende der Zeit.
    Wir vertrauen auf deine Zusage.
    Wir glauben: Du gehst mit uns durch unsere Zeit.

    Schenke uns deinen Heiligen Geist,
    damit wir die Zeichen der Zeit erkennen.
    Er öffne uns die Augen.
    Er nehme weg, was uns voneinander trennt.
    Er gebe uns Geduld, aufeinander zu hören,
    und den Mut,
    uns auf Neues einzulassen.

    Wir sind gerufen,
    wollen Schritte in die Zukunft wagen.
    Lass uns als Kirche von Trier eine Gemeinschaft des kirchlichen
    Miteinanders sein.
    Miteinander sind wir unterwegs.
    Miteinander wollen wir Zeichen und Werkzeug
    deiner frohen Botschaft sein. Amen

    (aus: Gebet für die Kirche im Bistum Trier)

  • Schritte zueinander wagen Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die ökumenischen Gespräche der verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften auf allen Ebenen: Lass alle im Bekenntnis  an den einen Gott und unseren Herrn Jesus Christus Schritte zueinander wagen.

    Das Jahr des Gedenkens an die Reformation durch Martin Luther vor 500 Jahren liegt hinter uns. In vielen Veranstaltungen, Gedenkfeiern, Gottesdiensten, Treffen haben die christlichen Kirchen dieses Gedenken gewürdigt, vor allem in gemeinsamen Feiern. Immer wieder wurde dabei unterstrichen, dass das Ärgernis der Trennung zu überwinden sei, nicht nur durch große Absichtserklärungen als vielmehr im konkreten Handeln miteinander. Die Kirchenspaltung ist angesichts der Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft für Kirche und Gesellschaft ein schwer erträgliches Ärgernis. So hat es das Zweite Vatikanische Konzil  in seinem Dekret zur Ökumene schon vor einem halben Jahrhundert erklärt. „Wir dürfen und können uns mit dem Faktum der getrennten Kirchen nicht abfinden; wir dürfen uns nicht daran gewöhnen oder dieses Faktum gar rechtfertigen wollen. Die Trennung ist ein Skandal, den wir nicht verharmlosen dürfen, etwa dadurch, dass wir uns auf eine rein geistliche Einheit hinter den faktisch bestehenden Kirchentümern zurückziehen“, hat Kardinal  Walter Kasper es einmal formuliert.

    Das Verhältnis der Konfessionen zueinander war leider über allzu lange Zeit sorgfältig distanziert. Das hat sich Gott sei Dank geändert, aber am Ziel sind wir noch lange nicht. Auf allen Ebenen der Kirchen muss sich der Wille zur Einheit durchsetzen, und das mit ganzem Herzen. Alle können und müssen dazu beitragen. Jeder ist an seiner Stelle dazu aufgerufen.

    Die Kirchen haben sich heute vielen Herausforderungen zu stellen, und nur wenn wir diesen gemeinsam begegnen aus unserer christlichen Wurzel heraus, können wir tragfähige Antworten finden.

    Aktuelle, weltweite Probleme gibt es viele:  Etwa unsere Antwort auf das weltweite Flüchtlingsproblem, das uns schon hautnah beschäftigt, aber auch der Dialog mit den Religionen. Um des Friedens der Welt willen, werden wir miteinander im Gespräch sein müssen. Nur so können wir dazu beitragen, dass Religion nicht länger Konflikte verschärft, sondern zum friedlichen Miteinander der Menschen weltweit beiträgt. Im gemeinsamen Handeln finden die Konfessionen auch Schritte zueinander.

    Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, unser Heiland, unsere Hoffnung, unser Erlöser:
    Wir kommen zu dir mit der Last unserer Entzweiung und Trennung.
    Wir kommen zu dir mit den Schatten der Vergangenheit …

    Vor dir bekennen wir unsere Schuld und rufen dich an in unserer Not …
    Vergib uns, was uns von dir und voneinander trennt.

    Im Licht deiner Wahrheit erkennen wir unser Versagen,
    unseren Mangel an Behutsamkeit und Geschwisterlichkeit,
    unseren Mangel an Zuwendung zueinander und Respekt füreinander.

    Schenke uns den Geist der Versöhnung,
    der wegnimmt, was uns trennt
    und uns glaubwürdige Schritte zur Einheit der Kirche gehen lässt.

    (aus dem Versöhnungsgebet, Hildesheim)

    Helmut Gammel, Trier

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